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Hannover (ots) - Die Sterberate von Schwangeren und Müttern ist in den letzten
20 Jahren um fast die Hälfte gesunken, doch seit etwas mehr als einem Jahr
steigt sie wieder an. "Aktuell steht einer der größten Erfolge der globalen
Gesundheitsarbeit auf dem Spiel", warnt Sebastian Tripp, Vorstandsvorsitzender
der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) anlässlich des heutigen Muttertags.
Grund dafür sei das massive Wegbrechen von Geldern nach der Schließung von
USAID, aber auch durch Einsparungen in den europäischen Haushalten.
Die USA, die über Jahrzehnte hinweg zu den größten Geldgebern der
internationalen Entwicklungszusammenarbeit zählte, stellte 2024 rund 14
Milliarden US-Dollar an Hilfsgeldern bereit. Doch kurz nach dem erneuten
Amtsantritt Donald Trumps wurde die Entwicklungshilfeorganisation USAID
aufgelöst und das Budget auf lediglich 3,5 Milliarden US-Dollar reduziert. Zuvor
war USAID in 25 Ländern aktiv, in denen ein Großteil der weltweiten
Sterblichkeit von Müttern sowie Kindern unter fünf Jahren verzeichnet wurde. Die
Hilfsorganisation finanzierte etwa die Hälfte aller externen Mittel für deren
gesundheitliche Versorgung.
Neben den USA haben mehrere europäische Geberländer, darunter auch Deutschland,
ihre Entwicklungshilfe-Etats gekürzt. Für viele Staaten, die auf internationale
Unterstützung angewiesen sind, bedeutet dies massive Einschnitte. Die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) mahnt, dass Gesundheitseinrichtungen schließen
müssen, Personal entlassen wird, und die medizinische Versorgung sich erheblich
verschlechtert. Dies ist besonders schwerwiegend für Schwangere und ihre
professionelle Begleitung vor, während und nach der Geburt. Ein Hauptgrund für
Müttersterblichkeit sind starke Blutungen, Infektionen und Geburtskomplikationen
- die besonders häufig bei sehr jungen Frauen auftreten.
Laut WHO stirbt jede zweite Minute eine Frau während oder nach Schwangerschaft
und Geburt. "Ohne den Zugriff auf die nötigen Hilfsmittel wird diese Zahl mit
hoher Wahrscheinlichkeit weiter steigen", prophezeit Sebastian Tripp und fordert
die deutsche Bundesregierung auf, ihrer Verantwortung nachzukommen. "Gerade
jetzt, wo sich der wichtigste Geldgeber zurückzieht, sollten andere, den
Menschenrechten verpflichtete Staaten erst recht in die globale Gesundheit
investieren - nicht zuletzt, damit der Muttertag weltweit ein echter Grund zum
Feiern ist."
Pressekontakt:
Nicole Langenbach
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
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OTS: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
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