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Berlin (ots) - Am Donnerstag stand die erste Lesung der Strukturreform in der
Kinder- und Jugendhilfe auf der Tagesordnung des Bundestags. Die Kinder- und
Jugendhilfe muss moderner, präventiver, inklusiver und stärker an den
Lebensrealitäten von Familien ausgerichtet werden. Der Gesetzentwurf der
Bundesregierung enthält dafür wichtige Ansätze. Gleichzeitig gibt es zentrale
Punkte, an denen nachgebessert werden muss. Entscheidend ist nicht die
Strukturreform an sich, sondern die Frage, ob Kinder, Jugendliche und Familien
am Ende tatsächlich bessere Unterstützung erhalten.
Truels Reichardt, zuständiger Berichterstatter:
"Besonders kritisch bewertet die SPD-Bundestagsfraktion den vorgesehenen Vorrang
von Infrastruktur- und Regelangeboten gegenüber individuellen Hilfen zur
Erziehung. Familienzentren, Beratung und sozialräumliche Angebote sind wichtig
und können dazu beitragen, Probleme frühzeitig zu verhindern. Sie dürfen jedoch
nicht als Sparmodell missverstanden werden.
Mit Sorge sehen wir, dass die im Kinder- und Jugendstärkungsgesetz angelegte
inklusive Gesamtzuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe nicht weiterverfolgt
wird. Eine solche Lösung wäre einfacher, wirksamer und bürokratieärmer. Deshalb
bleibt die gemeinsame Zuständigkeit für alle Kinder und Jugendlichen unter dem
Dach der Kinder- und Jugendhilfe für uns ein wichtiges politisches Ziel.
Wir wollen uns erfolgreiche Zusammenarbeitsstrukturen in einzelnen Kommunen zum
Vorbild nehmen. Es gibt gute Beispiele für funktionierende sozialraumorientierte
Ansätze, bei denen Familien früh unterstützt und dadurch aufwändige individuelle
Hilfen vermieden werden.
Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich für eine Kinder- und Jugendhilfe ein, die
mehr Teilhabe ermöglicht, Familien stärkt, Kinder besser schützt, allen jungen
Menschen gerecht wird und niemanden zurücklässt."
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