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Frankfurt/Main (ots) - Biologika sind Medikamente, die gezielt in das
menschliche Immunsystem eingreifen. Deshalb haben Biologika-Therapien nicht nur
die Krebsbehandlung vorangetrieben, sondern gewinnen auch als fortschrittliche
Behandlungen für chronisch-entzündliche Krankheiten wie Morbus Crohn, Colitis
ulcerosa, rheumatoide Arthritis (RA) und weitere Autoimmunerkrankungen zunehmend
an Bedeutung.
Biologika sind enorm zielgerichtet wirkende Moleküle, die es heute ermöglichen,
Krankheiten zu behandeln, die bisher nicht oder nur schwer therapiert werden
konnten. Seit Einführung des ersten biopharmazeutisch hergestellten Insulins
Anfang der 80iger Jahre zählen Biologika zu den etablierten Therapieoptionen bei
vielen Autoimmun- oder chronischen Erkrankungen. Beispielsweise können sie
Gerinnungsfaktoren bei Blutkrankheiten ersetzen, zielgerichtet Krebszellen
angreifen oder Entzündungsprozesse im Immunsystem blockieren. Dabei sind
Biologika im Prinzip große Moleküle, oft 200 bis 1.000-mal so groß, wie
"klassische" kleine Moleküle in chemisch hergestellten Medikamenten. Auch die
Größe führt dazu, dass sie nicht als Tablette oral verabreicht werden können,
sondern sich chronisch erkrankte Menschen regelmäßig spritzen müssen.
Der medizinische Fortschritt kann Patienten Lebenszeit schenken: Durch
Fortschritte in der Therapie liegt die durchschnittliche
Fünf-Jahres-Überlebensrate für Frauen bei diagnostiziertem Brustkrebs aktuell
bei 90 Prozent, im Vergleich zu 75 Prozent Mitte der 70er-Jahre. Und die
durchschnittliche Zehn-Jahres-Überlebensrate liegt dank Prävention und neuer
biologischer Therapien inzwischen bei 83 Prozent. Es gibt verschiedene
Biologika-Gruppen, am häufigsten sind es "Antikörper". Die wirken beispielsweise
bei Autoimmunerkrankungen, wo das Abwehrsystem seine entzündungsfördernden
Botenstoffe fälschlicherweise gegen gesunde Zellen losschickt. Die Antikörper
unterdrücken dann die vermehrte Produktion von solchen Entzündungsstoffen und
die damit überschießende Immunreaktionen. Durch diese Unterdrückung kommt diese
Immunreaktion zur Ruhe: Patienten, die unter schwerem Asthma leiden, haben die
Chance, wieder aktiv am Leben teilzunehmen, Neurodermitis-Behandlungen lindern
den quälenden Juckreiz und bei chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen ist
freies Durchatmen wieder möglich.
Mehr als Zweidrittel aller Arzneimittel von Sanofi sind heute Biologika
Wegen ihrer medizinischen Präzision machen Biologika heute mehr als Zweidrittel
aller Arzneimittel des Unternehmens Sanofi aus. Am BioCampus von Sanofi im
Industriepark Höchst werden diese Medikamente, die das Immunsystem gezielt
beeinflussen, erforscht und entwickelt. Diese Verzahnung macht den Verbund zu
einem der größten pharmazeutischen Forschungs- und Produktionsstandorte von
Sanofi weltweit. Forschungsschwerpunkt ist hier wie auch global bei Sanofi die
Immunoscience.
"Immunoscience umfasst verschiedene Therapiegebiete: Atemwegserkrankungen wie
Asthma, entzündliche Darmerkrankungen, neurodegenerative Erkrankungen, Multiple
Sklerose, Krebs, aber auch seltene, heute noch nicht behandelbare Erkrankungen",
resümiert die Leiterin für die Erforschung Großer Moleküle bei Sanofi in
Deutschland Melanie Fischer. Der BioCampus zähle zu den zentralen Standorten von
Sanofi für die integrierte Wirkstoffforschung in der Immunologie. Genutzt werden
dafür auch KI-gestütztes Design und virtuelle Patienten. "Die Moleküle werden
mithilfe von KI am Computer nicht nur designt. Neuerdings werden auch die
Eigenschaften von Molekülen, wie die Effektivität und Verträglichkeit, aber auch
die Lagerstabilität oder Herstellbarkeit im industriellen Maßstab mittels KI
simuliert", erläutert Fischer. "Die Wirkung potenzieller Therapien wird
anschließend in Modellen, sognannten virtuellen Patienten analysiert."
Hergestellt werden können Biologika beispielsweise mit Hilfe von Zellen in einem
Fermentationsprozess. Dazu sind die lebenden Organismen so genetisch verändert,
dass sie einen Wirkstoff herstellen können. Dabei gilt für Biologika: Der
Prozess bestimmt das Produkt, denn der Prozess, der von Anfang an mit einer
Zelllinie definiert wird, muss während des gesamten Produktionszyklus auch im
größeren Maßstab beibehalten werden.Denn die Vermehrung von Zellen kann durch
geringste Schwankungen wie Veränderungen der Außentemperatur, des Salzgehaltes
oder der pH-Konzentration beeinflusst werden. Mithilfe modernster digitaler
Techniken werden deshalb alle Phasen der Herstellung kontrolliert, um
Abweichungen vorherzusagen oder zu vermeiden.
Erst kürzlich ist am BioCampus eine Produktionseinheit in Betrieb genommen
worden, die biotechnologische Wirkstoffe herstellt. Sie ist Teil des
Expertise-Verbunds, an dem alle Prozesse rund um mikrobiell hergestellte
Wirkstoffe in räumlicher Nähe beieinanderliegen: von der Forschung und
Entwicklung über die Wirkstoffproduktion, die Abfüllung in kleine Kartuschen und
das Verbauen in Applikationshilfen, den sogenannten Pens für Insuline oder
Autoinjektoren für die Immunologie-Produkte.
Die nächste Generation
Mittlerweile werden auch therapeutische Antikörper erforscht, die allein oder in
Kombination mit Nanobody®-Molekülen an zwei oder sogar drei verschiedene
Angriffspunkte andocken können. Nanobody®-Moleküle sind nur etwa ein Zehntel so
groß wie ein herkömmlicher Antikörper. Sie besitzen zwar eine vergleichbare
Fähigkeit, spezifische Zielstrukturen zu binden, können jedoch in einem
Baukastenprinzip wie Perlen auf einer Schnur miteinander kombiniert werden.
Durch ihre geringe Größe und gute Kombinierbarkeit können Forschende neue
Arzneimittel für komplexe Erkrankungen entwickeln, bei denen mehrere Signale und
Signalwege gleichzeitig eine Rolle spielen. Diese Flexibilität ermöglicht einen
breiten Einsatz beim Design von multispezifischen Biologika und ist eine
Weiterentwicklung im Vergleich zu den Anfängen antikörperbasierter Therapien.
Das macht sie zur nächsten Generation von therapeutischen Biologika mit einem
enormen Potenzial zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen, Krebserkrankungen
sowie seltener Erkrankungen.
Pressekontakt:
Sanofi in Deutschland
Unternehmenskommunikation
mailto:presse@sanofi.com
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/71182/6339536
OTS: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
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