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Wien (ots) - Das Theater an der Wien feiert sein 225-jähriges Bestehen und
präsentiert zum Jubiläum ein vielfältiges Programm aus epochalen Meisterwerken,
spannenden Neuentdeckungen und neuen Formaten für jung & alle.
Am 13. Juni 1801 öffnete das neu errichtete Theater an der Wien seine Pforten.
Zum 225-jährigen Bestehen dieses geschichtsträchtigen Hauses zeigt das
MusikTheater an der Wien in der Saison 2026/27 seine bedeutende Rolle in der
Entwicklung der allumfassenden Kunstform.
Auch wenn das Haus in der kommenden Spielzeit mit Budgetkürzungen konfrontiert
ist und die zweite Spielstätte des MusikTheaters an der Wien, die Kammeroper am
Fleischmarkt, bis auf Weiteres nicht bespielt werden kann, bleibt der hohe
künstlerische Anspruch unverändert. Ziel ist es, auf Augenhöhe mit dem Publikum
neue Maßstäbe zu setzen.
Szenisches Musiktheater
Inhaltlich liegt der Fokus in der Saison 2026/27 auf Werken, die sich mit der
Willkür von Macht und ihren Folgen für die Gesellschaft und das Individuum
befassen. Schon die frühen Meister der Oper behandelten dieses Thema
eindringlich, so etwa Francesco Cavalli in La Calisto (1651). Gemeinsam mit der
Lautenistin und Dirigentin Christina Pluhar und ihrem Ensemble L'Arpeggiata
bringt Intendant und Regisseur Stefan Herheim diese frühe, auf Ovids
Metamorphosen basierende Barockoper als kosmisches Zaubertheater auf die Bühne.
Mit Vera-Lotte Boecker führt eine der vielfältigsten Sopranistinnen der
Gegenwart ein herausragendes Vokalensemble mit u.a. Milan Siljanov, Giuseppina
Bridelli, Marcel Beekman und Jake Arditti an (Premiere am 16.09.2026,
Koproduktion mit der Staatsoper Unter den Linden Berlin).
Zwei Jahrhunderte später hat Richard Wagner mit seiner romantischen Oper Der
fliegende Holländer den Anspruch seines späteren Gesamtkunstwerks eindrucksvoll
vorweggenommen. Indem er das faszinierende Porträt von Senta ins Zentrum seiner
Inszenierung stellt, hinterfragt Regisseur Philipp Stölzl das Frauenbild des 19.
Jahrhunderts. Neben den arrivierten Wagner-Interpreten Jordan Shanahan und
Wilhelm Schwinghammer debütiert die kanadische Sopranistin Ambur Braid in Wien
(Premiere am 17.10.2026, Koproduktion mit der Staatsoper Unter den Linden
Berlin).
Die Erzählung von dem kleinen Prinzen, der von Planet zu Planet reist und viele
kuriose Begegnungen erlebt, und dem Piloten, der sich auf der Suche nach seinem
inneren Kind befindet, gehört zu den Klassikern der Literatur. Kein geringeres
Theater als die Mailänder Scala gab den Auftrag, daraus die Familienoper Il
piccolo principe ( Der kleine Prinz ) zu machen. Mit Emilie Renard in der
Hauptrolle und Gábor Kali am Pult der Wiener Symphoniker, wird die
amerikanisch-österreichische Regisseurin Louisa Muller diese zum ersten Mal in
Wien opulent und fantasievoll in Szene setzen. Einzelkarten gibt es für die
Familienoper schon ab dem 18. April 2026 zu kaufen (Premiere ist am 18.12.2026).
Hinter der schillernden Oberfläche von Nikolai Rimski-Korsakows abenteuerlicher
Satire Der goldene Hahn nach dem gleichnamigen Märchen von Alexander Puschkin
entfaltet sich eine beißende Kritik an Macht, Torheit und autokratischer
Selbstüberschätzung. Mit der 1909 in Moskau uraufgeführten Oper stellt sich der
russische Regisseur Maxim Didenko erstmals in Wien vor. In der Rolle des Königs
kehrt Günther Groissböck an das MusikTheater an der Wien zurück, und die Partie
der Königin von Schemacha übernimmt Liv Redpath. Am Pult des ORF
Radio-Symphonieorchester Wien steht zum ersten Mal Valentin Uryupin (Premiere am
22.01.2027).
In der zweiten Saisonhälfte jährt sich zum 200. Mal der Tod Ludwig van
Beethovens, der als "Hauskomponist" am Theater an der Wien die Musikgeschichte
zu revolutionieren begann. Zu diesem Anlass spielen wir seine einzige Oper in
einer Neuinszenierung unter dem Titel Leonore, die auf den beiden hier
uraufgeführten Fassungen rekurriert. Dirigentin Giedre Slekyte und Regisseur
Stefan Herheim haben bereits 2022 mit Leos Janáceks Das schlaue Füchslein unter
Beweis gestellt, welch künstlerisch inspirierende Partnerschaft sie verbindet.
Neben Julia Kleiter in der Titelpartie sind u.a. Attilio Glaser, Christoph Pohl
und Patrick Zielke zu erleben (Premiere am 27.02.2027).
Mit Georg Friedrich Händels Rinaldo gibt Regisseurin Nadja Loschky ihr
Hausdebüt. Diese Oper, mit welcher der Komponist 1711 seinen Triumphzug in
London begann, erzählt in überwältigender musikalischer Schönheit von Tätern und
Opfern eines Krieges, der keine Gewinner kennt. Vor der Akademie für Alte Musik
Berlin steht mit Francesco Corti einer der derzeit profiliertesten Interpreten
barocker Musik. Angeführt von Carlo Vistoli treten Yuriy Mynenko, Mélissa Petit,
Kateryna Kasper, Alejandro Baliñas Vieites, Rémy Brès-Feuillet und Dominique
Visse auf (Premiere am 09.04.2027, Koproduktion mit La Monnaie/De Munt Brüssel).
Konzertantes Musiktheater
Für Fans rein musikalischer Opernerlebnisse erweitert das MusikTheater an der
Wien sein Angebot an konzertantem Musiktheater. Das Spektrum der insgesamt elf
zur Aufführung gelangenden Meisterwerke reicht von Jean-Baptiste Lully über
Georg Friedrich Händel bis zu Gioachino Rossini. Zahlreiche herausragende
Sänger* innen, Dirigent* innen und Ensembles - einige als langjährige Partner
des Hauses, andere erstmals zu Gast - versprechen unvergessliche, musikalische
Momente. Darunter Ottavio Dantone, Francesco Corti, Raffaele Pe, Christina
Pluhar, David Stern und Aapo Häkkinen, die zu den gefragtesten Dirigent*innen
dieser Szene gehören und gemeinsam mit Sänger*innen wie Avery Amereau, Francesca
Aspromonte, Cyril Auvity, Erika Baikoff, Anastasia Bartoli, Max Emanuel Cencic,
Anett Fritsch, Delphine Galou, Arnaud Gluck, Alasdair Kent, Marianne Beate
Kielland, Julia Lezhneva, Maayan Licht, Dave Monaco, Luigi Morassi, Dennis
Orellana, Sophie Rennert und Sonja Runje ans jeweilige Werk gehen.
Ein weiterer Höhepunkt: Das Theater an der Wien wurde nicht nur zum Opernhaus
des Jahres 2025 ausgezeichnet, sondern ist nun auch Gastgeber der International
Opera Awards, deren Verleihung am 21. November 2026 stattfinden wird.
Kulturvermittlung TaWumm!
Ohne die Bespielung der Kammeroper muss das Nachwuchsprojekt CAMPUS vorerst
eingestellt werden. Dank der Unterstützung der Sponsoren des MusikTheaters an
der Wien kann das Angebot für das junge Publikum aber erhöht werden. Die große
Familienoper wird um zwei weitere, szenische Neuproduktionen für Kinder im
intimen Rahmen der Spielstätte "Hölle" ergänzt: In Klangstreich. Eine Note tanzt
aus der Reihe (ab 4 Jahren, Premiere 11.10.2026) geht es um das Faszinosum der
menschlichen Stimme und mit Gold! (ab 6 Jahren, Premiere 13.04.2027) kommt einer
der größten Erfolge der Kinder- und Jugendoper der letzten 15 Jahre nun zum
ersten Mal nach Wien. Die inszenierte Führung Bravissimo! (ab 6 Jahren) wird
aufgrund des enormen Erfolgs nun schon in der dritten Saison fortgesetzt. Bei
all diesen Vorstellungen haben Kinder jeden Alters die Chance, Oper ganz hautnah
zu erleben.
Und schließlich führt unsere Kulturvermittlung TaWumm! auch mit vielen Workshops
sowie monatlich neuen Open-House-Konzepten von Sing-along über Opernquiz
Generationen zusammen. Zahlreiche Workshops für Kinder und Erwachsene jeden
Alters laden zum aktiven Mitmachen ein. Ein besonderes Highlight stellen die neu
eingeführten Yogakonzerte auf der Bühne des Theaters an der Wien dar, die an
drei Terminen der Saison stattfinden. Für Kaffee und Kuchen sorgt dabei die
bewährte Hausgastronomie von DoN (ab 13.11.26).
Hölle!
Auch in dieser Spielzeit öffnen wir die Pforten zur "Hölle" und laden zu
besonders intimen Konzerten im "Kellertheater" unseres Hauses, wo mehrere
Publikumslieblinge ungewohnte Facetten ihres Könnens zeigen. Das Programm reicht
von Corazón Abierto mit Luciana Mancini & Puerto Tango, einem Streifzug durch
die Geschichte des Tangos, bis zu Große und kleine Fuge , einem originellen
Musiktheaterabend von Angelo Konzett, der Beethoven und Schubert als Puppen auf
die Bühne bringt. Unter dem Titel Schmäh, Charme und Operette präsentieren
Maximilian Mayr und Daniel Gutmann Wiener Lieder und Operettencouplets, während
das Ensemble Proxima D unter dem Titel Musica per liuto mit Lautenkonzerten und
Triosonaten von Antonio Vivaldi intime Klangwelten im Stil seiner späten Wiener
Jahre entfaltet. Bei Da Capo im Theater an der Wien lädt Casting-Direktor und
stellvertretender Intendant Peter Heilker ebendort herausragende
Künstler*innenpersönlichkeiten zum Gespräch ein. In dieser Saison sind
Intendantin, Schauspielerin, Society-Lady Marika Lichter (04.11.2026) und
Chordirektor Erwin Ortner (16.02.2027) zu Gast.
Kooperationspartner*innen
Fortgesetzt wird die langjährige, enge Zusammenarbeit mit dem Arnold Schoenberg
Chor (Ltg. Erwin Ortner), den Wiener Symphonikern und dem ORF
Radio-Symphonieorchester Wien.
Internationale Kooperationspartner:
Staatsoper Unter den Linden Berlin, La Monnaie / De Munt Brüssel
Pressekontakt:
MusikTheater an der Wien
Mag. Andrea Gruber
Telefon: +43 1588 30 1520
E-Mail: mailto:andrea.gruber@vbw.at
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/8227/6255714
OTS: Vereinigte Bühnen Wien - Opernintendanz, Theater an der Wien
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