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Mittelhessen: Staufenberg/Laubach: Betrüger rufen an - falscher Staatsanwalt erbeutet 20.000 Euro - beinahe Goldbarren übergeben - Polizei warnt und gibt Tipps

17.09.2026 17:56 Uhr Polizeipräsidium Mittelhessen - Pressestelle

Giessen (ots) - Erneut hat ein Betrüger hohe Beute gemacht. Der Unbekannte rief gestern Mittag eine Staufenberger Seniorin an und gab sich als Staatsanwalt aus. Er schockte die Frau, indem er angab, dass deren Schwiegertochter einen schweren Autounfall verursacht habe. Dabei sei ein Radfahrer verstorben. Nur gegen Zahlung einer Kaution könne eine drohende Haft noch abgewendet werden. Die 86-Jährige wurde nach Gießen zur Übergabe von 20.000 Euro Bargeld gelotst. Sie sollte zum Amtsgericht fahren. Offenbar wollte der angebliche Staatsanwalt so den Eindruck erwecken, dass alles seine Richtigkeit hat. Letztlich kam es im Bereich der Ringallee zur Geldübergabe an einen unbekannten Abholer. Der Fall wurde der Polizei im Nachgang angezeigt.

In Laubach verhinderte ein Anruf bei der echten Polizei einen Schaden. Im Rahmen einer ähnlichen Masche hatte man gestern die Übergabe eines Goldbarrens bereits vereinbart. Den Betroffenen kamen jedoch kurz vorher Zweifel. Sie riefen den Polizeinotruf und erkannten den bevorstehenden Betrug. Die Übergabe konnte somit in letzter Sekunde verhindert werden. In beiden Fällen laufen die Ermittlungen.

Um es den dreisten Betrügern möglichst schwer zu machen, bittet die Polizei um Mithilfe. Sprechen Sie mit älteren Angehörigen über die vielfältigen Maschen der Täter. Stellen Sie sich als Ansprechpartner für ihre Angehörigen zur Verfügung. Zeigen Sie die Möglichkeit auf, unter der Nummer 110 jederzeit die Polizei zu Hilfe holen zu können.

Betrüger manipulieren oftmals geschickt. In der Regel versuchen sie, ihre Opfer initial zu schockieren. In vergangenen Fällen kam es bereits zu zahlreichen Anrufen und Gesprächen, die sich teils über einen langen Zeitraum, in manchen Fällen Stunden, erstrecken können. Darin üben die Kriminellen im Verlauf immer mehr Druck auf ihre Opfer aus. Die dabei genutzten Betrugsmaschen sind vielfältig. Im Kontext von falschen Bankmitarbeitern ist der typische Ablauf der gängigsten Fälle wie folgt:

- Der Schockanruf: Die Täter rufen an und geben sich als Mitarbeiter Ihrer Bank oder Sparkasse aus. Oft behaupten sie, es seien "unregelmäßige Kontobewegungen" aufgefallen. Daher seien weitere Sicherheitsvorkehrungen nötig. - Die PIN-Falle: Unter dem Vorwand, die Karte sperren oder prüfen zu müssen, wird das Opfer gedrängt, die PIN preiszugeben. Entweder direkt am Telefon, vor Ort an den falschen Mitarbeiter oder durch Eingabe in eine gefälschte Website. - Die Abholung: Da die Karte angeblich "defekt" oder "unsicher" sei, kündigt der Anrufer an, ein Kurier oder Kollege werde sie sofort an der Haustür abholen, um sie zur Bank zu bringen. Teils wird versucht, auch weitere Wertgegenstände in Verwahrung zu nehmen, um sie so vor Dieben zu sichern. - Die Plünderung: Sobald die Betrüger Karte und PIN haben, heben sie umgehend Bargeld an Automaten ab oder tätigen Einkäufe.

Die Ermittler raten: Banken fragen telefonisch nicht nach Details, Wertgegenständen, Geheimnummern oder fordern Sie telefonisch zu Überweisungen auf. Sollte sich ein angeblicher Mitarbeiter bei Ihnen melden, ohne dass Sie darum gebeten haben: Legen Sie einfach den Hörer auf! Vergewissern Sie sich im Zweifel persönlich bei Ihrer Bank. Geben Sie auf keinen Fall Informationen zu Ihren Wertgegenständen, private Daten wie z.B. Bankkonto- und Kartendaten oder andere Zugangsdaten zu Kundenkonten (z.B. PayPal), heraus.

Im Zweifel gilt: Gespräch sofort beenden und die Polizei informieren!

Die Polizei Hessen bietet umfangreiche Präventionsangebote und gibt kostenlos Tipps. Kontakt zu den mittelhessischen Ansprechpersonen finden Sie auf unserer Internetseite: https://www.polizei.hessen.de/service/ansprechpersonen/kriminalpo lizeiliche-beratungsstelle-im-polizeipraesidium-mittelhessen

Pierre Gath, Pressesprecher

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Mittelhessen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Ferniestraße 8 35394 Gießen

Telefon: +49 641/7006-2055 (Pressetelefon) E-Mail: pressestelle.ppmh@polizei.hessen.de

Außerhalb der Regelarbeitszeit

Polizeiführerin/Polizeiführer vom Dienst (PvD) Telefon: +49 641/7006-3381 E-Mail: ful.ppmh@polizei.hessen.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/154582/6354246 OTS: Polizeipräsidium Mittelhessen - Pressestelle


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Polizeipräsidium Mittelhessen - Pressestelle
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