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Straubing (ots) - Deutschlands Krankenkassen stehen trotz Milliardenüberschuss
weiter unter erheblichem Kostendruck: Die Leistungsausgaben stiegen im ersten
Halbjahr 2026 um 7,4 Prozent, während höhere Beiträge vor allem dazu dienten,
die Reserven wieder aufzufüllen. Für Arbeitgeber wird das gleich doppelt
relevant, denn auch sie tragen die Krankenversicherungsbeiträge inklusive
Zusatzbeitrag zur Hälfte.
"Ob Obstkorb oder Tankgutschein - viele klassische Benefits haben kaum noch
echten Differenzierungswert. Gesundheitsleistungen bieten dagegen einen
Mehrwert, den Beschäftigte im Alltag tatsächlich spüren", sagt Georg Soller, der
knapp 2.000 Arbeitgeber mit über 40.000 versicherten Mitarbeitern betreut.
Nachfolgend erfahren Sie, warum Gesundheitsleistungen für Unternehmen zunehmend
interessanter werden, welche Möglichkeiten Arbeitgeber haben und wie sich
Gesundheitsbenefits sinnvoll in eine langfristige Strategie zur
Mitarbeiterbindung integrieren lassen.
Steigende Gesundheitskosten treffen auch Arbeitgeber
Höhere Krankenkassenbeiträge erhöhen unmittelbar die Lohnnebenkosten.
Gleichzeitig können Unternehmen indirekt belastet werden, wenn Beschäftigte
lange auf eine Diagnose oder Behandlung warten. Gerade bei Fachärzten sind
Wartezeiten von mehreren Wochen keine Seltenheit. Verzögert sich dadurch die
Behandlung, können auch krankheitsbedingte Fehlzeiten länger ausfallen. "Die DAK
hat für 2024 einen Anstieg der Fehlzeiten von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr
dokumentiert. Ein Ausfalltag kostet Unternehmen zwischen 300 und 600 Euro in
verlorener Produktivität", sagt Georg Soller.
Die Kostenentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung können Arbeitgeber
kaum beeinflussen. Sie können jedoch zusätzliche Gesundheitsleistungen anbieten
und damit den Zugang zur medizinischen Versorgung verbessern. Eine Möglichkeit
ist die betriebliche Krankenversicherung (bKV). Dabei bleiben Beschäftigte
gesetzlich versichert, erhalten über ihren Arbeitgeber aber zusätzliche
Leistungen.
Je nach Tarif kann der Schutz Leistungen umfassen, die sonst häufig mit einer
privaten Absicherung verbunden sind. Dazu zählen etwa schnellere
Facharzttermine, Chefarztbehandlungen und Einbettzimmer im Krankenhaus sowie
zusätzliche Leistungen für Zahnersatz oder Sehhilfen. Auch psychologische
Beratungsangebote können eingeschlossen sein.
Schnellere Behandlung kann Fehlzeiten verkürzen
Für Beschäftigte zeigt sich der Wert eines solchen Benefits vor allem dann, wenn
sie medizinische Hilfe benötigen. Statt mehrere Wochen auf einen Facharzttermin
zu warten, können bestimmte Angebote einen schnelleren Zugang ermöglichen.
Erkrankungen lassen sich dadurch möglicherweise früher diagnostizieren und
behandeln.
Davon kann auch der Arbeitgeber profitieren. Ein krankheitsbedingter Ausfall
verursacht nicht nur Kosten durch die Entgeltfortzahlung. Häufig müssen Kollegen
Aufgaben übernehmen, Termine werden verschoben oder Projekte verzögern sich.
Können Beschäftigte schneller behandelt werden und früher an ihren Arbeitsplatz
zurückkehren, lassen sich solche Folgekosten reduzieren.
Hinzu kommt, dass betriebliche Gruppenverträge unter bestimmten Voraussetzungen
ohne individuelle Gesundheitsprüfung angeboten werden können. Dadurch können
auch Beschäftigte mit Vorerkrankungen Zugang zu zusätzlichen Leistungen
erhalten. Ob der Schutz unmittelbar greift und bereits laufende Behandlungen
umfasst, hängt allerdings vom jeweiligen Tarif ab.
Mehr Leistung für das eingesetzte Budget
Neben der medizinischen Versorgung spielt die steuerliche Gestaltung eine Rolle.
Gesundheitsleistungen können unter den geltenden Voraussetzungen als Sachbezug
steuer- und sozialversicherungsfrei gewährt werden. Für den Arbeitgeber stellen
die entsprechenden Aufwendungen grundsätzlich Betriebsausgaben dar.
Damit kann ein Gesundheitsbenefit wirtschaftlich anders wirken als eine
Gehaltserhöhung. Soll ein bestimmter Betrag zusätzlich netto beim Beschäftigten
ankommen, muss das Unternehmen wegen Steuern und Sozialabgaben einen deutlich
höheren Bruttobetrag aufbringen. Bei einem begünstigten Sachbezug kann dagegen
ein größerer Anteil des eingesetzten Budgets unmittelbar als Leistung beim
Mitarbeiter ankommen.
Allerdings sollte die Entscheidung nicht allein von steuerlichen Vorteilen
abhängen. Entscheidend ist, ob die angebotenen Leistungen zur Belegschaft passen
und einen erkennbaren Nutzen bieten.
Gesundheit wird zum Instrument der Mitarbeiterbindung
Viele klassische Benefits haben inzwischen an Differenzierungskraft verloren.
Gutscheine, Jobrad oder kostenlose Getränke können weiterhin attraktiv sein,
gehören in vielen Unternehmen aber längst zum Standard. Gesundheitsleistungen
unterscheiden sich davon vor allem dadurch, dass ihr Nutzen in einer konkreten
Belastungssituation sichtbar wird.
Wer kurzfristig einen Facharzt benötigt, Unterstützung bei psychischen
Belastungen sucht oder vor einer kostspieligen Zahnbehandlung steht, nimmt einen
zusätzlichen Versicherungsschutz unmittelbar wahr. Das kann die Bindung an den
Arbeitgeber stärken. Zugleich lässt sich ein klar definierter Gesundheitsbenefit
auch im Recruiting vermitteln, weil Bewerber den persönlichen Mehrwert leicht
nachvollziehen können.
Damit dieser Effekt langfristig trägt, sollte die bKV allerdings nicht als
isolierte Zusatzleistung betrachtet werden. Unternehmen sollten prüfen, welche
Leistungen für ihre Belegschaft relevant sind und wie sich das Angebot in die
bestehende Personalstrategie einfügt. Ebenso wichtig ist eine verständliche
Kommunikation, denn Beschäftigte müssen wissen, welche Leistungen ihnen zur
Verfügung stehen und wie sie diese nutzen können.
Gesundheitsbenefits lösen weder den Kostendruck der Krankenkassen noch den
Fachkräftemangel. Sie ermöglichen Unternehmen jedoch, zumindest bei der
Versorgung ihrer Beschäftigten selbst aktiv zu werden. Beschäftigte erhalten
Zugang zu zusätzlichen medizinischen Leistungen, während Arbeitgeber ihre
Position bei Mitarbeiterbindung und Recruiting stärken und zugleich die Folgen
langer krankheitsbedingter Ausfälle begrenzen können. Damit wird Gesundheit
zunehmend zu einem strategischen Bestandteil moderner Personalpolitik. Kein
Mitarbeiter verlässt freiwillig einen Arbeitgeber, der ihm Privatpatientenstatus
schenkt - weil dieser Status täglich wirkt, nicht nur ein Mal im Jahr beim
Gehaltszettel.
Über Georg Soller:
Georg Soller ist Gründer und CEO der Georg Soller Unternehmensgruppe, die sich
auf Unternehmensversicherungen, Beratung und Mitarbeiterbenefits spezialisiert
hat. Sein Fokus liegt auf digitalen, transparenten und individuellen
Absicherungskonzepten für Unternehmen. Mit strukturierten Lösungen und
branchenspezifischen Modellen unterstützt er Firmen dabei, Risiken zu minimieren
und Prozesse effizient zu steuern. Weitere Informationen unter:
https://www.georgsoller.de/
Pressekontakt:
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Ruben Schäfer
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