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Brüssel (ots) - Europäische Regionen und Städte fordern klare Regeln und eine
solide finanzielle Unterstützung, damit Europas angeschlagene Autoindustrie den
Umstieg auf Elektrofahrzeuge (E-Autos) bewältigen kann. Der Europäische
Ausschuss der Regionen (AdR) verabschiedete am Mittwoch eine Stellungnahme zum
Automobilpaket der Europäischen Kommission. Darin argumentieren die Regionen,
dass der Wandel nur gelingen wird, wenn sie dafür angemessen ausgestattet sind.
Die Regionen betonten, die Elektrifizierung sei entscheidend, um einen
klimaneutralen Straßenverkehr zu ermöglichen. Ihr Erfolg hänge jedoch davon ab,
wie erschwinglich und zugänglich diese emissionsfreie Mobilität sei. Sie fordern
eine Ladeinfrastruktur in allen Regionen, finanziert aus europäischen,
nationalen und regionalen Haushalten, sowie gezielte Unterstützung in Regionen
mit niedrigerem Einkommen.
"Die Regionen und Städte Europas haben mit einer Stimme gesprochen:
Wettbewerbsfähigkeit und Elektrifizierung bis 2035 gehen Hand in Hand", sagte
María Chivite, Präsidentin der spanischen Region Navarra und Verfasserin der
Stellungnahme. Europa könne den Wandel nur anführen, wenn die Regionen konkrete
Finanzmittel erhielten.
Die Kommission hatte ihr Automobilpaket im Dezember vorgelegt. Es sieht vor, den
Co2-Ausstoß durchschnittlich bis 2035 um 90 Prozent zu senken. Die verbleibenden
10 Prozent könnten von den Herstellern durch kohlenstoffarmen Stahl, E-Fuels und
Biokraftstoffe ausgeglichen werden. Der AdR begrüßte diese befristeten
Flexibilitäten, warnte jedoch, sie dürften den Weg zur emissionsfreien Mobilität
nicht abändern.
Brigitte Torloting, Vorsitzende der Allianz der Automobilregionen (ARA) und
Vizepräsidentin der französischen Region Grand Est, warnte die Zeit sei knapp
und "der globale Wettbewerb wird nicht auf uns warten". Sie forderte eine "echte
Strategie", die Automobilproduktion in den Regionen schützt, und den Schritt zu
starken europäischen Instrumenten wie der "europäischen Präferenz". Ohne einen
klaren Rahmen und gezielte Investitionen riskiere Europa den Verlust seiner
industriellen Basis, von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) bis hin
zu großen Zulieferern.
Die "europäische Präferenz" wurde erstmals im März im Vorschlag der Kommission
für ein Industrie-Beschleunigungsgesetz (Industrial Accelerator Act) vorgestellt
und soll EU-basierte Fertigung bevorzugen. Die Kommission schlägt vor, dass
öffentliche Aufträge und staatlich subventionierte Industrieprojekte einen
Mindestanteil an Materialien oder Komponenten von europäischen Herstellern
beziehen. Für die Produktion von Elektrofahrzeugen schlägt die Kommission vor,
dass 70 Prozent der Komponenten neuer Autos - exklusive der Batterien - aus der
EU stammen müssen.
Die AdR-Mitglieder begrüßten zudem die Anwendung des "Made in the EU"-Konzepts
zu Stärkung europäischer Produktion, forderten jedoch eine verhältnismäßige
Ausgestaltung, damit KMU und regionale Lieferketten nicht unter Bürokratie
begraben werden.
Da sich die Automobilproduktion auf bestimmte Gebiete konzentriert, fordert die
Stellungnahme außerdem gezielte Kohäsionsmittel, Qualifizierung und hochwertige
Arbeitsplätze.
Laut EU-Zahlen für 2024 trug die Automobilindustrie 7 Prozent zum
Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU bei, erwirtschaftete Exporte von rund 170
Milliarden Euro und sicherte etwa 13,8 Millionen Arbeitsplätze, davon 3,5
Millionen in der Fertigung. Laut AdR erwirtschaften die 41 Regionen, die in der
Allianz der Automobilregionen (ARA) organisiert sind, mehr als 40 Prozent des
BIP der EU.
Pressekontakt:
Theresa Sostmann
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OTS: European Committee of the Regions
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