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Berlin/Kyiv (ots) - Die Angriffe auf Wohngebiete, kritische Infrastruktur sowie
öffentliche Einrichtungen in der Ukraine haben in den vergangenen Monaten ein
besonders hohes Ausmaß erreicht. Zwischen Juli und September 2026 wurden laut
UN-Angaben 8.330 Zivilist*innen getötet oder verletzt. Dies bedeutet eine
Zunahme von 90 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die humanitäre
Hilfsorganisation Handicap International (HI) verurteilt in einem Bericht (https
://www.handicap-international.de/sn_uploads/de/document/Humanity__Inclusions__HI
__statement_on_the_use_of_Explosive_Weapons_Ukraine2026.pdf) aufs Schärfste das
verheerende Leid, das der Zivilbevölkerung durch die Bombardierung und den
Beschuss von Städten und Dörfern im Krieg zwischen Russland und der Ukraine
zugefügt wird.
In dem Bericht (https://www.handicap-international.de/sn_uploads/de/document/Hum
anity__Inclusions__HI__statement_on_the_use_of_Explosive_Weapons_Ukraine2026.pdf
) veröffentlicht Handicap International zudem eine Chronologie der schlimmsten
Angriffe auf die Zivilbevölkerung . Außerdem enthält er eine Auflistung der
tödlichsten Waffenarten. Darüber hinaus sind auch Informationen über Angriffe
der ukrainischen Streitkräfte enthalten.
Juli: der tödlichste Monat seit Mai 2022
Allein im Juli wurden 437 Zivilpersonen getötet und 2.610 verletzt, womit dieser
Monat der tödlichste seit Mai 2022 war. Insgesamt wurden in den ersten acht
Monaten des Jahres 2026 in der gesamten Ukraine mehr Zivilpersonen getötet und
verletzt als im gesamten Jahr 2025. Seit Beginn der Vollinvasion wurden
mindestens 73.451 Zivilistinnen und Zivilisten getötet oder verletzt.
Über 16.000 Langstreckendrohnen in drei Monaten gegen die Ukraine
Zwischen Juli und September 2026 starteten russische Streitkräfte 16.086
Langstreckendrohnen gegen Ziele in der Ukraine. Dies stellt eine der
intensivsten Phasen des Drohnenkriegs im Verlauf des Konflikts dar. Die
anhaltenden Angriffe mit Raketen, Drohnen, Bomben und Artillerie verursachen
großes menschliches Leid, zerstören Lebensgrundlagen und zwingen Familien zur
Flucht. Besonders betroffen sind Kinder, ältere Menschen und Menschen mit
Behinderungen.
"Das Leben in Kyiv ist kein Leben mehr - es ist Überleben."
"Das Leben in Kyiv ist ständige Ungewissheit: Man weiß nicht, ob man morgens
lebend aufwacht oder sicher zur Arbeit kommt, wenn es in der Nähe keine
Schutzräume gibt und das Kraftwerk neben der Metrostation wiederholt angegriffen
wird. Es bedeutet, abends mit seinem Kind Harry Potter zu lesen, nur um
plötzlich durch Explosionen vor dem Fenster unterbrochen zu werden und in den
Flur zu laufen. Es bedeutet, zu beobachten, wie nur einen Kilometer entfernt ein
Hochhaus brennt, und sich lediglich mit dem Gedanken zu trösten, dass der
Spielplatz darunter keine Kinderleben gefordert hat. Es bedeutet, jeden Tag die
Tränen der Angst in den Augen des eigenen Kindes zu sehen. Das Leben in Kyiv ist
kein Leben mehr - es ist Überleben."
- Inna, HI-Finanzreferentin, Kyiv, September 2026.
Handicap International (HI) fordert alle Konfliktparteien auf, das humanitäre
Völkerrecht und dessen Grundsätze zu achten, um den Schutz der Zivilbevölkerung
sowie den Schutz von humanitären Hilfskräften und Gesundheitspersonal jederzeit
zu gewährleisten. Das tatsächliche Ausmaß der Schäden an der Zivilbevölkerung -
sowohl bei den Opfern als auch bei der Infrastruktur - dürfte erheblich höher
sein, da viele Berichte über Verletzungen oder Todesfälle der Zivilbevölkerung
aufgrund des fehlenden Zugangs zu Gebieten in der Nähe der Front und zu Gebieten
unter russischer Kontrolle nicht überprüft werden können.
Lesen Sie hier über die 77-jährige Lidiya, die bei einem Drohnenangriff
(https://www.handicap-international.de/de/neuigkeiten/ukraine-lidiya-reha)
schwer verletzt wurde oder über die 75-jährige Lidiya, die von einer
Streumunition (https://www.handicap-international.de/de/neuigkeiten/ukraine-uebe
rleben-nach-streubombenangriff) getroffen wurde.
Über Handicap International e.V.
Handicap International / Humanity & Inclusion (HI)
(https://www.handicap-international.de/de/homepage) ist eine gemeinnützige
Organisation für Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit, die in rund 60 Ländern
aktiv ist. Wir setzen uns für eine solidarische und inklusive Welt ein. Wir
verbessern langfristig die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung und
unterstützen diejenigen, die besonderen Schutz benötigen. Außerdem arbeiten wir
für eine Welt ohne Minen und Streubomben sowie für den Schutz der
Zivilbevölkerung im Krieg. HI ist Co-Preisträgerin des Friedensnobelpreises von
1997. Handicap International e.V. ist der deutsche Verein von HI.
Pressekontakt:
Huberta von Roedern
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mail: mailto:h.vonroedern@hi.org
Mobil: +49 151 73 02 32 06
http://www.handicap-international.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/16206/6379924
OTS: Handicap International e.V.
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