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Nürnberg (ots) - Ein immowelt Vergleich der Angebotsmieten von
studententypischen Wohnungen (40 Quadratmeter) mit der BAföG-Wohnpauschale und
dem BAföG-Höchstsatz in 138 ausgewählten deutschen Hochschulstädten zeigt:
- Wohnpauschale zu niedrig: In 82 von 138 untersuchten Hochschulstädten kostet
eine 40-Quadratmeter-Mietwohnung mehr als die BAföG-Wohnpauschale von
monatlich 380 Euro
- Spitzenbelastung: In München ist die Monatsmiete (862 Euro) mehr als doppelt
so hoch wie die Wohnpauschale; selbst der volle BAföG-Höchstsatz (992 Euro)
wird zu 87 Prozent durch die Miete aufgebraucht
- Städte mit Sparpotenzial: Chemnitz, Halle, Bochum und Dortmund bieten gute
Hochschulen und bezahlbare Mieten
- Sachsen ist bundesweit das günstigste Flächenland fürs Studieren, Bayern,
Hessen und Baden-Württemberg sind im Schnitt am teuersten
Studieren mit BAföG wird in vielen deutschen Hochschulstädten zur finanziellen
Herausforderung. In 82 der 138 untersuchten Städte reicht die Wohnpauschale von
380 Euro nicht einmal für die Kaltmiete einer studententypischen Wohnung. In den
teuersten Uni-Städten braucht die Miete sogar mehr als die Hälfte des gesamten
BAföG-Höchstsatzes von 992 Euro auf. Das zeigt eine aktuelle Analyse von
immowelt, in der die Angebotsmieten von Bestandswohnungen (40 Quadratmeter,
Baujahr 1990er-Jahre) mit der BAföG-Wohnpauschale und dem BAföG-Höchstsatz
verglichen wurden.
"Die Lücke zwischen der BAföG-Wohnpauschale und den Mieten für
Studentenwohnungen ist in vielen Hochschulstädten inzwischen enorm", sagt Theo
Mseka, Geschäftsführer von immowelt. "In den teuersten Städten reicht selbst der
gesamte BAföG-Höchstsatz kaum aus, um neben der Miete noch den übrigen
Lebensunterhalt zu bestreiten. Hinzu kommt, dass längst nicht alle Studierenden
den vollen Höchstsatz erhalten. Viele sind deshalb auf einen Nebenjob oder
finanzielle Unterstützung ihrer Familie angewiesen."
Münchner Mieten beanspruchen fast das gesamte BAföG
Nirgendwo ist die Belastung so groß wie in München. Für eine
40-Quadratmeter-Wohnung werden dort durchschnittlich 862 Euro Kaltmiete verlangt
- mehr als das Doppelte der Wohnpauschale. Damit fließen 87 Prozent des
BAföG-Höchstsatzes von 992 Euro allein in die Miete.
Mit deutlichem Abstand folgen Frankfurt am Main (681 Euro) und Stuttgart (608
Euro), wo 69 Prozent beziehungsweise 61 Prozent vom Gesamt-BAföG durch die Miete
verzehrt werden. In Berlin (59 Prozent), Düsseldorf (57 Prozent), Hamburg (56
Prozent) und Köln (56 Prozent) müssen Studierende ebenfalls mehr als die Hälfte
der maximalen Förderung ausgeben.
Hohe Wohnkosten sind allerdings kein reines Metropolenproblem. Auch kleinere
Universitätsstädte wie Heidelberg (534 Euro; 54 Prozent) und Konstanz (532 Euro;
54 Prozent) zählen zu den teuersten Orten für Studierende.
Günstiger studieren: Chemnitz, Halle und Ruhrgebiet als Alternativen
Wer bei der Wahl des Studienortes auch auf die Wohnkosten achtet, findet jedoch
weiterhin deutlich günstigere Alternativen mit guten Hochschulen. Chemnitz ist
mit 234 Euro Kaltmiete die preiswerteste Hochschulstadt im gesamten Vergleich.
Die Miete beansprucht lediglich 24 Prozent des BAföG-Höchstsatzes. Auch die
Wohnpauschale von 380 Euro reicht hier locker für eine Studentenwohnung aus. Mit
der TU Chemnitz verfügt die Stadt zugleich über eine etablierte technische
Universität.
Auch Halle - Sitz der traditionsreichen Martin-Luther-Universität - bietet mit
einer durchschnittlichen Angebotsmiete von 349 Euro beziehungsweise 35 Prozent
des BAföG-Höchstsatzes bezahlbare Bedingungen.
Besonders günstig lässt sich auch im Ruhrgebiet studieren: In Bochum kostet eine
40-Quadratmeter-Wohnung durchschnittlich 332 Euro pro Monat, in Dortmund 333
Euro. Damit werden jeweils nur rund 34 Prozent der maximalen Förderung für die
Miete benötigt. Mit der Ruhr-Universität Bochum und der TU Dortmund stehen
Studierenden dort gleichzeitig zwei große Hochschulen zur Auswahl.
Sachsen günstig, Süddeutschland teuer
Auch zwischen den Bundesländern zeigt sich ein klares Gefälle. Sachsen ist das
günstigste Flächenland für Studierende: Im Durchschnitt beansprucht die Miete
einer 40-Quadratmeter-Wohnung in den dort untersuchten Hochschulstädten
lediglich 29 Prozent des BAföG-Höchstsatzes.
Am anderen Ende liegen Bayern (47 Prozent), Hessen und Baden-Württemberg (je 46
Prozent). Der hohe bayerische Durchschnitt wird allerdings stark von München
geprägt. In anderen Unistädten im Bundesland wie Nürnberg (49 Prozent) oder
Bamberg (41 Prozent) liegt die Mietbelastung für Studierende deutlich niedriger
als in der Isarmetropole.
Ausführliche Ergebnisse zu allen untersuchten Hochschulstädten stehen hier zur
Verfügung. (https://content.cdn.immowelt.com/iw_group2/import/Redaktion/Pressemi
tteilungen/2026/2026_09_28_Tabellen_Miete_Bafoeg.pdf)
Berechnungsgrundlage:
Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise waren auf immowelt.de inserierte
Angebote in ausgewählten deutschen Hochschulstädten. Die mittels hedonischer
Verfahren errechneten Werte geben die monatlichen Mieten von Bestandswohnungen
(40 Quadratmeter, Baujahr 1990er-Jahre) zum 01.09.2026 wieder. Bei den
Mietpreisen handelt es sich um Nettokaltmieten bei Neuvermietung. Der Höchstsatz
der BAföG-Förderung wurde, wie im Gesetz niedergeschrieben, mit 992 Euro
veranschlagt. Die darin enthaltene Wohnpauschale beträgt 380 Euro.
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