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Wiesbaden (ots) - Die Veranstaltungsreihe "Menschlichkeit im Amt" hat zum Ziel,
für die Gefahren und menschenverachtenden Konsequenzen extremistischer Denk- und
Deutungsmuster zu sensibilisieren und die demokratische Resilienz innerhalb der
Polizei nachhaltig zu stärken. An der HöMS fand die Auftaktveranstaltung zur
Reihe am Studienort Wiesbaden statt. Im Rahmen dieser konnte die Hochschule für
den Gastvortrag Christo Brand, ehemaliger Gefängniswärter und späterer
Wegbegleiter von Nelson Mandela, als Referenten akquirieren. Er ist Co-Autor des
Buches "Mandela: My Prisoner, my friend" (deutscher Titel: Mandela. Mein
Gefangener, mein Freund), in dem er die persönliche Geschichte seiner
einzigartigen Freundschaft mit Nelson Mandela schildert. Die offizielle
Begrüßung der Gäste erfolgte durch den Präsidenten der HöMS Dr. Walter Seubert.
In der anschließenden Eröffnungsrede betonte der Staatsminister Prof. Dr. Roman
Poseck: "Die Begegnung von Christo Brand und Nelson Mandela lehrt uns, dass
Menschlichkeit im Amt keine Frage der Umstände ist, sondern der Haltung. Auch
unter dem Druck von Zeit, Recht und Pflicht bleibt die Würde des Menschen der
unantastbare Kompass unseres Handelns. Die Polizei trägt das staatliche
Gewaltmonopol, doch wahre Autorität entsteht nicht durch Macht, sondern durch
Respekt. Sie entsteht dort, wo wir im Gegenüber den Menschen sehen, selbst wenn
wir als Staat handeln müssen. Das ist kein Widerspruch, sondern der Kern
demokratischer Verantwortung. Diese Haltung soll weiterhin Maßstab für unsere
tägliche Arbeit sein. Nur wer Menschlichkeit im Amt lebt, kann das Vertrauen der
Bürger in unseren Rechtsstaat nachhaltig sichern."
Der Landespolizeipräsident Felix Paschek hob die Wichtigkeit der Veranstaltung
für die Polizei hervor: "Um Menschlichkeit im Amt zu wahren und eine angemessene
Balance zwischen gebotenem Gesetzesvollzug und Menschlichkeit zu leben bedarf es
Reflektionsräume. Der heutige Austausch ist solch ein Reflektionsraum für uns
alle". In dem fachlich inhaltlichen Hauptvortrag berichtete Christo Brand aus
erster Hand über seine Erfahrungen mit dem ihm persönlich zugewiesenen Häftling,
der später zum ersten demokratisch gewählten Präsidenten Südafrikas wurde. Im
Mittelpunkt seines Vortrags standen die historische, ethische und
gesellschaftliche Dimension dieser Zeit sowie die Entwicklung einer
außergewöhnlichen menschlichen Beziehung. In der abschließenden Diskussionsrunde
konnten die Teilnehmenden offene Fragen an den Hauptredner stellen sowie die
Zeit für einen gemeinsamen Austausch nutzen. Die Auftaktveranstaltung
beleuchtete insbesondere das Spannungsfeld zwischen Pflichterfüllung unter dem
Apartheidregime und der Wahrung von Menschlichkeit. Zentrale Fragen von Führung,
Verantwortung und Vergebung im Kontext des Demokratisierungsprozesses wurden
ebenfalls diskutiert.
Rückfragen bitte an:
Hessische Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit
(HöMS)
Mark-Alexander Maus
Telefon: 0611 3256-1120
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OTS: Hessische Hochschule für öffentliches Management und Sicherhe
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