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Berlin (ots) - "Europa muss seine Wettbewerbsfähigkeit stärken und kritische
Abhängigkeiten reduzieren. Doch Marktzugangsbeschränkungen und europäische
Präferenzen sind dafür der falsche Weg. Europa darf Protektionismus nicht mit
Protektionismus beantworten. Gerade Deutschland hat dabei viel zu verlieren:
Importe und Exporte sind zwei Seiten derselben Medaille. Wer den Zugang zu
wettbewerbsfähigen Vorprodukten verteuert oder beschränkt, schwächt unsere
Exportwirtschaft, schwächt auch die europäische Exportwirtschaft", fordert Dr.
Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel,
Dienstleistungen (BGA), heute anlässlich der Regierungserklärung von
Bundeskanzler Friederich Merz zum Europäischen Rat.
Jandura weiter: "Wirtschaftssicherheit ist wichtig, darf aber nicht zur
pauschalen Rechtfertigung neuer Handelsbarrieren werden. Nicht jede
Importabhängigkeit ist ein Sicherheitsrisiko und nicht jeder verlorene
Marktanteil das Ergebnis unfairen Wettbewerbs. Die EU verfügt bereits über
Instrumente, um gegen unfaire Handelspraktiken und wirtschaftlichen Zwang
vorzugehen. Bevor neue Eingriffsbefugnisse geschaffen werden, muss klar
nachgewiesen werden, wo bestehende Instrumente nicht ausreichen."
"Besonders kritisch sehen wir zusätzliche Zölle zur erzwungenen Diversifizierung
von Lieferketten sowie starre europäische Präferenz- und Local-Content-Vorgaben.
Politisch verordnete Bezugsquellen schaffen noch keine verlässlichen
Alternativen. Sie können Kosten erhöhen, Lieferketten unterbrechen und neue
Bürokratie verursachen. Diversifizierung gelingt durch neue Handelsabkommen,
offene Märkte und wirtschaftliche Anreize - nicht durch Zwang", so der
Unternehmer.
"Wir erwarten, dass neue handelspolitische Instrumente nur bei nachgewiesenen
Marktverzerrungen oder konkreten Sicherheitsrisiken, verhältnismäßig und
WTO-konform eingesetzt werden. Ihre gesamtwirtschaftlichen Folgen müssen vorab
umfassend geprüft werden. Dazu gehören auch die Auswirkungen auf Importeure,
nachgelagerte Industrien und die europäische Exportwirtschaft sowie mögliche
Gegenmaßnahmen unserer Handelspartner. Europa braucht mehr Wettbewerbsfähigkeit
und offene Märkte, nicht mehr staatliche Handelslenkung", Jandura abschließend.
Pressekontakt:
Iris von Rottenburg
Abteilungsleiterin Kommunikation
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OTS: BGA Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e
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