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Moringen (ots) - Industrielle Prozesswärme stellt einen bedeutenden Anteil des
Energieverbrauchs in der Industrie dar. Sie wird in zahlreichen Branchen
benötigt, darunter die Lebensmittel-, Chemie- und Papierindustrie. Bei
zahlreichen Produktionsprozessen dient Dampf als zentraler Wärmeträger, da er
Wärme gleichmäßig und effizient überträgt und sich besonders für chemische
Reaktionen, Trennverfahren oder Eindampfprozesse eignet. In der Vergangenheit
wurde die bei diesen Prozessen entstehende Abwärme meistens ungenutzt an die
Umgebung abgegeben.
Vor dem Hintergrund steigender Energiekosten, verschärfter Klimaziele und des
wachsenden Bedarfs an einer effizienteren Energienutzung rückt die Rückgewinnung
dieser Abwärme zunehmend in den Fokus. Durch geeignete Technologien kann die
enthaltene Wärme erneut für industrielle Prozesse genutzt werden, wodurch sowohl
der Energieverbrauch als auch die CO2-Emissionen reduziert werden.
Christoph Böhnisch, Geschäftsführer der Piller Blowers & Compressors GmbH,
spricht im Interview über neue Verfahren der Abwärmenutzung durch Verdichtung.
PILLER liefert mit insgesamt elf VapoFlex®-Verdichtern das technologische
Herzstück für eine der weltweit leistungsstärksten industriellen
Wärmepumpenanlagen, die derzeit bei BASF in Ludwigshafen montiert wird. Wie kann
man sich das vorstellen?
Das BASF-Projekt zeigt, wie sich industrielle Abwärme mithilfe der mechanischen
Brüdenverdichtung (Mechanical Vapor Recompression, kurz MVR) wieder für
industrielle Prozesse nutzbar machen lässt. Dabei wird Dampf, der zunächst unter
Unterdruck und auf niedrigem Temperatur- und Druckniveau vorliegt, in mehreren
Verdichtungsstufen angehoben und anschließend in das Dampfnetz zurückgeführt.
Für Planung, Lieferung und Umsetzung der Gesamtanlage ist der österreichische
Anlagenbauer GKT, ehemals GIG Karasek, verantwortlich. Die elf PILLER-Verdichter
sind zentrale Komponenten des sogenannten CompriVAP-Wärmepumpensystems von GKT.
Sie erhöhen den Dampfdruck und gleichzeitig die Temperatur, sodass hochwertiger
Prozessdampf für industrielle Anwendungen entsteht. Damit ermöglichen sie die
kontinuierliche Bereitstellung großer Mengen an CO2-freiem Prozessdampf und
machen vorhandene Abwärme wieder nutzbar. Das Verfahren ist grundsätzlich auf
viele Industrieprozesse übertragbar. Je nach Anwendung variieren die
Anforderungen an Temperatur, Dampfqualität und Verdichtungsstufen.
Herausforderungen sind vor allem der hohe Strom- und Platzbedarf, hohe
Investitionskosten sowie lange Planungszeiten.
Die Gesamtanlage soll jährlich rund 100.000 Tonnen CO2 einsparen. Unter welchen
Voraussetzungen lässt sich das erreichen?
Ein wichtiges Leistungsmerkmal der Gesamtanlage ist der Coefficient of
Performance (COP), der bei etwa 3 für das Gesamtsystem liegt. Der COP beschreibt
das Verhältnis der zurückgewonnenen Wärme zur elektrischen Leistungsaufnahme des
Verdichtungssystems. Im BASF-Projekt werden jährlich rund 500.000 Tonnen Dampf
erzeugt, indem Abwärme durch mehrstufige Verdichtung angehoben und wieder in den
Produktionsprozess eingespeist wird. Dadurch können laut BASF bis zu 100.000
Tonnen CO2 pro Jahr eingespart und die Treibhausgasemissionen der
Ameisensäureproduktion um bis zu 98 Prozent reduziert werden.
Welche Rolle können mechanische Brüdenverdichtung und industrielle
Hochtemperaturwärmepumpen bei der Dekarbonisierung der Chemieindustrie und
anderer energieintensiver Branchen spielen?
Ich sehe die Energiewende als strategische Notwendigkeit, um Europas
Energieunabhängigkeit und Versorgungssicherheit zu stärken. Die Prozessindustrie
verbraucht rund ein Drittel des deutschen Primärenergiebedarfs. Die mechanische
Brüdenverdichtung ist seit Jahren in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie
etabliert und wird zunehmend auch in der Papier- und Chemieindustrie, unter
anderem bei BASF, eingesetzt. Dadurch sinken Energieverbrauch, der Einsatz
fossiler Brennstoffe und CO2-Emissionen. Für Hochtemperaturprozesse ist die
Technologie jedoch nur eingeschränkt geeignet.
Sie blicken jetzt auf ca. 45 Jahre Erfahrung in diesem Bereich zurück. Welche
konkreten Ziele verbindet PILLER mit diesem Geschäftsfeld?
PILLER hat sich auf die mechanische Dampfrückverdichtung (MVR) zur Nutzung
industrieller Abwärme spezialisiert. Die Technologie zählt in diesem
Temperaturbereich zu den effizientesten Verfahren der Rückgewinnung von Abwärme.
Mit der Produktlinie "VapoLine©" bietet PILLER Lösungen für verschiedene
Anwendungen. Rund 90 Prozent des Unternehmensumsatzes entfallen inzwischen auf
Dampfrückverdichtung und industrielle Wärmepumpen, weshalb das Unternehmen seine
internationale Präsenz weiter ausbaut.
Pressekontakt:
N: Kerstin Stumpf-Trautmann
T: +49 17612011255
E: mailto:kerstin.stumpf-trautmann@piller.de
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/183471/6358044
OTS: Piller Blowers & Compressors GmbH
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