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Berlin (ots) -
- DUH-Auswertung zeigt: Privater Pkw-Bestand seit 2019 in knapp 90 Prozent der
105 untersuchten Städte gestiegen; Negativ-Spitzenreiter sind Köln, München
und Duisburg
- 250.000 zusätzliche private Pkw in deutschen Städten verschärfen
Flächenkonkurrenz, erschweren Klimaanpassung und lebenswerte Stadtgestaltung
- DUH fordert flächendeckende Parkraumbewirtschaftung, weniger Pkw-Stellplätze,
Verbot übergroßer SUV in Innenstädten und konsequenten Ausbau von Bus, Bahn,
Rad- und Fußverkehr
Eine Auswertung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) auf Grundlage von
Zulassungsdaten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zeigt: Trotz Klimakrise,
zunehmender Flächenkonkurrenz und dringend notwendiger Klimaanpassung wächst der
Pkw-Bestand in vielen deutschen Städten weiter. Zwischen 2019 und 2026 ist die
Zahl der zugelassenen privaten Pkw in 93 von 105 untersuchten Städten gestiegen.
Damit nahm der private Pkw-Bestand in knapp 90 Prozent der Städte zu. Insgesamt
kamen rund 250.000 zusätzliche Autos hinzu. Besonders stark fiel der Zuwachs in
Köln mit 13.139 zusätzlichen Privatautos aus, knapp gefolgt von München mit
12.934, Duisburg mit 11.263 und Dortmund mit 10.232 neuen Autos. Nur in 12
Städten ist die Anzahl an privaten Pkw zurückgegangen. Die relative Zunahme war
in Oranienburg mit über 11 Prozent am größten, dicht gefolgt von Hanau mit knapp
10 Prozent, Ingolstadt mit rund 8 Prozent sowie Paderborn und Wolfsburg (beide
6,5 Prozent).
Die DUH fordert eine konsequente Mobilitätswende und eine gerechte Neuverteilung
des öffentlichen Verkehrsraums zugunsten von Rad-, Fuß- und öffentlichem
Verkehr. Verkehrsflächen, die heute überwiegend vom Autoverkehr und von
parkenden Pkw beansprucht werden, müssen schrittweise für klimafreundliche
Mobilität und Stadtgrün zurückgewonnen werden. Dafür braucht es insbesondere
eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung und den Abbau von Pkw-Stellplätzen.
Die Umweltorganisation fordert zudem ein Verbot überdimensionierter SUV und
Pick-Ups in Innenstädten.
Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Nach diesem Extremsommer ist
klarer denn je: Wir brauchen weniger Asphalt und Blech und stattdessen mehr
Bäume und entsiegelte, begrünte Flächen im ohnehin knappen öffentlichen Raum.
Mit Autos vollgestopfte Städte sind nicht lebenswert. Städte dürfen Autos nicht
länger durch billiges oder gar kostenloses Parken im öffentlichen Raum
besserstellen. Es gibt kein Recht darauf, sein Privatauto zum Dumpingpreis auf
öffentlichem Grund abzustellen. Wir fordern eine flächendeckende
Parkraumbewirtschaftung und mindestens 360 Euro pro Jahr für einen
Bewohnerparkausweis, bei besonders großen Fahrzeugen deutlich mehr. Auch beim
Kurzzeitparken braucht es eine klare Mindestgebühr: Eine Stunde Parken muss
mindestens so viel kosten wie ein Einzelfahrschein für Bus und Bahn. Diese
Einnahmen müssen gezielt in den Ausbau von Bus und Bahn sowie Rad- und Gehwegen
fließen. Gleichzeitig braucht es einen zuverlässigen, eng getakteten und
bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr mit einer Mobilitätsgarantie und ein
lückenloses Netz sicherer Radwege, um verlässliche, klimafreundliche
Alternativen zu schaffen."
Hintergrund:
Die DUH hat auf Grundlage von Daten des KBA die Entwicklung des privaten
Pkw-Bestands in allen Großstädten (über 100.000 Einwohnende) sowie den jeweils
fünf größten Städten jedes Bundeslandes berechnet. Das KBA weist die Gesamtzahl
sowie die Zahl der gewerblich zugelassenen Pkw je Kommune aus. Aus der Differenz
lässt sich die Zahl der privaten Pkw errechnen.
Links:
- DUH-Auswertung privater Pkw-Bestand in 105 deutschen Städten:
https://l.duh.de/p260925
- Petition "Verkehrswende jetzt!": https://mitmachen.duh....ehrswende/
(https://mitmachen.duh.de/verkehrswende/)
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, mailto:resch@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, mailto:presse@duh.de
http://www.duh.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22521/6358715
OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.
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