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Hannover (ots) - Wie verändern Extremwetterereignisse die Rahmenbedingungen für
Gebäude? Die VHV Allgemeine Versicherung AG geht gemeinsam mit dem Institut für
Bauforschung e.V. (IFB) dieser Frage auf den Grund: In der herausgebrachten
Studie "Klimawandel und Extremwetterereignisse - Schadenentwicklung und
Anforderungen an Wohngebäude" wird auf Basis langjähriger Versicherungsdaten der
VHV Allgemeine deutlich, wie sich Extremwetterschäden entwickeln und bereits in
der Schadenrealität widerspiegeln. Sie zeigt zudem, welche Regionen in
Deutschland besonders betroffen sind und welche Anforderungen daraus für
widerstandsfähigere Gebäude entstehen.
Extremwetter zeigt sich in Deutschland zunehmend vielfältig: Stürme, Starkregen,
Hagel, Hochwasser und Hitze treten intensiv und in Kombination miteinander auf -
dies hat Folgen für die Planung und den Bau von Gebäuden. In den Jahren 2013,
2022 und 2023 verursachten großflächige Hagelereignisse erhebliche Sachschäden,
beispielsweise an Häusern und Autos; 2018 führte Orkan Friederike zu
Sturmschäden, während gleichzeitig eine Dürreperiode begann, die bis ins Jahr
2020 anhielt. Im Sommer 2021 folgten auf Hitzewellen schwere Gewitter mit
Sturmböen, Starkregen und Hagel sowie die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal. 2022
prägten zudem schwere Gewitterlagen mit sogenannten Superzellen das
Schadengeschehen, während langanhaltende Regenfälle Weihnachten 2023 in
Niedersachsen und im Frühsommer 2024 in Bayern und Baden-Württemberg zu
Überflutungen führten.
"Mit unserer Studie machen wir darauf aufmerksam, wie stark Gebäude durch
Extremwetter gefährdet sind und wie wichtig Prävention und die richtige
Absicherung der Risiken zunehmend werden. Extremwetterereignisse verursachen
nicht nur Schäden an Dächern, Fassaden und Kellern von Gebäuden - häufig ist
auch die gesamte Gebäudetechnik betroffen. Gleichzeitig beobachten wir auch in
der Kfz-Versicherung vermehrt Kumulschadenereignisse infolge von Hagel, Sturm,
Hitze, Trockenheit, Starkregen und Überschwemmungen", so Dr. Sebastian
Reddemann, Sprecher des Vorstandes der VHV Allgemeine Versicherung AG.
Fazit der Studie: Extremwetter wird zur Daueraufgabe für den Gebäudesektor
- Schäden entstehen nicht nur durch einzelne Großereignisse, sondern zunehmend
auch durch die Häufung vieler lokaler Ereignisse.
- Ein neues Risikobild: Extremwetter kann grundsätzlich flächendeckend
auftreten. Die Bedeutung klassischer Risikoregionen nimmt ab, potenziell kann
jedes Gebäude überall betroffen sein.
- Kaskadeneffekte berücksichtigen: Länger anhaltende oder rasch
aufeinanderfolgende Extremwetterlagen können Schadenwirkungen verstärken und
komplexe Schadenzusammenhänge auslösen.
Konsequenzen für die Planung und Baupraxis: Die Studie zeigt, dass Sturm, Hagel,
Starkregen, Hitze und Überschwemmungen die Anforderungen an Planung, Bau und
Betrieb deutlich verändern. Widerstandsfähige Gebäude- und Quartierskonzepte
rücken daher stärker in den Fokus - von hagelresistenteren Materialien über
bessere Entwässerung und Regenwasserrückhaltung bis hin zu wirksamem
Hitzeschutz.
"Unser Anspruch als führender Versicherer der Bauwirtschaft ist es, Risiken
nicht nur zu versichern, sondern Schäden möglichst frühzeitig zu erkennen und im
besten Fall zu vermeiden. Mit der Extremwetterstudie rücken wir deshalb das
Thema Prävention in den Vordergrund. Die Studienergebnisse bieten eine wichtige
Grundlage, um die Auswirkungen von Extremwettereignissen auf Gebäude zu
verstehen und daraus Maßnahmen für langfristig funktionsfähige Gebäude
abzuleiten", erklärt Dr. Sebastian Reddemann.
Höchster Schadenaufwand durch Starkregen, Rückstau, Überschwemmungen: Nicht nur
einzelne Extremereignisse, sondern auch viele kleine lokale Schadenereignisse
prägen die Gesamtbilanz. Während Sturm und Hagel besonders häufig auftreten,
verursachen Elementargefahren wie Starkregen, Rückstau, Überschwemmung oder
Schneedruck zwar seltener Schäden, können im Einzelfall aber besonders teuer
werden. (siehe Abb.)
Extremwetter belastet Gebäude mehrfach: Neben einzelnen Ereignissen wie Sturm,
Hagel oder Starkregen gewinnen komplexe Schäden an Bedeutung, bei denen mehrere
Einwirkungen zusammenkommen oder aufeinander folgen - etwa Starkregen mit
Rückstau, Überflutung, Hagel und Sturmböen. Dadurch steigen die Anforderungen an
Gebäudehülle, Kellerbereiche und technische Anlagen. Die Studie unterscheidet
dabei zwischen Schäden durch Sturm, Hagel, Blitz und Frost sowie durch die
zusätzlich versicherbaren Elementargefahren wie Starkregen, Überschwemmung oder
Schneedruck.
Regionale und saisonale Veränderung von Schäden : Während Sturmschäden
traditionell vor allem im Winterhalbjahr auftraten und Hagel- sowie Blitzschäden
die Sommermonate prägten, zeigten die Jahre 2023 und 2024 auch hier deutliche
Verschiebungen: Sturmschäden nehmen auch im Sommer zu, Hagelschäden verlagerten
sich stärker zum Sommerende in den August und lagen zuletzt deutlich über dem
langjährigen Mittel. Auch regional zeigten sich neue Muster - mit
zusammenhängenden Zonen erhöhter Sturmaktivität und einer stärkeren
Betroffenheit süddeutscher Regionen bei wasserbedingten Schäden.
Gewitter bündeln Schadentreiber: Für Gebäude sind Gewitter besonders
folgenreich, weil sie mehrere Schadentreiber gleichzeitig bündeln: Starkregen,
Hagel, Blitzschlag und Sturmböen treffen hier häufig zusammen. Organisierte
Gewittersysteme wie Superzellen können über längere Zeit in einer Region
anhalten und dadurch komplexe Schadenlagen verursachen: von beschädigten Dächern
über Überflutungen bis hin zu Ausfällen technischer Anlagen.
Über die Studie
Die soeben erschienene Studie "Klimawandel und Extremwetterereignisse -
Schadenentwicklung und Anforderungen an Wohngebäude" basiert auf
Schadenstatistiken der VHV Allgemeine Versicherung AG zu Schadenmeldungen der
Wohngebäude- (inkl. Elementar-) und Bauleistungsversicherung ab 2002 in
Deutschland sowie auf Daten des Gesamtverbandes der Deutschen
Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) ab 1970. Diese detaillierten Zeitreihen
erlauben eine differenzierte Betrachtung von Schadenhäufigkeiten, Schadenhöhen
sowie deren zeitlicher Entwicklung. Berücksichtigt wurden ausschließlich
gemeldete und versicherte Schäden. In der Regel entspricht in der
Wohngebäudeversicherung ein Vertrag auch einem versicherten Gebäude. Deswegen
können die Kennzahlen auch je Gebäude interpretiert werden.
Hier (https://www.vhv-gruppe.de/newsroom/news/vhv-und-ifb-studie-zu-klimawandel-
und-extremwetterereignissen-potenziell-jedes-gebaeude-von-naturgefahren-betroffe
n) können Sie die gesamte Extremwetterstudie herunterladen.
Über die VHV Allgemeine Versicherung AG
Die VHV Allgemeine Versicherung AG ist einer der größten deutschen
Kfz-Versicherer und führender Versicherer für die Bauwirtschaft. Als Experte in
diesen Märkten bietet die VHV ein umfassendes Produktportfolio in der Schaden-
und Unfallversicherung für Privat- und Firmenkunden. Das Unternehmen kann auf
über 100 Jahre Erfahrung und Expertise zurückblicken. Die VHV Allgemeine
Versicherung AG gehört zur VHV Gruppe, einem modernen Konzern von Experten für
Versicherung und Vorsorge.Mehr über die VHV Allgemeine Versicherung erfahren Sie
unter: http://www.vhv.de .
Für Informationen zur VHV Gruppe besuchen Sie unseren Newsroom auf
http://www.vhv-gruppe.de/newsroom .
Über das Institut für Bauforschung
Das Institut für Bauforschung e.V. (IFB) mit Sitz in Hannover wurde 1946
gegründet. Satzungsgemäße Aufgaben sind die wissenschaftliche Forschung und
deren Förderung in den Bereichen Planung im Bauwesen, Baustoffe, Bauarten,
Baubetrieb sowie Bauschäden und deren Ursachen. Die Verschmelzung mit dem
Institut für Bauschadensforschung e.V. im Jahr 2002 hat die Arbeitsschwerpunkte
auf dem Gebiet der Schadenanalyse und Bauqualität im Hoch- und Tiefbau
erweitert. Im Auftrag öffentlicher und privater Auftraggeber bearbeitet das
Institut umfassende Studien zu aktuellen Problemen des nachhaltigen und
qualitätsvollen Planens, Bauens und Nutzens. Im Auftrag bzw. in Zusammenarbeit
mit den VHV Versicherungen sind Studien zu Kabel- und Leitungsschäden, zur
Risikobewertung von Wärmedämmung, zum Brandschutz im Gebäudebestand und zu
Bauschäden durch Klimawandel sowie seit 2018 die in der Fachwelt vielbeachtete
Reihe der VHV-Bauschadenberichte entstanden. https://bauforschung.de
Pressekontakt:
Janine Bollhorst
Unternehmenskommunikation
E-Mail: mailto:jbollhorst@vhv-gruppe.de
http://www.vhv-gruppe.de/newsroom
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/73655/6361192
OTS: VHV Gruppe
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