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Bad Neustadt a.d. Saale (ots) - Mit 85.000 Todesfällen pro Jahr ist Sepsis die
dritthäufigste Todesursache. Verbindliches Schulungsprogramm für alle
medizinischen Mitarbeitenden - Früherkennung und Behandlung der Sepsis im Fokus.
In Deutschland liegt die Zahl der sepsisbedingten Todesfälle um bis zu 20
Prozent höher als in vergleichbaren Ländern. Die Leitlinien zur Sepsis wurden
aktualisiert. Anfang des Jahres begann zudem eine verpflichtende Datenerhebung
in deutschen Krankenhäusern. Ziel ist es, die Früherkennung und Behandlung der
Sepsis durch medizinische Qualitätssicherung weiter zu verbessern und damit die
Patientensicherheit zu erhöhen.
"Eine Sepsis ist ein zeitkritischer medizinischer Notfall. Gerade zu Beginn sind
die Symptome häufig unspezifisch. Deshalb kommt es entscheidend darauf an, eine
Sepsis möglichst früh zu erkennen und unmittelbar standardisierte diagnostische
und therapeutische Maßnahmen einzuleiten", sagt Dr. Michael Schneider, Chefarzt
der Zentralen Notaufnahme am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt.
In der Öffentlichkeit wird die Sepsis häufig mit dem Begriff "Blutvergiftung"
gleichgesetzt. Tatsächlich ist eine Sepsis die schwerste Verlaufsform einer
Infektion und ein medizinischer Notfall. Die Anzeichen und Symptome können
unterschiedlich sein und sich im Verlauf verändern. Häufig sind Fieber oder eine
ungewöhnlich niedrige Körpertemperatur, Schüttelfrost, Verwirrtheit,
Atembeschwerden, kalte oder feuchte Haut und starkes Schwitzen, starke Schmerzen
sowie eine hohe Herzfrequenz, ein schwacher Puls oder niedriger Blutdruck. Auch
eine deutlich verringerte Urinausscheidung kann auf eine Sepsis hinweisen.
Besonders gefährlich ist der sogenannte septische Schock, bei dem der Blutdruck
massiv abfällt und Organe nicht mehr ausreichend durchblutet werden. "Im
schlimmsten Fall kann dies zu einem Multiorganversagen und zum Tod führen", sagt
Schneider.
In der Zentralen Notaufnahme werden bei einem entsprechenden Verdacht
unverzüglich die notwendigen diagnostischen Schritte eingeleitet und erste
Therapiemaßnahmen begonnen. Bei schweren Verläufen ist eine intensivmedizinische
Behandlung notwendig. Auf der Intensivstation können Kreislauf und betroffene
Organfunktionen kontinuierlich überwacht und bei Bedarf unterstützt werden.
Verbindliche Schulungen für alle medizinischen Mitarbeitenden
Am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt werden alle medizinischen Mitarbeitenden
regelmäßig und berufsgruppenübergreifend in der Diagnostik und Therapie der
Sepsis geschult. Die Schulung ist verpflichtend und muss jährlich wiederholt
werden. Ergänzend gibt es eine Projektgruppe mit Fachexpertinnen und
Fachexperten aus den Bereichen Notfallmedizin, Intensivmedizin und Hygiene.
Auch im Krankenhausinformationssystem (KIS) kommen spezielle Algorithmen zum
Einsatz, die frühzeitig auf ein mögliches Sepsis-Risiko hinweisen können. Am
Campus Bad Neustadt gibt es zudem seit Jahren besondere Expertise im Bereich
Antibiotic Stewardship (ABS). Dabei geht es um den verantwortungsvollen Einsatz
von Antibiotika. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten bestmöglich zu
behandeln und gleichzeitig die Entstehung und Ausbreitung von
Antibiotikaresistenzen zu vermeiden.
Neues Qualitätssicherungsverfahren für Sepsis
Seit dem 1. Januar 2026 gilt das neue Qualitätssicherungsverfahren zur Sepsis.
Das vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossene Verfahren soll dazu
beitragen, die Qualität der Diagnostik und Therapie in den Krankenhäusern
systematisch zu erfassen und weiter zu verbessern.
"Das neue Qualitätssicherungsverfahren schafft eine wichtige Grundlage, um die
Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Sepsis weiter zu verbessern. Es
ermöglicht, die Qualität der Behandlung besser zu beurteilen, mögliche
Schwachstellen zu erkennen und gezielt Verbesserungen umzusetzen. Entscheidend
ist für uns, dass daraus konkrete Maßnahmen entstehen, die die
Patientensicherheit erhöhen und dazu beitragen, vermeidbare Todesfälle zu
verhindern", sagt Prof. Dr. Sebastian Kerber, Ärztlicher Direktor und Chefarzt
der Klinik für Kardiologie I am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt.
Von den jährlich rund 230.000 Menschen, die in Deutschland an einer Sepsis
erkranken, sterben nach Angaben der Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis etwa
85.000. Das entspricht statistisch etwa einem Todesfall alle sechs Minuten. Nach
Schätzungen gelten 15.000 bis 20.000 dieser Todesfälle als vermeidbar. Viele
Überlebende leiden zudem an den Spätfolgen einer Sepsis.
Der RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt , einer von fünf Standorten der
RHÖN-KLINIKUM AG, steht für eine sektorenübergreifende medizinische Versorgung
im ländlichen Raum. Auf einem Klinikgelände verzahnt der Campus ambulante und
stationäre Angebote mit einer Vielzahl medizinischer Service- und
Vorsorgeleistungen, die bisher räumlich getrennt waren: niedergelassene
Fachärzte, Kliniken unterschiedlicher Fachdisziplinen wie Herzmedizin,
orthopädischer Chirurgie oder auch Neurologie arbeiten Hand in Hand mit der
Pflege und der Rehabilitation zusammen. Die digitale Vernetzung aller am
Behandlungsprozess beteiligten Akteure - mit innovativen IT-Lösungen und
Kommunikationssystemen - ist dabei unverzichtbar. http://www.campus-nes.de
Pressekontakt:
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Unternehmenskommunikation
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