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Leipzig (ots) - Sachsen-Anhalt wird zum Brennglas für die politischen
Entwicklungen in Deutschland. Unternehmer, Landwirte und Demokratie-Aktivisten
aus der Altmark erzählen von einem Bundesland im Umbruch. Der Film begleitet
Menschen vor, während und nach der Landtagswahl im Norden Sachsen-Anhalts: eine
Familie, deren Investitionspläne in ihre Tankstelle von Bürokratie ausgebremst
werden, ein junger Landwirt zwischen Naturschutz und wirtschaftlichem
Überlebenskampf sowie Akteure aus Demokratie- und Kulturprojekten, die um die
Zukunft ihrer Arbeit bangen. Zu sehen ist die Reportage ab sofort bei MDR
Investigativ (https://www.youtube.com/channel/UCZOM0CqaJ5njZB_O-RyQSsw) sowie am
Mittwoch, 16. September, um 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen.
Die Altmark im Norden Sachsen-Anhalts gilt als strukturschwache Region. Viele
junge Menschen verlassen ihre Heimat, Innenstädte verlieren Geschäfte,
Unternehmen kämpfen mit Bürokratie und anderen Investitionshemmnissen.
Gleichzeitig wächst die Unterstützung für die AfD. Für viele Wählerinnen und
Wähler ist sie Ausdruck des Wunsches nach Veränderung. Andere sehen darin eine
Gefahr für gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Strukturen. Die
MDR-Reihe "exactly" zeigt beide Perspektiven und macht sichtbar, welche
Erfahrungen, Hoffnungen und Sorgen hinter den politischen Einstellungen stehen.
Familiengeführter Tankstellenbetrieb in Arendsee mit Expansionsplänen
Im Mittelpunkt stehen Marie-Josephine und Alfred Landsberg aus Arendsee. Vater
und Tochter betreiben gemeinsam eine Tankstelle und kämpfen seit Jahren um die
Genehmigung eines geplanten Autohofs mit Entertainment-Center.
Lange Genehmigungsverfahren, Umweltauflagen und steigende Kosten haben bei der
Familie Frust ausgelöst. Gleichzeitig sehen sie im politischen Wandel die Chance
auf bessere Rahmenbedingungen für mittelständische Unternehmen und ländliche
Regionen.
Für die 24-jährige Marie-Josephine Landsberg ist die Tankstelle zugleich Heimat
und Zukunftsperspektive. Ohne den Familienbetrieb, sagt die Unternehmerin, wäre
auch sie vermutlich längst weggezogen.
Junglandwirt zwischen Naturschutz und Existenzsorgen
Rund 60 Kilometer entfernt bewirtschaftet Jacques Köpke gemeinsam mit seiner
Familie 1750 Hektar Land.
Der junge Landwirt kämpft mit steigenden Kosten, wachsender Bürokratie und
erheblichen Ernteausfällen durch Wildvögel. Allein der Vogelfraß verursacht
Verluste in sechsstelliger Höhe.
Während Naturschutzprojekte neue Lebensräume für Tiere schaffen, fühlen sich
viele Landwirte mit den Folgen allein gelassen. Köpkes Geschichte steht
stellvertretend für die Herausforderungen vieler Familienbetriebe im ländlichen
Raum.
Demokratiearbeit trifft auf politische Gegenbewegung
Einen völlig anderen Blick auf die Entwicklung des Landes bietet Anne Buch aus
Salzwedel: Mit Kultur-, Jugend- und Demokratieprojekten engagiert sie sich für
Offenheit, Begegnung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Erfolg der AfD
löst bei ihr große Sorge aus, insbesondere mit Blick auf die Zukunft öffentlich
geförderter Demokratieprogramme. Ihre Geschichte zeigt, wie unterschiedlich
Menschen dieselbe politische Entwicklung bewerten und welche Konfliktlinien
derzeit durch viele Regionen Ostdeutschlands verlaufen.
Stimmen aus einer Region im Wandel
Die Autoren Christin Simon und Benjamin Arnold zeigen ein authentisches
Stimmungsbild über das Leben in Sachsen-Anhalt zwischen wirtschaftlichen
Herausforderungen, dem Wunsch nach politischer Veränderung, Heimatverbundenheit
und Zukunftsfragen.
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