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Teltow (ots) - Pizza Hut war lange eine Erfolgsgeschichte im Franchise. Heute
kämpft die Traditionsmarke mit sinkenden Verkäufen und schließt Hunderte
Standorte. Dabei wird deutlich, dass ein Konzept, das jahrzehntelang
funktioniert hat, nicht automatisch zukunftsfähig bleibt.
Gerade erfolgreiche Franchises laufen Gefahr, notwendige Veränderungen zu spät
anzustoßen. Entscheidend ist, dass neue Anforderungen schnell in funktionierende
Abläufe für das gesamte System übersetzt werden. Nachfolgend erfahren Sie, woran
Franchisegeber erkennen, dass ihr Konzept an Wettbewerbsfähigkeit verliert,
welche Fehler Wachstum gefährden und wie sich ein bestehendes System rechtzeitig
weiterentwickeln lässt.
Wenn nicht mehr nur einzelne Standorte schwächeln
Schlechte Ergebnisse einzelner Betriebe müssen noch kein grundsätzliches Problem
des Franchisekonzepts bedeuten. Standort, lokale Konkurrenz oder operative
Fehler können dafür verantwortlich sein. Kritischer wird es, wenn sich dieselbe
Entwicklung an vielen Stellen gleichzeitig zeigt.
Ein wichtiger Frühindikator sind deshalb die systemweiten Vergleichsumsätze.
Gehen diese über mehrere Quartale im gesamten Netz zurück, spricht vieles für
ein strukturelles Problem. Zusätzlich lohnt der Blick auf die Kundenfrequenz.
Sinkt sie unabhängig von kurzfristigen Rabatten und Aktionen, verliert das
Angebot möglicherweise an Relevanz.
Auch Entwicklungen innerhalb des Franchisesystems liefern Hinweise. Bewerben
sich weniger Interessenten um neue Lizenzen oder verlängern bestehende Partner
ihre Verträge seltener, sollte der Franchisegeber genauer hinsehen. Schließlich
entscheiden Franchisenehmer auf Grundlage ihrer wirtschaftlichen Perspektive, ob
sie weiterhin in das Konzept investieren möchten.
Hinzu kommt die Rentabilität der Betriebe. Selbst stabile Umsätze können über
Probleme hinwegtäuschen, wenn gleichzeitig die Margen schrumpfen. Steigen etwa
Personal-, Waren-, Plattform- oder Lieferkosten stärker als die Erlöse, verliert
das Geschäftsmodell für die Partner zunehmend an Attraktivität.
Langjähriger Erfolg kann Veränderungen erschweren
Gerade etablierte Systeme stehen vor einem besonderen Problem: Was über viele
Jahre funktioniert hat, wird häufig nur weiter optimiert, anstatt grundsätzlich
hinterfragt zu werden. Währenddessen verändern sich die Erwartungen der Kunden.
Digitale Bestellmöglichkeiten, Lieferplattformen und eine höhere
Preissensibilität stellen Geschäftsmodelle vor neue Anforderungen.
Mit der Größe eines Franchisesystems steigt zugleich die Komplexität notwendiger
Anpassungen. Neue Produkte, Prozesse oder Preismodelle betreffen zahlreiche
wirtschaftlich eigenständige Partner. Viele haben erhebliche Summen in ihre
Standorte investiert und betrachten größere Veränderungen deshalb zunächst auch
als Risiko.
Franchisegeber müssen ihre Partner daher frühzeitig einbinden, Entscheidungen
nachvollziehbar erklären und wirtschaftliche Auswirkungen transparent machen.
Ein funktionierender Franchisebeirat kann dabei helfen, unterschiedliche
Interessen zusammenzuführen. Fehlen solche Strukturen, drohen lange interne
Abstimmungen, während Wettbewerber schneller reagieren.
Hinzu kommt, dass Finanzkennzahlen Veränderungen häufig erst mit Verzögerung
sichtbar machen. Ein System kann noch profitabel erscheinen, obwohl Kunden
bereits häufiger zur Konkurrenz wechseln. Bis sich diese Entwicklung deutlich in
den Umsätzen niederschlägt, können Marktanteile dauerhaft verloren gehen.
Neue Konzepte zuerst im Kleinen testen
Besteht Anpassungsbedarf, sollte nicht das gesamte Netzwerk gleichzeitig
umgestellt werden. Sinnvoller ist es, neue Produkte, Standortkonzepte oder
Prozesse zunächst in wenigen ausgewählten Betrieben zu testen. Zeitraum und
Erfolgskennzahlen sollten bereits vor dem Start feststehen. So lässt sich mit
überschaubarem Risiko prüfen, was in der Praxis funktioniert.
Dabei sollten Franchisenehmer nicht nur über Neuerungen informiert, sondern
aktiv in die Entwicklung einbezogen werden. Testpartner kennen die Abläufe im
Tagesgeschäft und können früh auf Schwierigkeiten hinweisen. Zugleich können sie
später als Multiplikatoren dienen und die Akzeptanz innerhalb des Netzwerks
erhöhen.
Nach einer erfolgreichen Pilotphase bietet sich ein gestufter Rollout an.
Zunächst können Standorte folgen, die über ausreichende operative Kapazitäten
verfügen. Schulungen, genügend Vorlauf für notwendige Investitionen und klare
wirtschaftliche Ziele erleichtern anschließend die Übertragung auf weitere
Betriebe.
Parallel müssen neue Standards dokumentiert werden. Das Franchisehandbuch sollte
deshalb mit der praktischen Weiterentwicklung Schritt halten. Berühren
Anpassungen vertragliche Regelungen, müssen zudem die rechtlichen Auswirkungen
geprüft werden.
Anpassungsfähigkeit wird zum Erfolgsfaktor
Auch nach dem Rollout müssen Franchisegeber messen, ob eine Veränderung
tatsächlich die gewünschten Ergebnisse erzielt. Neben Umsatz und Kundenfrequenz
spielen dabei Rentabilität, operative Umsetzbarkeit und Rückmeldungen der
Partner eine wichtige Rolle.
Gerade große Franchisesysteme stehen vor einem Balanceakt: Einerseits benötigen
sie einheitliche Standards, andererseits müssen sie schnell auf veränderte
Marktbedingungen reagieren können. Frühere Erfolge schützen dabei weder vor
neuen Wettbewerbern noch vor veränderten Kundenbedürfnissen oder steigenden
Kosten.
Entscheidend ist deshalb, Warnsignale früh zu erkennen und Anpassungen
strukturiert zu erproben. Zukunftsfähig bleibt ein Franchisesystem nicht
bestehen, indem es möglichst lange am Bewährten festhält, sondern indem es
Veränderungen rechtzeitig in funktionierende Standards für das gesamte Netzwerk
übersetzt.
Über Jana Jabs:
Jana Jabs ist Franchise-Expertin und begleitet Unternehmen bereits seit mehr als
zehn Jahren beim Aufbau einer digitalen Wissenssammlung. Als Franchise-Beraterin
unterstützt sie Unternehmer dabei, ein nachhaltiges Franchise-System aufzubauen
und ihr Business-Wissen digital als Handbuch abzubilden und allen Mitarbeitern
zur Verfügung zu stellen. Weitere Informationen dazu unter:
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Vertreten durch: Jana Jabs und Eugen Marquard
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