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Hannover (ots) - Hannover, 22.06.2026 - Anlässlich des bundesweiten Tages der
Verkehrssicherheit begrüßt die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG)
Niedersachsen die Präventions- und Kontrollmaßnahmen der Polizei Niedersachsen.
Verkehrssicherheit entsteht jedoch nicht allein durch Aktionstage, sondern durch
dauerhafte Präsenz, gezielte Aufklärung, moderne Infrastruktur und konsequente
Überwachung.
Die DPolG Niedersachsen verweist in diesem Zusammenhang auf die aktuellen
Verkehrssicherheitspositionen der DPolG-Verkehrskommission des Bundes. Diese
zeigen deutlich: Wer die Vision Zero - also keine Verkehrstoten und
Schwerverletzten - ernst nimmt, muss klassische Unfallursachen wie
Geschwindigkeit, Alkohol, Drogen und Ablenkung ebenso in den Blick nehmen wie
neue Mobilitätsformen, technische Entwicklungen, eine sichere Infrastruktur und
wirksame Verkehrsüberwachung.
Der Landesvorsitzende der DPolG Niedersachsen, Patrick Seegers, erklärt dazu:
"Neue Mobilitätsformen sind Fluch und Segen zugleich. E-Scooter, Pedelecs und
andere Formen moderner Fortbewegung bieten Chancen, schaffen aber auch neue
Risiken. Der limitierende Faktor bleibt häufig der Mensch: Selbstüberschätzung,
fehlendes Gefahrenbewusstsein und die Unterschätzung von Geschwindigkeit,
Bremswegen und Fahreigenschaften."
Einen besonderen Fokus legt die DPolG Niedersachsen auf die Nutzung von
E-Scootern. Alkohol- und Drogenfahrten seien dabei nur ein Aspekt. Zunehmend
problematisch sei auch die Nutzung durch Kinder und Jugendliche - teils mit,
teils ohne Wissen der Eltern. Dabei gehe es längst nicht mehr nur um
Leihfahrzeuge in Innenstädten, sondern zunehmend um privat angeschaffte
E-Scooter. Gerade junge Nutzerinnen und Nutzer unterschätzten häufig
Geschwindigkeit und Fahrverhalten dieser Fahrzeuge und überschätzten zugleich
die eigene Fahrfähigkeit.
Auch bei Pedelecs sieht die DPolG Niedersachsen erheblichen Handlungsbedarf.
Schwere Unfälle ereigneten sich häufig ohne weitere Beteiligte. Auch hier
spielten Selbstüberschätzung, ungewohnte Geschwindigkeit und fehlende Routine
eine zentrale Rolle. Gleichzeitig wird die sichere Mobilität älterer Menschen
künftig weiter an Bedeutung gewinnen.
Die stellvertretende Landesvorsitzende der DPolG Niedersachsen, Jacqueline
Emmermann, ergänzt: "Wer alkoholisiert oder berauscht einen E-Scooter fährt,
bewegt kein Spielzeug, sondern ein Kraftfahrzeug im öffentlichen Verkehrsraum.
Moderne Mobilität darf nicht dazu führen, dass Risiken verharmlost oder
rechtliche Folgen unterschätzt werden."
Neben Alkohol und Drogen warnt die DPolG Niedersachsen vor einer weiteren
zunehmenden Gefahr im Straßenverkehr: Ablenkung durch Smartphones und andere
digitale Endgeräte. Unaufmerksamkeit von wenigen Sekunden könne bereits
schwerste Folgen haben. Ebenso dürften Verstöße gegen die Gurt- und Helmpflicht
nicht bagatellisiert werden, da sie das Risiko schwerer oder tödlicher
Verletzungen erheblich erhöhen.
Aus Sicht der DPolG Niedersachsen braucht es deshalb mehr Aufklärung, mehr
Verkehrserziehung und mehr Gefahrenbewusstsein - insbesondere bei jungen
Menschen, Eltern sowie älteren Verkehrsteilnehmenden. Verkehrssicherheitsarbeit
müsse bereits in Schulen beginnen und als lebenslange Aufgabe verstanden werden.
Gleichzeitig bleiben konsequente Kontrollen unverzichtbar. Wer unter Alkohol-,
Drogen- oder Medikamenteneinfluss fährt, massiv zu schnell unterwegs ist, sich
durch digitale Geräte ablenken lässt oder andere gefährdet, muss mit
polizeilichen Maßnahmen rechnen. Moderne Verkehrsüberwachung und wirksame
Sanktionen sind dabei wichtige Bausteine einer erfolgreichen
Verkehrssicherheitsstrategie.
Darüber hinaus unterstützt die DPolG Niedersachsen den verstärkten Einsatz
moderner Sicherheitstechnik in Fahrzeugen, etwa von Notbrems- und
Abbiegeassistenzsystemen, um insbesondere schwere Unfälle mit ungeschützten
Verkehrsteilnehmenden weiter zu reduzieren.
"Verkehrssicherheit beginnt bei jedem Einzelnen. Rücksicht, Aufmerksamkeit und
Verantwortungsbewusstsein sind die Grundlage für ein sicheres Miteinander. Unser
Ziel muss bleiben, schwere Verkehrsunfälle nachhaltig zu reduzieren und der
Vision Zero Schritt für Schritt näherzukommen. Dafür brauchen wir Aufklärung,
Technik, Infrastruktur und eine starke Verkehrsüberwachung gleichermaßen", so
Emmermann abschließend.
Rückfragen bitte an:
DPolG Niedersachsen
Patrick Seegers
Telefon: 0162-2093935
E-Mail: kontakt@dpolg.org
https://www.dpolg.org/
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/162835/6299639
OTS: DPolG Niedersachsen
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