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Leipzig (ots) - Die MDR-Reportage "Nationalparks - Brandherde und
Naturparadiese?" für ARTE ist mit dem Deutsch-tschechischen Journalistenpreis
2026 in der Kategorie Multimedia ausgezeichnet worden. Autorin Bettina Wobst hat
die Auszeichnung am 6. November 2026 in Frankfurt am Main erhalten.
Die Reportage beleuchtet am Beispiel der Sächsisch-Böhmischen Schweiz, wie
Schutzkonzepte von Nationalparks angesichts von Klimawandel, Dürre und
Waldbränden zunehmend unter Druck geraten. Längere Trockenperioden, steigende
Temperaturen und immer häufiger auftretende Großbrände verschärfen einen
grundlegenden Konflikt: Schützen Nationalparks die Natur - oder gefährden sie
auch die Menschen, die in und mit ihr leben?
Für ihre Recherche war die Dresdner Filmemacherin Bettina Wobst unterwegs im
deutsch-tschechischen Grenzgebiet, wo der Konflikt besonders deutlich wird. Im
tschechischen Ort Mezná trifft sie ein Ehepaar, das bei dem verheerenden
Waldbrand im Sommer 2022 sein Haus verloren hat. Verlust, Angst und Wut prägen
den Blick der Betroffenen auf den Nationalpark. Sie sind überzeugt, dass
unzureichende Brandvorsorge und große Mengen abgestorbenen Holzes zur
Ausbreitung des Feuers beigetragen haben.
Gleichzeitig begleitet die Reporterin die Waldbrand-Experten Louis Georgi und
Jaroslav Hocko, die in den Nationalparks grenzüberschreitend zusammenarbeiten.
Sie entwickeln Strategien zur Früherkennung und Bekämpfung von Bränden,
koordinieren Einsatzwege und setzen zunehmend auf Drohnen. Doch wie belastbar
sind diese Konzepte? Als im Frühjahr 2026 erneut ein Brand im Nationalpark
Böhmische Schweiz ausbricht, stehen die Experten vor ihrer nächsten
Bewährungsprobe.
In der Jurybegründung heißt es: "Bettina Wobst zieht unaufgeregt Bilanz, sammelt
Fakten und Hintergründe, lässt die Menschen vor Ort zu Wort kommen. Ihre
Reportage ist relevant, informativ, konstruktiv. Und außerdem: bewegend,
unparteiisch, menschlich."
Bettina Wobst sagt über ihren Film: "Mir war wichtig zu zeigen, dass alle Seiten
versuchen, Lösungen zu finden. Die Meinungen darüber, wie man mit der
Waldbrandgefahr umgehen soll, gehen auseinander. Aber ich wünsche mir, dass die
Akteure in diesem Konflikt weiter miteinander reden, weil das
Elbsandsteingebirge einzigartig ist. Ich hoffe vor allem, dass der Film
Verständnis wecken kann und trotz des umstrittenen Themas Feuergefahr mehr
verbindet als trennt."
Entstanden ist die Reportage im Auftrag des MDR. "Uns war wichtig, den Konflikt
zwischen Nationalpark-Kritikern und Befürwortern so zu erzählen, dass die
Perspektiven beider Seiten nachvollziehbar werden. Umso mehr freuen wir uns über
diese Auszeichnung. Die Menschen in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz
ringen um eine angemessene Balance zwischen Natur- und Brandschutz und stehen
damit stellvertretend für viele Regionen Europas. Gerade das macht dieses
regionale Thema weit über die Region hinaus relevant", erklärt Martin Hoffmann,
verantwortlicher Redakteur.
Die ausgezeichnete Reportage "Nationalparks - Brandherde und Naturparadiese?"
vom 16. Juni 2026 ist in der ARD Mediathek (https://www.ardmediathek.de/video/Y3
JpZDovL2FydGUudHYvcHVibGljYXRpb24vMTI3NDAyLTAwOS1B?) verfügbar.
Preis ehrt klischeefreie Berichterstattung
Der Deutsch-tschechische Journalistenpreis ehrt seit 2016 deutsche und
tschechische Medienschaffende, die klischeefrei und fundiert über das jeweilige
Nachbarland berichten und zum besseren gegenseitigen Verständnis beitragen.
Prämiert werden herausragende deutsch- und tschechischsprachige Beiträge in den
Kategorien Text, Audio und Multimedia. Die Preise werden vom
Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds sowie von den Journalistenverbänden in
Deutschland (Deutscher Journalistenverband) und Tschechien (Syndikát novináru)
verliehen.
Pressekontakt:
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OTS: MDR Mitteldeutscher Rundfunk
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