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Iserlohn/ Märkischer Kreis (ots) - Am Dienstag hatte die Polizei ganz besonders
"Zweiräder im Blick". So lautete der Titel eines "Sicher Mobil
Leben"-Aktionstages gegen Unfallgefahren für E-Scooter-, Fahrrad- und
Motorradfahrer.
An verschiedenen Orten mit gewöhnlich hohem Aufkommen von Motorradfahrern
kontrollierten Einsatzkräfte den Verkehr. In der Iserlohner Innenstadt kamen die
Polizeibeamtinnen und -beamten sowie Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes
ins Gespräch mit E-Scooter- und Fahrradfahrern.
Nicht jeder schob dort sein Gefährt durch den Fußgängerbereich, wie es
eigentlich sein müsste. Wer sich richtig verhielt, bekam ein Lob. Die ertappten
Verkehrssünder räumten ihr falsches Verhalten in der Regel ein und kamen mit ein
paar freundlichen Ermahnungen davon. Es gab aber auch Strafverfahren und Punkte.
So stoppten die Polizeibeamten einen dreizehnjährigen Jungen, der auf einem
E-Scooter ohne Versicherungsschutz durch die Fußgängerzone fuhr. Das ergibt
gleich drei Verstöße. Polizeibeamte begleiteten ihn zu seinem Vater. E-Scooter
gelten als Kraftfahrzeuge. Auf dem Gehweg oder eben in Fußgängerzonen müssen die
Fahrer absteigen. Das Mindestalter liegt bei 14 Jahren. Und neben einer
Betriebserlaubnis müssen die schnellen Flitzer eine Versicherung haben. Dafür
ist ein Nachweis mitzuführen. Wer jetzt noch immer mit einem grünen
Versicherungskennzeichen fährt, dessen Versicherung ist abgelaufen und er begeht
eine Straftat (Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz). Schwarze Schilder
signalisieren einen aktuellen Schutz. E-Scooter sind kein Kinderspielzeug.
Der Punkt in Flensburg und das Strafverfahren gehen bei Verstößen durch
Minderjährige auf das Konto der Eltern oder der Person, die eine verbotene
Nutzung ermöglicht oder zugelassen hat. Beim Genuss von Alkohol gelten dieselben
Regeln wie für Pkw - beispielsweise die 0-Promille-Grenze für unter 21-Jährige.
Die Zahl der bei Unfällen verletzten Nutzer von Elektrokleinstfahrzeugen ist in
den vergangenen Jahren um über 700 Prozent gestiegen: Im vergangenen Jahr gab es
63 Unfälle mit 49 Verletzten, davon knapp ein Drittel Jugendliche. Im bergigen
Märkischen Kreis erfreut sich das Pedelec immer weiter steigender Beliebtheit
und bringt auch ungeübte Fahrerinnen und Fahrer auf den Sattel. Auch das zeigt
sich in den Unfallzahlen. 312-mal waren im vergangenen Jahr Fahrrad- oder
E-Bike-Fahrer in Unfälle verwickelt. Oft handelte es sich um Alleinunfälle und
manchmal lag die Hauptursache am Alkoholpegel im Blut.
Das Tragen von Helmen ist für E-Scooter- oder Fahrradfahrer ist zwar nicht
vorgeschrieben. Dennoch empfiehlt es die Polizei angesichts der hohen
Verletzungsgefahr. Polizeihauptkommissarin Isabel Fröhlich von
Verkehrsunfallprävention/Opferschutz der Polizei brachte es am Dienstag beim
Einsatz in der Iserlohner Fußgängerzone auf den Punkt: "Sein Handy schützt man
in einer Hülle - warum nicht auch den Kopf?"
Weiter im Fokus der märkischen Polizei bleiben die stärker motorisierten
Zweiradfahrer. Deshalb bauten die Beamten mehrere Kontrollstellen gleichzeitig
vor allem an den bei Motorradfahrern beliebten Strecken auf. Dazu gehörten die
Nordhelle in Meinerzhagen und der Kohlberg zwischen Neuenrade und Altena. Es gab
technische Kontrollen sowie Tempomessungen. Die Zahl der "geblitzten"
Motorradfahrer hielt sich mit zwei erfreulicherweise stark in Grenzen. Einer von
ihnen war ein Niederländer, der bei seiner Fahrt durch Lüdenscheid 32 km/h zu
viel auf dem Tacho hatte. Insgesamt 194 zu eilige Verkehrsteilnehmer müssen
Bußgelder zahlen. Zu hohe und nicht angepasste Geschwindigkeit bleibt eine
Haupt-Unfallursache für Unfälle mit schwersten Folgen. Im vergangenen Jahr
verunglückten im Kreisgebiet 98 Motorradfahrende - drei davon tödlich und 35 mit
schwerwiegenden Verletzungen.
Auch bei Kontrollen am Dienstag nutzten die Polizeibeamten die Gelegenheit, auf
Gefahren aufmerksam zu machen. Gute Schutzkleidung entscheidet im Ernstfall über
Leben oder Tod. Immer mehr Verkehrsteilnehmer nutzen Kopfhörer, zum Teil mit
Noise Cancelling. Beim Musikgenuss im lauten Flieger mag das Ausblenden
störender Geräusche sinnvoll sein. Auf der Straße sollten jedoch alle Sinne auf
das Verkehrsgeschehen ausgerichtet sein. Selbst, wer alle Regeln einhält und
immer aufmerksam fährt, muss mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen.
Deshalb ruft die Polizei Pkw- und Lkw-Fahrer auf, jetzt in der wärmer werdenden
Jahreszeit stärker auf Zweiradfahrer zu achten. Deren schmale Silhouette kann
sich schnell hinter einem Seitenholm verbergen.
Die Polizei kündigt weitere Kontrollen an und behält das Verkehrsgeschehen auch
an den Wochenenden im Blick.
Die Ergebnisse der Radarkontrollstellen: Am stärksten frequentiert war die
Messstelle am Höhenweg (L 655) in Werdohl. Unter den 2.855 zwischen zwischen
11.26 und 17 Uhr Fahrzeugen fielen 43 Verwarngelder und 11 Anzeigen an. Ein
Pkw-Fahrer (MK) muss zudem mit einem Fahrverbot rechnen: Er passierte die
70er-Zone mit einer Geschwindigkeit von 118 km/h.
In Werdohl am Nordheller Weg (L 655) blieb es zwischen 11:25 und 14:10 Uhr
ruhig. Von 820 kontrollierten Fahrzeugen war lediglich ein Pkw-Fahrer (MK)
geringfügig zu schnell (60 statt 50 km/h).
Deutlich mehr Verstöße registrierten die Beamten an der Werdohler Landstraße in
Lüdenscheid-Wettringhof. Hier waren zwischen 14.30 und 16.45 Uhr 46 Fahrer zu
eilig; gegen drei von ihnen wurden Ordnungswidrigkeitenanzeigen gefertigt. Den
negativen Spitzenwert lieferte ein Kradfahrer mit niederländischer Zulassung,
der mit 82 km/h bei erlaubten 50 km/h gemessen wurde.
In Neuenrade an der Küntroper Straße wurden zwischen 11.30 und 16.30 Uhr 2.365
Fahrzeuge geprüft. Die Bilanz: 77 Verwarngelder und 17 Anzeigen. Ein Pkw (MK)
wurde hier mit 109 km/h statt der zulässigen 70 km/h geblitzt. (cris)
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