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Osnabrück (ots) - Im Ringen um den in der Ostsee vor der Insel Poel gestrandeten
Buckelwal "Timmy" verteidigt Media-Markt-Mitbegründer Walter Gunz die maßgeblich
von ihm initiierte Rettungsaktion. Im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker
Zeitung" (noz) betonte der Unternehmer, dass es sich lohne, um das Leben des
Tieres zu kämpfen, auch wenn der Ausgang ungewiss sei. Ein Experte vor Ort habe
dem Wal nach einer Untersuchung am Donnerstag eine reelle Überlebenschance
eingeräumt. "Er sieht die Chance fifty-fifty und das ist etwas anderes als wenn
es zu 99 Prozent negativ aussieht", sagte Gunz.
Trotz vorheriger Einschätzungen von Umweltminister Till Backhaus (SPD) und der
Tierschutzorganisation Greenpeace, das Tier sei sterbenskrank und man solle es
in Ruhe sterben lassen, treibt Gunz die Aktion mit einem rund 40-köpfigen Team
und internationalen Experten voran. Ziel sei es, den Wal minimalinvasiv in
tieferes Gewässer und letztlich in die Nordsee zu leiten. Der 1946 geborene
Unternehmer betonte seine ethische Motivation: "Ich glaube, das Leben ist das
Wichtigste, was wir haben, und ich habe mich einfach verantwortlich gefühlt,
hier etwas zu tun."
Gunz beschreibt die Aktion als "Horrorprogramm mit ungeheuer vielen
Widerständen". Der Tribut sei enorm: "Die letzten sieben Tage mit drei bis vier
Stunden Schlaf im Schnitt, mit Hunderten von Mails und Whatsapp-Nachrichten und
über 70 Telefonaten pro Tag". Die mediale Lawine habe ihn völlig überrollt,
weshalb Gunz sein Engagement auch als "Fluch der guten Tat" bezeichnet. Im
Vergleich zur Gründung von MediaMarkt sei die jetzige Walrettungsaktion
wesentlich anstrengender. Seine damalige Arbeit sei rückblickend ein
"Spaziergang" gewesen.
"Ich bin überhaupt nicht zum Helden geboren. Ich will auch nicht der Held sein",
stellt er bei noz klar. Das Schicksal des Wals lasse ihn nicht los, da ihn ein
tieferliegendes Problem bewege: "Timmy ist ein Opfer des Irrsinns, der
Profitgier und der unüberlegten Handlungen des Menschen."
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