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Freiburg/Addis Abeba (ots) - 40 Tonnen Hilfsgüter waren für Flüchtlingscamp
bestimmt - Tigray leidet noch immer an Kriegsfolgen - mehr als eine Million
Binnenflüchtlinge - Allianz gegen äthiopische Regierung droht mit neuem Krieg -
Deutsche Regierung und internationale Gemeinschaft müssen diesen unbedingt
verhindern, fordert Caritas international.
Caritas international verurteilt den Drohnenangriff auf einen Hilfskonvoi der
lokalen Partnerorganisation Caritas Adigrat scharf und fordert die Einhaltung
des humanitären Völkerrechts. "Helfende dürfen nicht Zielscheibe der
Konfliktparteien sein. Die gezielten Attacken auf Hilfsorganisationen müssen
enden. Das humanitäre Völkerrecht muss von allen gewahrt werden", fordert Oliver
Müller, Leiter von Caritas international und Vorstand Internationales, Migration
und Katastrophenhilfe des Deutschen Caritasverbandes.
"Leidtragende dieser Attacke sind auch die über 55.000 Binnenflüchtlinge im Camp
Sheraro, die dringend auf diese Lieferung gewartet haben", erklärt Müller. Durch
den Angriff wurden mehr als 40 Tonnen Mais und Pflanzenöl zerstört, ein
13-jähriges Mädchen und der Fahrer wurden verletzt. "Ich bin sehr froh, dass es
keine Toten gibt", sagt Müller und bekräftigt die Solidarität von Caritas
international mit den äthiopischen und amerikanischen Partnern: "Unsere
Unterstützung für euch geht weiter. Gleichzeitig appellieren wir auch an die
deutsche Regierung, sich für die Einhaltung des humanitären Völkerrechts in
Äthiopien einzusetzen."
Der Angriff ereignete sich in einer Phase, in der der Bundesstaat Tigray noch
immer unter den Folgen des zweijährigen Kriegs von 2020 bis 2022 leidet. Laut
der Diözese Adigrat leben noch immer mehr als eine Million Binnenvertriebene in
Lagern. 1,7 Millionen zurückgekehrte Menschen sind auf humanitäre Hilfe
angewiesen. Die schätzungsweise 400.000 Toten, die der Krieg zwischen der
Regierung und der Befreiungsfront Tigray (TPLF) gekostet hat, sind fast
vergessen. Eine Befriedung des zugrundeliegenden Konflikts hat auch nach dem
2022 unterzeichneten Pretoria Friedensvertrag nie stattgefunden. Aktuell haben
sich verschiedene regionale Milizen - darunter auch die TPLF - zu einer Allianz
zusammengeschlossen. Sie haben den Sturz der Regierung in Addis Abeba als Ziel
ausgerufen und riskieren damit einen erneuten Kriegsausbruch. TPLF-Truppen
halten bereits den Flughafen von Mekelle besetzt.
"Ein neuer Krieg in Äthiopien muss unbedingt verhindert werden. Die deutsche
Regierung und die internationale Gemeinschaft müssen alles tun, damit die
Konfliktparteien zur Vernunft kommen", fordert Oliver Müller. "Gefragt ist ein
Dialog, kein weiterer Krieg. Davon hat die Welt im Augenblick mehr als genug."
Hinweis an die Redaktionen: Lukas Müller, Äthiopien-Referent von Caritas
international, steht für Interviews zur Verfügung.
Caritas international ruft dringend zu Spenden auf: Nothilfe in Äthiopien
(https://www.caritas-international.de/spenden/online/formular?id=ETH2022Q1)
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Caritas international ist das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes. Dieser
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