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Berlin/Ramallah (ots) - In den besetzten Palästinensischen Gebieten hat das neue
Schuljahr für die insgesamt mehr als 1,5 Millionen schulpflichtigen Kinder im
Schatten von Gewalt, Zerstörung und Unsicherheit begonnen. Nahezu alle
Schulgebäude im Gazastreifen sind beschädigt und Gewalt gegen Schulen,
Lehrkräfte und Schulkinder bleibt an der Tagesordnung - auch im Westjordanland
sowie in Ostjerusalem. Damit wird den betroffenen Kindern das Recht auf eine
sichere und hochwertige Bildung verwehrt.
Im Gazastreifen sind rund 98 Prozent der Schulgebäude beschädigt. Die etwa
700.000 Schulkinder in dem Gebiet haben dort seit drei Jahren keinen regulären
Unterricht besucht. Laut einer Erhebung von Save the Children sind zudem 86
Prozent von 649 untersuchten Kindergärten entweder zerstört, beschädigt oder
befinden sich in einem unzugänglichen Gebiet. Im Westjordanland und in
Ostjerusalem fehlt für die mehr als 834.000 Kinder im schulpflichtigen Alter die
Möglichkeit, sicher und unter guten Bedingungen zu lernen. Dazu zählt auch
eingeschränkter Präsenzunterricht.
"Der Beginn eines neuen Schuljahres sollte für Kinder ein fröhlicher Moment des
Wiedersehens, der neuen Chancen und der Neugier sein", sagt Florian Westphal,
Geschäftsführer von Save the Children Deutschland. "Kinder in den
Palästinensischen Gebieten erleben das Gegenteil: Ihre Schulen existieren nicht
mehr oder sind Orte der Angst. Schulen dürfen niemals gezielt angegriffen
werden. Sie sollten geschützte Räume sein, in denen Kinder sich entfalten und
ihr Recht auf Bildung uneingeschränkt wahrnehmen können."
Save the Children bietet Kindern im Gazastreifen und im Westjordanland
alternative Lernmöglichkeiten an. Diese ersetzen zwar keinen regulären
Schulbesuch. Sie helfen aber, verpassten Schulstoff aufzuholen. Im Gazastreifen
betreibt die Kinderrechtsorganisation derzeit 60 temporäre Lernzentren, meist in
Notunterkünften. Die Kinder erhalten neben Unterricht auch psychosoziale
Unterstützung sowie Schulmaterial und Spielsachen, sie werden zudem über die
Gefahren von Blindgängern aufgeklärt und erlernen wichtige Hygienemaßnahmen.
Seit 2023 erreichte die Kinderrechtsorganisation auf diese Weise insgesamt
43.000 Kinder.
Neben der anhaltenden Gewalt verstärken fehlende Finanzmittel die Bildungskrise.
Im Westjordanland können die insgesamt 621.000 Kinder, die in öffentlichen
Schulen angemeldet sind, nur drei Mal pro Woche zur Schule gehen. An den anderen
beiden Tagen sollen sie am Online-Unterricht teilnehmen, jedoch ist dies nicht
für alle Kinder technisch möglich. Save the Children hilft Kindern im
Westjordanland, versäumten Schulstoff aufzuholen. Die Organisation stellt unter
anderem auch Unterrichtsmaterialien bereit, bildet Lehrkräfte aus und schult
Eltern darin, ihre Kinder bestmöglich zu unterstützen.
Save the Children verurteilt Angriffe der israelischen Streitkräfte auf Schulen,
in denen Unterricht stattfindet, Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sowie
staatlich unterstützte Siedlergewalt gegen Schüler*innen und Lehrkräfte. Auch
der Abriss und die Beschlagnahmung von Schulen und Bildungsinfrastruktur sind
nicht hinnehmbar.
Save the Children ist seit 1953 in den besetzten Palästinensischen Gebieten
tätig und seit 1973 dort dauerhaft präsent. Die Kinderrechtsorganisation
unterstützt unter anderem zusammen mit Partnern qualitativ hochwertige Bildung,
Kinderschutz, die frühkindliche Entwicklung und Beschäftigungsmöglichkeiten für
junge Menschen.
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und
Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und
Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte
unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save
the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen.
Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und
sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit
über 100 Jahren.
Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle
Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 - 226
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OTS: Save the Children Deutschland e.V.
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