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Berlin (ots) - Die im Referentenentwurf zum Gesetz zur Neuordnung der
Pflegeversicherung (PNOG) vorgesehene Neuregelung bei zum Verbrauch bestimmten
Pflegehilfsmitteln gefährdet aus Sicht von fünf Verbänden der
Gesundheitswirtschaft die Versorgungssicherheit und den Infektionsschutz in der
häuslichen Pflege. Statt bewährte, zweckgebundene Leistungen abzuschaffen oder
in ein pauschales Entlastungsbudget zu überführen, müsse die Bundesregierung den
Zugang zu Hygiene- und Infektionsschutzmitteln dauerhaft absichern, forderten
der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), der Bundesverband
Medizintechnologie (BVMed), der Deutsche Apothekerverband (DAV), der
Industrieverband Hygiene & Oberflächenschutz (IHO) sowie der Verband
Versorgungsqualität Homecare (VVHC) in einer gemeinsamen Erklärung.
Rund 5,6 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig, der
überwiegende Teil wird zu Hause versorgt. Zum Verbrauch bestimmte
Pflegehilfsmittel wie unter anderem Einmalhandschuhe, Schutzschürzen oder
Desinfektionsmittel ermöglichen dabei grundlegende Hygienestandards und helfen,
Infektionen wirksam zu vermeiden. Die häusliche Pflege ist damit eine tragende
Säule des deutschen Gesundheits- und Pflegesystems.
Nach dem Referentenentwurf soll der bisherige eigenständige
Sachleistungsanspruch für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel entfallen:
Für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 würde der bisherige Zugang wegfallen; für
Pflegegrade 2 bis 5 sollen die Mittel in allgemeine Budgets integriert werden.
Aus Sicht der Verbände droht damit, dass notwendige Hygieneprodukte mit anderen
Unterstützungs- und Haushaltsleistungen um begrenzte Mittel konkurrieren.
Eine Schwächung der Infektionsprävention erhöht das Risiko vermeidbarer
Wundinfektionen, Harnwegsinfektionen, Pneumonien und schwerer
Krankheitsverläufe. Die Folgen sind zusätzliche Arztbesuche,
Krankenhausaufnahmen, höhere Kosten für die Gesetzliche Krankenversicherung
sowie eine wachsende Belastung für pflegende Angehörige und professionelle
Pflegekräfte. Zudem kann ein steigender Antibiotikaeinsatz auf Grund eines
erhöhten Infektionsrisikos die Entwicklung antimikrobieller Resistenzen fördern.
Gerade weil medizinische Versorgung zunehmend in den ambulanten und häuslichen
Bereich verlagert wird, gewinnt ein verlässlicher Infektionsschutz zu Hause
weiter an Bedeutung. Prävention vermeidet nicht nur Leid und gesundheitliche
Risiken, sondern verhindert auch erhebliche Folgekosten für das
Gesundheitssystem.
Die Verbände fordern daher:
- den bestehenden Sachleistungsanspruch für zum Verbrauch bestimmte
Pflegehilfsmittel beizubehalten,
- Pflegehilfsmittel zur Infektionsprävention weiterhin klar zweckgebunden
abzusichern,
- Patientensicherheit und Versorgungssicherheit zum Maßstab der Pflegereform zu
machen,
- Basishygiene und Infektionsschutz als Bestandteil der kritischen Infrastruktur
im Gesundheits- und Pflegesystem anzuerkennen.
Basishygiene ist kein frei verfügbarer Konsumposten, sondern eine zentrale
Voraussetzung für sichere häusliche Pflege. Jeder verhinderte Infektionsfall
bedeutet weniger Belastung für Betroffene und Angehörige, weniger Ausfälle in
der Pflege und geringere Kosten für die Gesundheits- und Pflegeversorgung.
Der Appell von BPI, BVMed, DAV, IHO und VVHC: " Entbürokratisierung und
effizientere Strukturen in der Pflege sind notwendig. Sie dürfen jedoch nicht
zulasten grundlegender Schutzmaßnahmen erfolgen. Der bestehende
Sachleistungsanspruch gewährleistet einen einfachen, niedrigschwelligen und
zielgerichteten Zugang zu den erforderlichen Pflegehilfsmitteln. Eine
Veränderung in der geplanten Form, birgt das Risiko, dass vermeintliche
Einsparungen in das Gegenteil umschlagen. "
Das gemeinsame Positionspapier finden Sie hier
(https://www.bpi.de/bibliothek/publikationen/positionen) .
Medienkontakte der beteiligten Verbände:
Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI)
Hermann Hofmann | mailto:presse@bpi.de
Bundesverband Medizintechnologie e. V. (BVMed)
Manfred Beeres | mailto:beeres@bvmed.de
Deutscher Apothekerverband e. V. (DAV)
Benjamin Rohrer | mailto:b.rohrer@abda.de
Industrieverband Hygiene & Oberflächenschutz (IHO)
Claudia Rinck | mailto:Rinck@iho.de
Verband Versorgungsqualität Homecare e. V. (VVHC)
Norbert Bertram | mailto:N.Bertram@vvhc.info
Pressekontakt:
Hermann Hofmann, Tel. 0176 127909-36, mailto:presse@bpi.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/21085/6358441
OTS: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie
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