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Berlin (ots) - Die Rentenpunkte für pflegende Angehörige sollen doch nicht
gekürzt werden, so der neue Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) (https:/
/www.nd-aktuell.de/artikel/1201349.regierungsumbildung-ein-hardliner-als-gesundh
eitsminister.html) kürzlich. Wer sich angesichts dieser Ankündigung schon leise
Hoffnungen machte, hier könnte sich in der Sozialpolitik endlich mal irgendetwas
zum Besseren wenden, der muss nun auf den Boden der Tatsachen zurück. Denn der
CDU-Politiker findet die 15 Tage Kinderkrankengeld je Elternteil und Jahr, die
aus der Pandemiezeit stammen, deutlich zu viel. Es sollen wieder zehn Tage sein,
wenn es nach ihm ginge.
Viele Eltern schöpfen die 15 Tage nicht aus. Dass das so ist, hängt vermutlich
auch mit verschiedenen Lebenssituationen zusammen. Es gibt schwerkranke Kinder (
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1164235.kindergesundheit-kinderkliniken-unter-
druck.html) , bei denen auch die dreißig Tage im Jahr von beiden Eltern niemals
reichen. Und Eltern mit geringen Einkommen werden das ebenfalls nicht
ausschöpfen, weil sie entweder im Job sowieso schon unter Druck stehen oder mit
dem geringeren Ausgleich nicht hinkommen. Aber man soll sich auch nichts
vormachen: Wenn fast alle Eltern das Geld vollständig genutzt hätten, wäre das
aus Kostengründen genauso ein Kürzungsgrund.
Zu dem absehbar steigenden finanziellen Druck gerade auf Familien oder
Alleinerziehende mit Kindern durch höhere Zuzahlungen bei Medikamenten (https://
www.nd-aktuell.de/artikel/1202441.sparpolitik-patienten-auf-dem-weg-ins-tal-der-
traenen.html) , beim Wohngeld oder beim Unterhaltsvorschuss käme nun noch das
gekürzte Kinderkrankengeld hinzu. Was bleibt Eltern noch, wenn die zehn Tage um
sind? Überlassen sie die Kinder der Obhut von Nachbarn oder Großeltern, sofern
verfügbar? Nehmen sie den Nachwuchs mit ins Büro oder an die Supermarktkasse?
Wohl eher nicht. Kinder könnten zum Risiko für Arbeitsplatz und Einkommen
werden, das wären die Folgen einer solchen Politik. Oder zum Gesundheitsrisiko
für die ganze Kita oder Schulklasse. Man kann das gut kinder- und
familienfeindlich nennen. Vereinbarkeit als Schlagwort für das Gegenteil rückt
damit wieder ein Stück weiter in die Ferne.
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