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Osnabrück (ots) - Osnabrück. In der anhaltenden Debatte um das Rentenreformpaket
warnt der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr die große Koalition vor einem
Festhalten an der sogenannten Rente mit 63. "Wenn man einen zentralen Pfeiler
herausnimmt, etwa indem man doch die Rente mit 63 beibehält, dann bröckelt auch
der Rest", sagte der Ökonom Felbermayr im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker
Zeitung" (noz). Durch einen solchen Schritt würden unpopuläre, aber
unvermeidbare Reformen lediglich verschoben.
"Es ist außerdem höchst fraglich, ob ein Aufweichen der Reformagenda wirklich
verlorene Wähler zurückholt", sagte Feldmayr mit Blick auf die Wahlergebnisse in
Sachsen-Anhalt. Laut Wähler-Befragungen unterstützt weniger als ein Drittel den
Sparkurs der Regierung bei Rente, Gesundheit und Pflege. SPD-Co-Chefin und
Arbeitsministerin Bärbel Bas hatte sich am Montag dafür ausgesprochen, längere
Erwerbsbiografien stärker zu berücksichtigen.
Dem Wirtschaftsweisen Felbermayr zufolge schadet ein Aufweichen der Reformagenda
der Wirtschaft auch kurzfristig. "Die deutsche Konjunktur leidet unter einem
weitverbreiteten Pessimismus, dass das Land nicht reformfähig sei." Daher käme
es zu "Angstsparen und Investitionszurückhaltung", warnte der Experte gegenüber
noz. "Gerade erst keimte ganz leicht die Hoffnung, die große Koalition könnte
diesen Stau auflösen, das wäre mit dem Einlegen des Rückwärtsgangs wieder
vorbei."
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