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Berlin (ots) - Vor sehr langer Zeit gab es mal einen allgemein verlachten
Schnulzenhit, in dessen Refrain F.R.David die Zeile sang "Words don't come
easy". Es war natürlich ein Liebeslied, und es ging um Sehnsucht, Unsicherheit
und die Angst vor Missverständnissen. Jetzt ist das Lied plötzlich ein Kommentar
aus der Kulturindustrie für die Kulturindustrie.
Der US-Rapper Macklemore hat nur zwei Worte gebraucht, um aus der US-Tour des
britischen Superstars Ed Sheeran ausgeschlossen zu werden: "Free Palestine". Wie
so oft bei diesem Thema ist der Kontext egal, es kickt und klickt zu gut. Die
Stadionbesitzer meinten, durch diese beiden Worte fühlten sich jüdische Menschen
"verletzt". Aber was hat Macklemore überhaupt gemeint? Dass die Hamas aus
Palästina verschwinden soll? Oder Israels Armee? Die PLO oder israelische
Siedler oder alle zusammen? Unklar. Allerdings ist Macklemore zum Thema schon
mehrmals ziemlich dumm aufgefallen, worauf die Veranstalter verwiesen.
Macklemore sagt, er wollte in Sheerans Vorprogramm vor allem deshalb auftreten,
um diese beiden Worte zu sagen, "die mir sehr am Herzen liegen". Weil er das
nicht mehr kann, haben nun weitere Künstler, die für Sheeran als Support
auftreten sollten, erklärt, nicht mehr mitmachen zu wollen: Finneas O'Connell
(der Bruder von Billie Eilish), Lukas Graham, Aaron Rowe und die Band Beog.
Nun steht Ed Sheeran blöd da. Macklemore ist angeblich sein Freund, für den er
aber nichts getan hat oder tun wollte. Zwei Wörter und nichts ist mehr easy.
Ideologiekritik funktioniert also doch. Doch Sheeran, der wie F.R. David nah an
der Schnulze singt, möchte unpolitisch wirken, seine Meinung für sich behalten.
Vielleicht ist das sogar besser so.
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