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Giessen (ots) - In einem kleineren Ort im nördlichen Landkreis Gießen kam es
gestern zu einem Vorfall, bei dem ein Krimineller sehr hohe Beute machte. Ein
Unbekannter rief zuvor bei dem einem 90-Jährigen an und schockierte sein Opfer
mit dem angeblichen Verursachen eines tödlichen Unfalls durch eine Verwandte.
Nur eine Kaution helfe noch, eine unmittelbar drohende Gefängnisstrafe
abzuwenden. Der Kriminelle übte solange Druck aus, bis der Senior schließlich
gesammelte Münzen, Goldbarren sowie Bargeld an einen unbekannten Abholer
übergab. Die Ermittlungen in dem Fall laufen, der Wert der erbeuteten
Gegenstände beträgt ersten Schätzungen zufolge über 450.000 Euro. Das Opfer
bemerkte die Tat im Nachgang selbst und offenbarte sich einem Nachbarn, der
sofort die Polizei einschaltete.
Um es den dreisten Betrügern möglichst schwer zu machen, bittet die Polizei um
Mithilfe: Sprechen Sie mit älteren Angehörigen über die vielfältigen Maschen der
Täter. Stellen Sie sich als Ansprechpartner für ihre Angehörigen zur Verfügung.
Zeigen Sie die Möglichkeit auf, unter der Nummer 110 jederzeit die Polizei zu
Hilfe holen zu können.
Betrüger manipulieren oftmals geschickt. In der Regel versuchen sie, ihre Opfer
initial zu schockieren. In vergangenen Fällen kam es bereits zu zahlreichen
Anrufen und Gesprächen, die sich teils über einen langen Zeitraum, in manchen
Fällen Stunden oder gar mehrere Tage, erstrecken können. Darin üben die
Kriminellen im Verlauf immer mehr Druck auf ihre Opfer aus. Die dabei genutzten
Betrugsmaschen sind vielfältig.
Im Kontext von falschen Polizeibeamten ist der typische Ablauf der sogenannte
Schockanruf: Die Täter rufen an und geben sich als Polizeibeamte aus. Oft
behaupten sie, es sei zu einem durch nahestehende Angehörige verschuldeten
Unfall mit Schwerverletzten oder Toten gekommen. Nur gegen Zahlung lasse sich
eine Haft abwenden. Eine weitere, oft genutzte Masche sind angebliche
Einbrecherbanden, die in der unmittelbaren Umgebung festgenommen wurden. Diese
hätten Listen mit Namen der Angerufenen dabei, daher seien weitere
Sicherheitsvorkehrungen nötig, man müsse Wertgegenstände in Sicherheit bringen.
Die Ermittler raten: Die echte Polizei fragt telefonisch niemals nach ihren
Wertgegenständen! Auch nimmt sie diese nicht in Verwahrung. Sollte sich ein
angeblicher Polizist bei Ihnen melden und sie danach fragen: Legen Sie einfach
den Hörer auf!
Geben Sie niemals Informationen zu Ihren Wertgegenständen, private Daten wie
z.B. Bankkonto- und Kartendaten oder andere Zugangsdaten zu Kundenkonten (z.B.
PayPal), heraus.
Übergeben Sie niemals Wertgegenstände an Unbekannte. Im Zweifel gilt: Gespräch
immer sofort beenden und die Polizei informieren!
Die Polizei Hessen bietet umfangreiche Präventionsangebote und gibt kostenlos
Tipps. Kontakt zu den mittelhessischen Ansprechpersonen finden Sie auf unserer
Internetseite: https://www.polizei.hessen.de/service/ansprechpersonen/kriminalpo
lizeiliche-beratungsstelle-im-polizeipraesidium-mittelhessen
Pierre Gath, Pressesprecher
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