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Halle (ots) - Der für den aufsehenerregenden Drogentod einer Frau verurteilte
und vorzeitig entlassene Mediziner Andreas N. ist wieder im Gefängnis. Das
berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Wochenendausgabe).
Nach ihren Informationen wurde der Mann am Mittwoch an seinem Arbeitsplatz im
Landkreis Börde festgenommen. Grund ist erneut ein Drogendelikt. Der als
"Koksarzt von Halberstadt" bekanntgewordene Mann hatte zwischen 2015 und 2018
mehreren Frauen ohne deren Wissen Kokain und andere Substanzen verabreicht, um
sie beim Sex gefügig zu machen. Eine 38-Jährige starb an einer Überdosis.
Die Staatsanwaltschaft Halberstadt bestätigte am Freitag auf MZ-Anfrage, dass N.
erneut wegen eines Drogendelikts auffällig wurde. "Es trifft zu, dass er sich in
Haft befindet", sagte Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck, Leiter der
Staatsanwaltschaft in Halberstadt. Der Grund sei ein Verstoß gegen Auflagen. "Zu
den erteilten Auflagen gehörte, dass er kein Kokain konsumieren darf. Ein
Drogentest deutet darauf hin, dass er dagegen verstoßen haben könnte", sagte
Roggenbuck.
Das Landgericht Magdeburg habe deshalb einen Sicherungshaftbefehl erlassen. Über
das neuerliche Drogendelikt sagte Roggenbuck: "Das kann dazu führen, dass die
Aussetzung der Strafe auf Bewährung widerrufen wird." Auf MZ-Nachfrage, ob N.
erneut auch andere Personen in Gefahr gebracht habe, sagte Roggenbuck: "Dazu
kann ich nichts sagen."
N. verdankte seine vorzeitige Freilassung einem positiven Gutachten des
Maßregelvollzugs Bernburg. Darin wurde dem Straftäter bescheinigt, dass er seine
Drogensucht überwunden habe und keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit sei.
Eine Sprecherin des landeseigenen Klinikunternehmens Salus, das den
Maßregelvollzug betreibt, wollte sich am Freitag zum konkreten Fall unter
Verweis auf den Datenschutz nicht äußern. Allgemein sagte sie: "Grundsätzlich
werden Entscheidungen im Maßregelvollzug auf Basis umfassender fachlicher
Bewertungen und unter Beteiligung der zuständigen Gerichte und Behörden
getroffen." Einschätzungen erfolgten dabei "auf Grundlage der vorliegenden
Behandlungsergebnisse".
Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hagen Eichler
Telefon: 0391 400 66 94 10
hagen.eichler@mz.de
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OTS: Mitteldeutsche Zeitung
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