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Berlin (ots) - Die Bundesregierung will die Notfallversorgung vor allem dadurch
reformieren, dass sie die Patienten stärker steuert. Das ist verständlich,
solange noch Menschen mit einer Zecke am Körper oder mit bereits seit drei
Wochen dauernden Beinschmerzen die 112 wählen. Andererseits stimmt hier generell
etwas nicht. Und das hat nicht nur mit fehlenden Gesundheitskompetenzen in der
Bevölkerung zu tun.
In einer Umfrage hat die Linke-Bundestagsfraktion Rettungskräfte auch dazu
befragt, was aus ihrer Sicht die häufigsten Gründe für Fehleinsätze sind. An
erster Stelle kommt hier die fehlende Kenntnis von anderen Angeboten, in mehr
als 40 Prozent der Antworten. Die Leute wissen also nicht, dass sie es erst
einmal beim Hausarzt versuchen sollten - manchmal hilft sogar die Apotheke. Aber
der Hausarzt in der Nähe nimmt keine neuen Patienten an, die Apotheke hat gerade
zugemacht. Das Krankenhaus ist zu weit weg. Gespart wird überall, und nach dem
Willen der Bundesregierung soll noch viel mehr gespart werden.
Am Ende werden aus vielen eingesparten Strukturen echte Notfälle, deutlich über
eine Zecke oder Beinschmerzen hinaus. Am Ende rufen die Leute dann die
Feuerwehr. In die Notaufnahmen kommen jetzt schon Menschen in psychischen Krisen
(immer wieder), Wohnungslose, Suchtpatienten, Familien in größten Ängsten. Die
Rettungsdienste fahren im Wortsinn pausenlos. Die Wege zu den Kliniken sollen in
Zukunft noch länger werden. Und so hieß es von Rettungskräften in der erwähnten
Umfrage: "Schließen Sie nicht noch mehr Krankenhäuser!" Zu befürchten ist aber,
dass genau das passiert, da diese Regierung als Letztes die Beschäftigten vor
Ort fragen wird. Und die Patienten schon gar nicht.
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