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München (ots) - Am 18. Januar sind am S-Bahnhalt Hackerbrücke zwei
Personengruppen in eine körperliche Auseinandersetzung geraten. Dabei schlugen
mehrere Beteiligte - teils im Gleisbereich - aufeinander ein. Zwei couragierte
Zeugen wurden für ihr mutiges Einschreiten geehrt.
Gegen 03:45 Uhr gerieten eine sechsköpfige Gruppe deutscher Staatsangehöriger
mit drei deutschen Jugendlichen im Alter von 16, 17 und 19 Jahren in einen
Streit. Die dreiköpfige Gruppe war zuvor aus einer S-Bahn der Linie S1
ausgestiegen.
Auf dem Bahnsteig kam es zu einem Zusammentreffen der beiden Personengruppen und
anschließend zu einer verbalen Auseinandersetzung. Daraus entwickelte sich eine
massive körperliche Auseinandersetzung, die sich teilweise ins Gleis verlagerte.
Ein 40-jähriger türkischer Mitarbeiter der Deutschen Bahn bekam den Vorfall mit
und schritt ohne zu zögern ein. "Ich habe eigentlich nicht lange überlegen
müssen, weil ich davon ausging, dass dort jemand einen anderen töten will",
schilderte die Reinigungskraft bei der Ehrung in der Bundespolizeiinspektion
München.
Ein 35-Jähriger, der zu der sechsköpfigen Gruppe gehörte, und der 19-Jährige
schlugen sich auf den Gleissträngen und liefen Gefahr, von einer einfahrenden
S-Bahn erfasst zu werden. Der Mitarbeiter der Deutschen Bahn begab sich in den
Gefahrenbereich, trennte die beiden Männer. Da es an anderer Stelle des
S-Bahnhalts ebenfalls zu einer Auseinandersetzung kam, schritt er auch hier ein.
Der 40-jährige Helfer blieb unverletzt.
Ein 22-jähriger Deutscher, der ebenfalls schlichtend eingreifen wollte,
versuchte die Beteiligten zu beruhigen und stellte sich mutig zwischen sie.
Unvermittelt wurde er von dem 17-Jährigen angegriffen und schwer am Auge
verletzt. Der couragierte Helfer musste im Anschluss in ein Krankenhaus
eingeliefert und operiert werden. Bei der Ehrung äußerte der Angehörige einer
Freiwilligen Feuerwehr, dass er die Angst vor einem möglichen Angriff damals
einfach ausgeblendet hat und instinktiv helfen wollte.
Für die gezeigte Zivilcourage und die Bereitschaft, anderen Menschen in der Not
unter Einsatz ihres eigenen Lebens und ihrer Gesundheit zu helfen, sprach die
stellvertretende Leiterin der Bundespolizeiinspektion München, Polizeidirektorin
Sabine Mäder, beiden ihren Dank und ihre Anerkennung aus. Bei einem persönlichen
Gespräch in einem kleinen Rahmen erhielten die Männer eine Urkunde sowie ein
Präsent.
Die drei Jugendlichen wurden zwischenzeitlich vom Jugendschöffengericht des
Amtsgerichts München verurteilt. Der 19-Jährige erhielt eine Jugendstrafe von 2
Jahren und 4 Monaten. Der 17-Jährige wurde zu einer zweijährigen Jugendstrafe
auf Bewährung verurteilt. Gegenüber dem 16-Jährigen verhängte das Gericht eine
Woche Jugendarrest in Verbindung mit diversen Auflagen.
Die Staatsanwaltschaft München I legte hinsichtlich des Urteils des 19-jährigen
Angeklagten Berufung ein. Die Urteile der beiden Jüngeren sind bereits
rechtskräftig.
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Tim Oberfrank
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