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Berlin (ots) - Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) veröffentlicht ein
Positionspapier von Michael Ranft und Ulrich Wendte zur fachlichen
Pflegebegleitung
Der im Referentenentwurf zur Neuordnung der Pflegeversicherung (PNOG)
vorgesehene Anspruch auf fachliche Pflegebegleitung bietet eine wichtige Chance,
die häusliche Pflege nachhaltig zu stärken. Nach Einschätzung von Michael Ranft,
Kurator im Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) und Vizepräsident des DRK
Landesverbandes Berliner Rotes Kreuz, zuvor Staatssekretär für Gesundheit,
Soziales und Integration im Brandenburger Sozialministerium, sowie Ulrich
Wendte, Leiter des Referates "Pflegepolitik, Betreuungs- und Heimrecht" im
Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Brandenburg, sollte dieses
Potenzial in der aktuellen Debatte deutlich stärker berücksichtigt werden. In
einem entsprechenden Positionspapier, das vom KDA veröffentlicht wurde,
definieren die Autoren Anforderungen an eine effiziente pflegefachliche
Begleitung und beschreiben, wie sie organisiert werden könnte.
Pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen benötigen mehr als Beratung zu
einzelnen Leistungsansprüchen. Erforderlich sei eine niedrigschwellige,
kontinuierliche und ganzheitliche Begleitung, die sich an der konkreten
Lebenssituation orientiert, schreiben Ranft und Wendte. Sie sollte
pflegefachliche, sozialrechtliche und sozialarbeiterische Kompetenzen verbinden
und auch Fragen des Alltags einbeziehen, etwa zu Mobilität, Einsamkeit,
Unterstützung im Haushalt oder zur Organisation medizinischer Versorgung.
Angebote verbinden, Effektivitätspotential heben
Eine regional einheitliche Pflegebegleitung mit einer zentralen Ansprechperson
könnte zudem die bislang vielfach fragmentierten Beratungsstrukturen besser
miteinander verbinden und vorhandene Ressourcen gezielter einsetzen.
Besondere Chancen sehen sowohl die Autoren als auch Dr. Alexia Zurkuhlen,
Vorständin des KDA, in einer stärkeren kommunalen Verantwortung. "Mit einer
Verankerung der pflegefachlichen Begleitung in Netzwerken auf kommunaler Ebene
kann die Maßnahme ihr Potential optimal entfalten", erklärte Zurkuhlen. Dies
gelte nicht nur für die Versorgung der pflegebedürftigen Menschen und die
Entlastung ihrer Angehörigen, sondern auch für Effektivitätsgewinne, die gehoben
werden könnten.
Wird Pflegebegleitung mit Altenhilfe sowie kommunaler Pflege-, Gesundheits- und
Sozialplanung verknüpft, so heißt es auch im Papier, können
Unterstützungsbedarfe früher erkannt, Angebote besser koordiniert und
Versorgungslücken gezielt bearbeitet werden. Perspektivisch könnte die
Pflegebegleitung insbesondere in ländlichen und unterversorgten Regionen ein
Baustein interprofessioneller Primärversorgungsstrukturen werden.
Implementierungsstrategie und verlässliche Infrastruktur
Der PNOG-Entwurf lässt nach Einschätzung der Autoren wesentliche Fragen zur
Implementierung noch offen. Dazu gehörten ein realistischer Zeitplan, eine
auskömmliche Finanzierung, eine bundesweit abgestimmte Qualifizierungsstrategie
sowie eine gemeinsam von Bund, Ländern, Kommunen, Pflegekassen und weiteren
Beteiligten getragene Implementationsstrategie. Ohne diese würden mehr Risiken
als Chancen in dem Ansatz der Pflegebegleitung stecken.
Eine fachlich sinnvolle Umsetzung solle deshalb nicht vor dem 1. Januar 2029
angestrebt werden, lautet eine der Empfehlungen von Ranft und Wendte. Auch die
vorgesehene Jahrespauschale von 146 Euro je häuslich versorgter
pflegebedürftiger Person sollte auf ihre tatsächliche Angemessenheit überprüft
werden, so die Autoren. Entscheidend sei aber nicht allein die Finanzierung
einzelner Beratungsleistungen, sondern insbesondere eine verlässliche
Infrastruktur, die eine individuell bedarfsgerechte Begleitung ermöglicht.
Zum Positionspapier (https://kda.de/wp-content/uploads/2026/09/Ranft_Wendte_Chan
cen-der-Pflegebegleitung_September-2026-1.pdf)
Über das KDA (https://kda.de/)
Pressekontakt:
Solveig Giesecke
Pressesprecherin des Kuratoriums Deutsche Altershilfe Wilhelmine-Lübke-Stiftung
e.V.
Tel.: +49 30 / 2218298 - 58
Mail: solveig.giesecke@kda.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/155541/6354048
OTS: Kuratorium Deutsche Altershilfe Wilhelmine Lübke Stiftung
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