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https://ots.de/nsDTcM
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München (ots) - Weltweit sind fast die Hälfte der zivilen Opfer von Landminen
und explosiven Kriegsresten Kinder. 2024 wurden über 1700 Kinder in 34 Ländern
durch Landminen und Munitionsreste verletzt oder getötet. Der zunehmende Einsatz
von Landminen ist eine brutale Missachtung der Kinderrechte. Zugleich gerät das
internationale Minenverbot immer stärker unter Druck: Länder, die nicht dem
Landminen-Verbotsvertrag, der sogenannten Ottawa-Konvention, angehören, haben
die Produktion und den Einsatz von Landminen verstärkt. Zudem haben sich mehrere
Vertragsstaaten aus dem Verbotsabkommen zurückgezogen oder es ausgesetzt. Darauf
weisen die SOS-Kinderdörfer anlässlich des Weltkindertags am 20. September hin.
"Landminen lauern oft jahrzehntelang im Boden. Millionen Kinder wachsen heute in
einem explosiven Umfeld auf und laufen Gefahr, getötet oder schwer verletzt zu
werden. Die internationale Gemeinschaft muss sich der weiteren Aushöhlung des
Verbotsvertrags entschieden entgegenstellen und dafür sorgen, dass die Opfer
langfristig die Hilfe bekommen, die sie brauchen", sagt Boris Breyer,
Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer.
Kinder stellen häufig die Mehrheit der Opfer
Rund 90 Prozent aller Landminen-Opfer sind Zivilisten und Zivilistinnen. Die
Waffen liegen auf Straßen und Feldern, in Schulen und in Wohnhäusern. Sie
erschweren den Zugang zu Nahrungsmitteln und Wasser und gefährden den
Transitverkehr. 2024 erreichte die Zahl der registrierten Opfer mit 6279
getöteten oder verletzten Menschen den höchsten Stand seit 2020. In vielen
Ländern machen Kinder einen erheblichen Anteil der Opfer aus, teils stellen sie
die Mehrheit. Gemäß dem ,Landmine and Cluster Munition Monitor' gibt es weit
mehr Verletzte als Tote. Betroffene Kinder und Erwachsene sind oft ihr Leben
lang auf medizinische Versorgung, Hilfsmittel und psychosoziale Unterstützung
angewiesen. Die internationale Opferhilfe belief sich 2024 auf 31,3 Millionen
Euro, innerhalb eines Jahres ist sie um 23 Prozent gekürzt worden.
Landminen machen den Alltag für Kinder lebensgefährlich
- In keiner anderen Region waren im letzten Jahr so viele Länder von
Kontamination betroffen wie in Subsahara-Afrika. Eines der 14 Länder ist der
Südsudan, nirgends sonst sind so viele Jungen und Mädchen durch Landminen und
Munitionsreste verstümmelt oder getötet worden. Gemäß dem ,Landmine and Cluster
Munition Monitor' lag ihr Anteil bei 90 Prozent. In Nachbarland Sudan waren es
66 Prozent.
- Afghanistan ist weltweit eines der am meisten von Landminen und
Munitionsresten kontaminierten Länder. 2025 machten Kinder mit 66 Prozent den
Großteil der Landminen-Opfer aus. Das afghanische Gesundheitssystem ist durch
den jahrelangen Krisenmodus extrem instabil, so dass die überlebenden Kinder
kaum Zugang zu medizinischer Versorgung, Rehabilitationsmaßnahmen und
psychosozialer Unterstützung haben.
- Die Ukraine ist mit dem weitreichendsten Einsatz von Antipersonen-Minen seit
Jahrzehnten konfrontiert. In den ersten drei Kriegsjahren sind über 1150
Zivilisten und Zivilistinnen durch Minen getötet oder verletzt worden, darunter
viele Kinder. Insgesamt wurden mindestens 3946 Kinder seit Februar 2022 getötet
oder verletzt. Laut Schätzungen belaufen sich die Kosten für die Minen-Räumung
auf 30 Milliarden Euro.
So helfen die SOS-Kinderdörfer
Die SOS-Kinderdörfer machen sich weltweit für die Einhaltung der Kinderrechte
stark. In Krisengebieten leistet die Hilfsorganisation humanitäre Hilfe, dazu
gehört etwa auch die medizinische und psychosoziale Erstversorgung von
verletzten und kriegstraumatisierten Kindern und Jugendlichen. Speziell in der
Ukraine führen die SOS-Kinderdörfer für Kinder und Studierende
Minen-Sicherheitstrainings durch.
Pressekontakt:
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Boris Breyer
Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0160 - 984 723 45
E-Mail: mailto:boris.breyer@sos-kd.org
http://www.sos-kinderdoerfer.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/1658/6353942
OTS: SOS-Kinderdörfer weltweit e.V.
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