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ETFs statt Riester? Was das neue Altersvorsorgedepot für Frauen ab 45 bedeutet (FOTO)

17.09.2026 13:45 Uhr Katharina Dauenhauer

Garmisch-Partenkirchen (ots) - Das neue Altersvorsorgedepot sorgt für Gesprächsstoff. Es verspricht mehr Flexibilität und bessere Renditechancen als die klassische Riester-Rente. Gleichzeitig fragen sich viele Frauen ab 45 Jahren, ob sich ein Einstieg oder Umstieg noch lohnt - oder ob die verbleibende Zeit bis zum Ruhestand dafür zu kurz ist. Wer die falsche Entscheidung trifft, verschenkt im schlimmsten Fall wertvolle Zeit und Geld für den Ruhestand.

Für viele Frauen kann das Altersvorsorgedepot eine interessante Ergänzung oder Alternative sein - entscheidend ist aber, die persönliche Lebenssituation und den Zeithorizont realistisch zu bewerten. Nachfolgend erfahren Sie, worauf Frauen ab 45 beim neuen Altersvorsorgedepot achten sollten, welche Unterschiede zur Riester-Rente bestehen und für wen sich ein Umstieg lohnen kann.

Mehr Kapitalmarkt, weniger Garantie

Ein wesentlicher Unterschied zur bisherigen Riester-Rente liegt in der Geldanlage. Bei Riester musste grundsätzlich gewährleistet sein, dass zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens die eingezahlten Beiträge und Zulagen vorhanden sind. Diese Garantie schafft Sicherheit, schränkt jedoch zugleich eine konsequente Kapitalmarktanlage ein. Ein Teil des Vermögens muss defensiv investiert werden, wodurch Renditechancen verloren gehen können.

Beim neuen Altersvorsorgedepot können Anlegerinnen dagegen bewusst auf eine Beitragsgarantie verzichten und beispielsweise breit gestreut über Aktienfonds oder ETFs investieren. Damit steigt zwar das Risiko zwischenzeitlicher Verluste, zugleich kann das Vermögen stärker an der langfristigen Entwicklung der Kapitalmärkte teilhaben.

Wer die Anlage nicht selbst steuern möchte, kann das vorgesehene Standarddepot nutzen. Dabei wird das Kapital auf einen chancenorientierten und einen risikoärmeren Fonds verteilt. Nähert sich der Ruhestand, soll das Anlagerisiko schrittweise sinken. Zudem sind die Effektivkosten beim Standarddepot gesetzlich auf maximal ein Prozent pro Jahr begrenzt. Für andere Varianten gilt diese Grenze nicht automatisch.

Ab 45 zählt die individuelle Rechnung

Auch mit 45, 50 oder später kann ein Einstieg sinnvoll sein. Allerdings gewinnt mit zunehmendem Alter der Vergleich mit einem gewöhnlichen privaten ETF-Depot an Bedeutung. Denn neben der staatlichen Förderung muss auch die spätere steuerliche Belastung berücksichtigt werden.

Während der Ansparphase werden Erträge innerhalb des geförderten Depots nicht laufend besteuert und können weiter investiert werden. In der Auszahlungsphase unterliegen die geförderten Zahlungen jedoch grundsätzlich dem persönlichen Einkommensteuertarif. Bei einem privaten ETF-Depot wird dagegen bei einer Veräußerung grundsätzlich nur der erzielte Gewinn besteuert.

Gerade für Frauen ab 45 sollte deshalb nicht allein die Förderung den Ausschlag geben. Entscheidend ist, wie viele Jahre das Kapital noch arbeiten kann, welche Kosten entstehen und welcher Steuersatz im Ruhestand zu erwarten ist. Wer später neben der gesetzlichen Rente weitere steuerpflichtige Einkünfte erzielt, sollte diesen Effekt besonders genau berücksichtigen.

Je kürzer die Ansparphase, desto weniger Zeit haben zudem Förderung und Steuerstundung, um zusätzliche Rendite zu erwirtschaften. Deshalb kann auch eine Kombination sinnvoll sein: Ein Teil der Vorsorge läuft über das geförderte Depot, während zusätzlich flexibel in einem privaten ETF-Depot Vermögen aufgebaut wird.

Riester nicht vorschnell aufgeben

Wer bereits einen Riester-Vertrag besitzt, sollte diesen nicht allein wegen der neuen Möglichkeiten aufgeben. Bei einem förderunschädlichen Wechsel kann das vorhandene geförderte Vermögen grundsätzlich in das neue System übertragen werden, ohne die bisherige Förderung zurückzahlen zu müssen.

Ob das vorteilhaft ist, hängt jedoch vom bestehenden Vertrag ab. Attraktive Garantiezinsen können ebenso für einen Verbleib sprechen wie hohe Kinderzulagen bei geringem Eigenbeitrag. Hohe Abschluss-, Verwaltungs- oder Fondskosten sowie eine sehr defensive Anlage können einen Wechsel dagegen interessanter machen.

Vor einem Wechsel lohnt es sich deshalb, die Konditionen des bestehenden Riester-Vertrags genau mit denen des neuen Altersvorsorgedepots zu vergleichen. Neben den Gesamtkosten spielen die verfügbaren ETFs und Fonds, die mögliche Aktienquote, Anpassungsmöglichkeiten sowie die Bedingungen der späteren Auszahlung eine Rolle. Das Altersvorsorgedepot ist nicht automatisch günstig oder passend, nur weil es mehr Freiheiten eröffnet.

Renditechancen und Sicherheit ausbalancieren

Der Verzicht auf eine Garantie bringt stärkere Kursschwankungen mit sich. Bei einem ausreichend langen Anlagehorizont muss das kein grundsätzliches Problem sein. Allerdings sollten Aktienquote und Anlageauswahl zur persönlichen Risikobereitschaft und zur verbleibenden Zeit bis zum Ruhestand passen.

Auch ETF ist nicht gleich ETF. Ein breit gestreuter Welt-ETF unterscheidet sich hinsichtlich Diversifikation und Risiko deutlich von einem Branchen-, Themen- oder Länder-ETF. Einige Jahre vor der geplanten Entnahme kann es zudem sinnvoll sein, das Risiko schrittweise zu reduzieren. Beim Standarddepot soll diese Anpassung automatisch erfolgen.

Daneben bleibt finanzielle Flexibilität wichtig. Da das Altersvorsorgedepot zweckgebunden ist, lässt sich nicht jederzeit frei auf das Kapital zugreifen, ohne möglicherweise Förderungen oder steuerliche Vorteile zu verlieren. Eine ausreichende Liquiditätsreserve sollte deshalb bestehen bleiben.

Das Altersvorsorgedepot erweitert die Möglichkeiten der geförderten Altersvorsorge deutlich. Gerade für Frauen ab 45 ist es jedoch weder automatisch die bessere Riester-Rente noch grundsätzlich einem privaten ETF-Depot überlegen. Entscheidend bleibt die individuelle Rechnung aus Förderung, Kosten, Steuern, Anlagehorizont und persönlichem Sicherheitsbedürfnis.

Über Katharina Dauenhauer:

Katharina Dauenhauer ist unabhängige Honorar-Finanzanlagenberaterin, Mentorin für Vermögensaufbau für Frauen und Gründerin der Dauenhauer Consulting GmbH. Mit ihrer Erfahrung im Bankwesen, in der Lehre und Beratung vermittelt sie Finanzwissen verständlich und praxisnah. Ihr Schwerpunkt liegt auf der finanziellen Beratung von Frauen ab 45. Zudem ist sie Autorin des Buches "Jetzt oder nie - Investieren für Frauen ab 45+". Weitere Informationen: https://katharinadauenhauer.com/

Pressekontakt:

Dauenhauer Consulting GmbH Vertreten durch: Katharina Dauenhauer mailto:kontakt@katharinadauenhauer.com https://katharinadauenhauer.com/

Ruben Schäfer E-Mail: mailto:redaktion@dcfverlag.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/183078/6353937 OTS: Katharina Dauenhauer


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Katharina Dauenhauer
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