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Köln (ots) - Neue repräsentative Lifta Index-Studie des Instituts für Demoskopie
Allensbach zeigt, wie Menschen ab 55 Jahren ihr Älterwerden erleben - 93 Prozent
wollen möglichst lange eigenständig leben - Wunsch nach Unabhängigkeit kann es
zugleich erschweren, Hilfe anzunehmen
Wie erleben Menschen ihr eigenes Älterwerden - und was macht für sie ein gutes
Leben im Alter aus? Die neue Lifta Index-Studie des Instituts für Demoskopie
Allensbach im Auftrag von Lifta zeichnet ein differenziertes und in vielen
Punkten positiveres Bild des Älterwerdens, als es die öffentliche Debatte häufig
vermuten lässt. Für 42 Prozent der Menschen ab 55 Jahren überwiegen persönlich
die schönen Seiten des Alters, nur 17 Prozent sehen vor allem die negativen
Seiten. Für viele andere ist das Bild nicht eindeutig - positive und negative
Erfahrungen stehen nebeneinander.
Für die repräsentative Studie wurden über 1000 Menschen ab 55 Jahren
mündlich-persönlich befragt und ergänzend 15 qualitative Tiefeninterviews
geführt. Im Mittelpunkt steht das persönliche Erleben des Älterwerdens - von
Lebensqualität und Selbstständigkeit über das eigene Zuhause und soziale
Beziehungen bis zu Gesundheit und Mobilität.
Selbstständig leben ist wichtiger als alles andere
Was Menschen für ein gutes Leben im Alter am wichtigsten ist, beantworten die
Befragten bemerkenswert eindeutig: 93 Prozent möchten möglichst lange
eigenständig leben können. Fast ebenso wichtig ist ihnen, körperlich und geistig
fit zu bleiben: 87 Prozent nennen dies als besonders wichtig. Damit heben sich
Selbstständigkeit und Gesundheit deutlich von den weiteren genannten Aspekten
ab, u.a. von finanzieller Sicherheit, einer guten medizinischen Versorgung und
dem Wunsch, nicht einsam zu sein.
"Die Lifta Index-Studie zeigt das ausgeprägte Bedürfnis der Generation 55 plus,
solange und soweit wie möglich das eigene Leben autonom gestalten zu können.
Grundvoraussetzungen dafür sind neben einer guten körperlichen und geistigen
Gesundheit, ein enges Netz an sozialen Beziehungen sowie ausreichende
finanzielle Ressourcen. Je besser diese Voraussetzungen gegeben sind, desto
positiver fällt die Bilanz der derzeitigen Lebenssituation aus. Umgekehrt nimmt
das Gefühl von Belastungen und Unzufriedenheit zu, je weniger diese Ressourcen
vorhanden sind.", so Projektleiter Michael Sommer vom Institut für Demoskopie
Allensbach.
Wenn Selbstständigkeit das Annehmen von Hilfe erschwert
Wie stark der Wunsch nach Eigenständigkeit das Selbstbild prägt, zeigt sich auch
dort, wo Unterstützung notwendig wird. Fast jedem zweiten fällt es schwer,
andere um Hilfe zu bitten. Als Gründe nennen fast drei Viertel von ihnen, dass
sie anderen nicht zur Last fallen wollen; sieben von zehn sind es gewohnt,
allein klarzukommen. Auch der Wunsch, Probleme selbst zu lösen und nicht schwach
oder unselbstständig zu erscheinen, spielt eine Rolle.
Damit wird ein Spannungsverhältnis sichtbar: Gerade der ausgeprägte Wunsch nach
Selbstständigkeit kann den Umgang mit eigener Hilfsbedürftigkeit erschweren.
"Die Generation 55+" gibt es nicht
Die Studie macht zugleich deutlich, wie wenig das kalendarische Alter allein
darüber aussagt, wie Menschen ihr Älterwerden erleben. So fühlt sich die
Mehrheit der über 55-jährigen im Durchschnitt 7-8 Jahre jünger, als sie
tatsächlich ist. Entscheidend sind vielmehr die jeweiligen Lebensbedingungen.
Besonders deutlich zeigt sich das beim Gesundheitszustand: Von den Befragten mit
guter oder sehr guter Gesundheit sehen 48 Prozent ihren aktuellen
Lebensabschnitt vor allem als Phase neuer Chancen, nur 10 Prozent verbinden ihn
überwiegend mit Beschwerden und Mühen. Bei Menschen mit eher schlechter
Gesundheit kehrt sich das Verhältnis deutlich um: Hier stehen Beschwerden und
Mühen klar im Vordergrund, während nur wenige ihren Lebensabschnitt vor allem
als Phase neuer Chancen erleben. Auch soziale Einbindung und sozioökonomischer
Status machen deutliche Unterschiede.
Das eigene Zuhause als Anker für Selbstständigkeit
Ein weiteres Ergebnis der Lifta Index-Studie: Das eigene Zuhause hat für die
Generation 55+ eine hohe emotionale Bedeutung: Es steht vor allem für
Vertrautheit, Geborgenheit und Sicherheit. 84 Prozent möchten auch künftig dort
wohnen bleiben. Allerdings hält fast jeder Zweite die eigene Wohnung nur für
eingeschränkt altersgerecht und knapp jeder Vierte sogar für gar nicht geeignet,
um dort im Alter leben zu können.
Joachim Geiger, Geschäftsführer Lifta, erklärt:"Seit fast 50 Jahren erleben wir
bei Lifta unmittelbar, was Menschen und ihre Familien beschäftigt, wenn sich das
Leben im Alter verändert. Aus dieser besonderen Nähe zu den Menschen wächst für
uns auch eine unternehmerische Verantwortung: genau hinzuhören und besser zu
verstehen. Diesen Erfahrungen mit der Lifta Index-Studie ein repräsentatives
Bild an die Seite zu stellen, war für uns deshalb ein logischer und konsequenter
Schritt."
Ein Index für die emotionalen Seiten des Älterwerdens
Erstmals bündelt der Lifta Index zentrale Ergebnisse in sechs Dimensionen - vom
Erleben des Älterwerdens über Lebensqualität, Zuhause und Selbstständigkeit bis
zu sozialen Beziehungen, Gesundheit und Mobilität. Damit sollen die emotionalen
Seiten des Älterwerdens künftig vergleichbar und Veränderungen über die Zeit
sichtbar werden.
Die Ergebnisse der Lifta Index-Studie werden zudem aus unterschiedlichen
wissenschaftlichen Perspektiven von Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Prof. Dr. Thomas
Klie und Prof. Dr. Hans-Werner Wahl eingeordnet.
Die vollständige Lifta Index-Studie, weitere Ergebnisse, Grafiken und
Informationen stehen unter https://www.lifta.de/lifta-index-studie zur
Verfügung.
Über die Lifta Index-Studie
Für die Lifta Index-Studie führte das Institut für Demoskopie Allensbach im
Auftrag der Lifta GmbH 1.057 mündlich-persönliche Interviews mit einem
repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 55 Jahren in Deutschland durch.
Über Lifta
Lifta ist Teil der Liftstar Gruppe und seit fast 50 Jahren auf Lösungen für ein
mobiles und selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause spezialisiert. Das Angebot
umfasst Treppenlifte, Hauslifte und Rollstuhllifte. Mit einer Markenbekanntheit
von rund 80 Prozent in der Zielgruppe zählt Lifta zu den bekanntesten Marken der
Branche. Mehr als 250.000 verkaufte Lifte stehen für die langjährige Erfahrung
des Familienunternehmens. 2027 feiert Lifta sein 50-jähriges Bestehen.
Expertenzitate
Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey ist Medizinsoziologin und Gerontologin,
Seniorprofessorin an der Charité - Universitätsmedizin Berlin und
Gründungsvorständin Wissenschaft der Medizinischen Universität Lausitz - Carl
Thiem. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf Alter und Altern, dem
demografischen Wandel und der Versorgung hochbetagterMenschen.
"Viele Babyboomer haben das Hochbetagtwerden ihrer Eltern begleitet. Umso
erstaunlicher ist, wie wenig diese Erfahrung die Vorbereitung auf das eigene
Alter prägt."
"Menschen werden heute deutlich älter, verharren aber vielfach in alten Rollen
und Vorstellungen vom Alter. Für eine Gesellschaft des langen Lebens brauchen
wir deshalb auch neue Rollenmuster und neue Vorstellungen davon, wie Leben im
Alter aussehen kann."
"Noch haben wir zwar den demografischen Wandel, der geht aber in den meisten
Bereichen des Lebens nicht mit einem Lebens- oder Rollenwandel einher."
Prof. Dr. jur. Thomas Klie ist Rechts- und Sozialwissenschaftler und
habilitierter Gerontologe. Er leitet das Forschungsinstitut AGP Sozialforschung
sowie das Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung. Seine
Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Pflege, Teilhabe und Gerontologie.
"Die schwierigste Lektion ist, Abhängigkeit zu akzeptieren und darin
möglicherweise auch besondere existenzielle Erfahrungen von Beziehung, von Sorge
und von Zuwendung zu erhalten oder auch zu geben."
"Die Akzeptanz der mit dem Altern verbundenen Veränderungen ist allerdings kaum
verbunden mit der Akzeptanz von Hilfen."
"Wir leben in mancher Hinsicht in einer alterslosen Altersgesellschaft. Die
Verletzlichkeit des Alters wird tendenziell ausgeblendet."
Prof. Dr. Hans-Werner Wahl ist Psychologe und Seniorprofessor am Netzwerk
Alternsforschung der Universität Heidelberg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen
auf den Bedingungen guten Alterns, dem subjektiven Alternserleben und der
Psychologie der Hochaltrigkeit. Er ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Gerontologie und Geriatrie.
"Mir ist die Ambivalenz und Widersprüchlichkeit des heutigen Alterns in
Deutschland noch nie so deutlich geworden."
"Altern in Deutschland wird immer facettenreicher und eventuell auch immer mehr
zu einer 'normalen' Lebensphase mit vielen Gesichtern."
"Eine 'Kultur des guten Alterns' existiert in Deutschland noch nicht."
Pressekontakt:
Christopher Wirtgen
+49 171 1916408
mailto:wirtgen@cwpr.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/101856/6356224
OTS: Lifta GmbH
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