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Stralsund (ots) - Am Freitagnachmittag, dem 12.06.2026, wurde eine 76-jährige
deutsche Frau aus Stralsund Opfer eines versuchten Schockanrufes. Dank ihres
Misstrauens in letzter Minute erkannte sie die Betrugsmasche und verhinderte die
Übergabe von Wertgegenständen an die Täter.
Nach bisherigen Erkenntnissen erhielt die Geschädigte einen Anruf von einem
Mann, der sich als Arzt einer Notaufnahme ausgab. Dieser teilte ihr mit, ihr
Sohn habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine Person ums
Leben gekommen und ein Kind schwer verletzt worden sei. Zur Vermeidung einer
angeblich unmittelbar bevorstehenden Haftstrafe müsse eine Kaution in Höhe von
100.000 Euro hinterlegt werden.
Im weiteren Verlauf des Telefonates wurde der Frau erklärt, dass als
Sicherheitsleistung nicht nur Bargeld, sondern auch Schmuck, Wertgegenstände und
sonstige Vermögenswerte akzeptiert würden. Diese sollte sie in einem Koffer
bereitlegen, da eine Justizangestellte die Kaution in Kürze persönlich abholen
werde.
Die Geschädigte ging zunächst von der Echtheit der geschilderten Situation aus.
Die Anrufer verfügten offenbar über zahlreiche persönliche Informationen und
schilderten das angebliche Geschehen äußerst glaubhaft. Zudem übten sie
erheblichen psychischen Druck aus und versuchten, die Frau dauerhaft am Telefon
zu halten. Durch die dramatische Schilderung des vermeintlichen Unfalls und die
Sorge um ihren Sohn befand sich die Geschädigte nach eigenen Angaben in einer
Art Schockzustand und hinterfragte die Angaben zunächst nicht. Erst als eine
angebliche Justizgehilfin an ihrer Wohnanschrift erschien, kamen der 76-Jährigen
Zweifel. Insbesondere das äußere Erscheinungsbild der Frau sowie deren
auffälliger Akzent machten die Geschädigte misstrauisch. Daraufhin verlangte
sie, mit ihrem Sohn zu sprechen. Die Täter stellten daraufhin ein Telefonat mit
einer männlichen Person her, die sich als ihr Sohn ausgab.
Die Geschädigte stellte dem vermeintlichen Sohn mehrere Fragen zu persönlichen
Details, die nur ihr tatsächlicher Sohn beantworten konnte. Als die Person die
Fragen nicht beantworten konnte, erkannte die Frau die Betrugsabsicht. Sie
beendete das Gespräch und kündigte an, die Polizei zu verständigen.
Zu diesem Zeitpunkt hatte die vor der Tür stehende Täterin den Koffer mit den
bereitgelegten Wertgegenständen bereits in den Händen. Als sie bemerkte, dass
die Geschädigte den Betrug erkannt hatte, ließ sie den Koffer zurück und
flüchtete zu Fuß vom Tatort. Ein Vermögensschaden entstand nicht.
Die Polizei warnt erneut vor sogenannten Schockanrufen. Die Täter setzen ihre
Opfer gezielt unter emotionalen Druck, schildern dramatische Notlagen naher
Angehöriger und versuchen, rationale Entscheidungen zu verhindern. Häufig werden
die Betroffenen über längere Zeit am Telefon gehalten, um Rückfragen bei
Familienangehörigen oder der Polizei zu unterbinden.
Die Polizei rät:
- Beenden Sie derartige Telefonate und lassen Sie sich nicht unter
Druck setzen.
- Übergeben Sie niemals Bargeld, Schmuck oder andere
Wertgegenstände an unbekannte Personen.
- Kontaktieren Sie Angehörige über die Ihnen bekannten
Telefonnummern und überprüfen Sie die geschilderten
Sachverhalte.
- Ziehen Sie im Zweifel immer die Polizei hinzu.
- Hinterfragen Sie ungewöhnliche Forderungen konsequent,
insbesondere wenn hohe Geldbeträge oder Wertgegenstände verlangt
werden.
Der vorliegende Fall zeigt, dass es niemals zu spät ist, Angaben kritisch zu
hinterfragen. Die Geschädigte handelte letztlich genau richtig und verhinderte
durch ihr besonnenes Verhalten einen erheblichen Vermögensschaden.
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