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München (ots) - Bei der Primärversorgung können die Apotheken eine wichtige
Rolle übernehmen. Dies war ein Fazit des gestrigen Themenforums "Gemeinsam
besser versorgen: Die Primärversorgung der Zukunft" beim diesjährigen Deutschen
Apothekertag in München.
An der Diskussionsrunde beteiligten sich Prof. Dr. Hans Theiss, MdB (CSU,
Berichterstatter Primärversorgung, Thomas Zöller (Patienten- und
Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung), Dr. Oliver Funken
(Ärztekammer Nordrhein), Anne-Kathrin Klemm (BKK Dachverband) sowie
ABDA-Präsident Thomas Preis. Moderiert wurde das Themenforum von Alexander
Müller von der Pharmazeutischen Zeitung.
ABDA-Präsident Thomas Preis äußerte sich zur Rolle der Apotheken in der
Primärversorgung: "Viele leichte Erkrankungen brauchen keine ärztliche
Versorgung - hier wollen wir Apothekerinnen und Apotheker Hilfe zur Selbsthilfe
geben und die Arztpraxen soweit möglich entlasten. Der Arzt oder die Ärztin muss
sich nicht mit jeder einfachen Infektion wie Husten beschäftigen. Hier müssen
die Patienten mehr Verantwortung für ihre eigene Gesundheit übernehmen, die
Apothekenteams können sie dabei unterstützen."
Preis wünscht sich eine weitere Einbindung der Apotheken in die
Primärversorgung: "Die Primärversorgung gibt es schon heute, nur ist sie oft
noch unstrukturiert. Ohne Apotheken vergäbe man eine Chance in der
Primärversorgung - das ist unser Appell vom Deutschen Apothekertag an die
Politik." Preis zufolge geben Apotheken rund die Hälfte aller Packungen an
Patientinnen und Patienten ab, die vorher keinen Arzt oder keine Ärztin gesehen
haben.
Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbands, plädierte für eine bessere
Zusammenarbeit der einzelnen Akteure: "Wir beklagen seit Jahren Über-, Unter-
und Fehlversorgung. Ich stelle mir Primärversorgung so vor, dass es eine
durchgehende Versorgungskette gibt. Es muss eine digital gestützte
Ersteinschätzung sein, das kann in der Arztpraxis oder in der Apotheke
stattfinden. Die richtige Versorgungsebene ist nicht immer nur beim Arzt. Wir
müssen vermeiden, dass Doppelstrukturen und -vergütungen entstehen. Ich hoffe
hier auf die elektronische Patientenakte. Am Ende des Tages werden wir die
Arztpraxen durch die Primärversorgung entlasten."
Thomas Zöller, Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen
Staatsregierung: "Im ländlichen Raum gibt es schon heute weite Wege zu
Arztpraxen. Für mich ist die Nähe der Primärversorgung wichtig, dabei spielen
Apotheken eine große Rolle. Mir ist egal, wer mir hilft - Hauptsache mir wird
geholfen."
Professor Dr. Hans Theiss, MdB ist CSU-Mitglied und Berichterstatter
Primärversorgung für die Unionsfraktion im Bundestag. Theiss sagte: "Was die
Patientinnen und Patienten stört, sind die heute zum Teil enorm langen
Wartezeiten. Die Patienten müssen spüren, dass sie schneller Hilfe bekommen,
wenn es darauf ankommt. Ich glaube, dass wir uns zu Recht auf Bundesebene auf
den Weg machen mit Strukturreformen. Ich bin dafür, dass wir die Apotheken auch
in andere Aspekte als Impfen einbinden, aber wir dürfen keine Überversorgung
schaffen."
Dr. Oliver Funken, Mitglied des Vorstands der Ärztekammer Nordrhein, brachte die
ärztliche Sicht in die Diskussion ein: "Die Versorgung der Patientinnen und
Patienten soll erhalten bleiben. Die Spielregeln müssen klar sein, mit
eindeutigen Behandlungs- und Kommunikationsstrukturen. Ich muss nicht jeden
Patienten in meiner Praxis sehen." Funken engagiert sich auch im Bereich
Prävention. "Wenn wir jetzt nicht anfangen, die Primärprävention voranzutreiben
- wo sind wir dann in einer Generation? Dieses Problem müssen wir mitdenken."
Weitere Informationen unter http://www.abda.de
Pressekontakt:
Benjamin Rohrer, Pressesprecher, 030 40004 132, presse@abda.de
Dr. Ursula Sellerberg, Stellv. Pressesprecherin, 030 40004 134,
u.sellerberg@abda.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7002/6353738
OTS: ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.
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