|
Leuna (ots) - Durch Skalierung wird Innovation zur Transformation: Wie
angewandte Forschung die Chemieindustrie unterstützen kann.
Zwischen Labor und industrieller Produktion liegen oftmals enorme technische,
finanzielle und regulatorische Risiken. Pilot- und Demonstrationsanlagen
fungieren dabei als verkleinerte Versionen industrieller Anlagen und ermöglichen
es, Technologien unter realitätsnahen Bedingungen auf ihre Umsetzbarkeit,
Effizienz und Marktfähigkeit zu prüfen. Die dabei gewonnenen Daten bilden eine
wichtige Grundlage für die Investition in eine industrielle Produktionsanlage.
Häufig fehlt es jedoch an der geeigneten Chemiewerksinfrastruktur. Bei neuen
chemischen Verfahren, die CO2 oder erneuerbare Ressourcen als Ausgangsstoffe
nutzen, ist diese Lücke noch größer. "In Deutschland und Europa existiert eine
exzellente Grundlagenforschung. Die zentrale Herausforderung liegt dabei weniger
in der Entwicklung neuer Technologien als darin, den Beleg zu schaffen, dass
diese zuverlässig und wirtschaftlich im industriellen Maßstab umsetzbar sind",
sagt Dr. Holger Wondraczek vom Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische
Prozesse CBP. Das Institut beschleunigt den Weg vom Labormaßstab in die
industrielle Realität mit flexibel einsetzbaren Pilotanlagen und
interdisziplinärer Expertise. So können Prozesse unter realen Bedingungen
erprobt und Investitionsentscheidungen mit belastbaren Daten abgesichert werden,
ohne dass es einer eigenen, kostspieligen Anlage bedarf.
"Was wir am Fraunhofer CBP anbieten, ist weltweit nur selten in dieser Form
verfügbar", so Dr. Wondraczek. "Kunden können ihre Prozesse auf unserer
Multi-Purpose-Pilotanlage einbringen oder eigene Demonstrationsanlagen auf
unsere Infrastruktur bauen. Die CBP-Betriebsexperten und -Wissenschaftler kennen
die Fallstricke bei Skalierungsprojekten und unterstützen dabei,
Scale-up-Risiken zu vermeiden und schneller zum Erfolg zu kommen." Wenn die
vorhandene Pilotanlage zum Prozess passt, kann ein Unternehmen praktisch sofort
starten. Auch eine kundeneigene Demonstrationsanlage lässt sich vergleichsweise
schnell realisieren. Für den Kunden Pruvia wurde beispielsweise das
unternehmenseigene thermische Recycling von Kunststoffen im großen Maßstab auf
einer Anlage auf dem Außengelände des Fraunhofer CBP erprobt. Außerdem
entwickelt ein CBP-Schwesterinstitut gemeinsam mit der Mibelle Group eine
neuartige Biotechnologie zur Herstellung palmölfreier Fette aus CO2. Auch diese
wird auf den Anlagen des CBP für die spätere industrielle Anwendung pilotiert.
Die Überführung innovativer Verfahren in den industriellen Maßstab ist auch das
Ziel der Eigenentwicklungen am Fraunhofer CBP. Ein Beispiel ist das
EthaNa-Verfahren zur ganzheitlichen Nutzung von Raps. Dabei wird aus
Rapspresskuchen eine alternative Proteinquelle für die Lebensmittelindustrie
gewonnen.
Auch die Rapsschalen werden einer weiteren Nutzung zugeführt. "Aktuell sind wir
mit potenziellen Anwendern im Gespräch, um diese Forschungsergebnisse in die
industrielle Kommerzialisierung zu bringen", so Dr. Wondraczek. "Neben der
Auftragspilotierung suchen wir proaktiv den Austausch mit Industriepartnern,
insbesondere mit Blick auf regulatorische Anforderungen und neue Märkte für
alternative Proteine, die wir mit unseren entwickelten Verfahren adressieren."
Pressekontakt:
N: Claudia Vorbeck
T: +497119704031
E: mailto:claudia.vorbeck@igb.fraunhofer.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/183485/6358927
OTS: Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CB
P
|