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Berlin (ots) -
- Es gibt keine sicheren, günstigen oder "kleinen" Atomkraftwerke -
Scheindebatte beenden
- Atomanlagen als Kriegsgefahr - Uranfabriken in Deutschland schließen
- Erneuerbare Energien bei 60 Prozent - Energiewende ist deutsche
Erfolgsgeschichte
Am 26. April 1986 explodierte das Atomkraftwerk (AKW) Tschernobyl in der
Ukraine. Über 300.000 Menschen verloren ihre Heimat, Tausende wurden verstrahlt,
viele starben. Trotz dieser Katastrophe, sowie des Reaktorunglücks von Fukushima
vor 15 Jahren, sprechen deutsche Politiker*innen, insbesondere der Union, immer
wieder von Wiedereinstieg oder AKW-Wiederinbetriebnahme.
Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender : "Die Tschernobyl-Katastrophe war ein brutaler
Einschnitt in das Leben vieler Menschen und sie wirkt bis heute nach. Vor dem
Hintergrund des enormen Gefahrenpotentials ist es grotesk, dass über neue
Atomprojekte diskutiert wird. Die Technologie ist und bleibt hochgefährlich."
Worüber die politische Scheindebatte aus Sicht des BUND nicht hinwegtäuschen
darf: Es gibt keine sicheren, günstigen oder 'kleinen' Reaktoren. Auch die
deutschen AKW können nicht einfach wieder angeschaltet werden.
Bandt: "Die Union verschwendet mit der Atomkraft-Scheindebatte unnötig Zeit und
Ressourcen. Söder, Spahn und Co. lenken von dem ab, was ökonomisch sinnvoll ist
und zum Wohl von Mensch und Umwelt notwendig: dem naturverträgliche Ausbau
Erneuerbarer Energien. Die Energiewende ist eine deutsche Erfolgsgeschichte, die
es gilt fortzuschreiben."
Vor 20 Jahren betrug der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung etwa
12 Prozent, heute sind es bereits 60 Prozent. Neue Atomprojekte behindern den
weiteren Zubau, binden Gelder und halten die EU in Abhängigkeit. So auch die
geplante Erweiterung der Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen. Der
französische Betreiber will dort durch eine Unternehmenskooperation mit dem
russischen Staatskonzern Rosatom auch Brennelemente sowjetischen Typs
herstellen.
Bandt: "Während in der Ukraine das AKW Saporischschja in Geiselhaft genommen
wird, duldet die deutsche Bundesregierung, dass die gleichen Leute auf deutschem
Boden Brennelemente für sowjetische AKW herstellen. So wird von deutschem Boden
aus die russische Kriegskasse mitfinanziert und die EU bleibt weiter vom
nuklearen Tropf Russlands abhängig. Die Bundesregierung muss dieses Projekt
stoppen und die Urananlagen in Lingen und Gronau endlich schließen."
Reaktorkatastrophen: Kosten nicht herunterspielen
Die ukrainische Umweltschutzorganisation Ecoaction setzt sich gegen Atomkraft
und für eine nachhaltige Energiepolitik ein. Geschäftsführer Olexi Pasyuk hat
mit 12 Jahren in Kiew die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erlebt.
Olexi Pasyuk, Ecoaction-Geschäftsführer: "Ich erinnere mich, wie wir auf dem
Schulhof mit Klassenkameraden überlegten, ob der Regen, der uns gerade auf den
Kopf fällt, wohl radioaktiv sei. Alle hatten Verwandte und Freunde, die vor
ihrer Zeit an den Folgen der Reaktorkatastrophe starben. Einerseits sieht die
ukrainische Gesellschaft mehrheitlich Atomkraft als notwendiges Übel.
Andererseits sehen wir gerade, wie das zentralisierte Stromsystem in
Kriegszeiten angegriffen wird und die Menschen sprechen sich gegen AKW-Zubau in
Kriegszeiten aus."
Das AKW Saporischschja wird weiterhin von russischen Soldaten besetzt.
Gleichzeitig berichtete die Internationale Atomenergiebehörde Ende 2025, dass
durch massive russische Drohnenangriffe der Schutzmantel um die
Tschernobyl-Atomruine seine wichtigste Sicherheitsfunktion verloren habe.
Dennoch erklärte die europäische Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
kürzlich, die Abkehr von der Atomkraft sei ein Fehler.
Pasyuk:"Es ist frustrierend, dass durch Pro-Atomkraft-Aussagen die enormen
gesellschaftlichen, menschlichen und finanziellen Kosten der Katastrophen von
Tschernobyl und Fukushima heruntergespielt werden. Es ist extrem wichtig, dass
Europa nicht vergisst, welche schrecklichen Folgen solche Reaktorkatastrophen
wie in Tschernobyl und Fukushima haben können. Es gibt keinen realistischen Weg
zurück in die Nuklearindustrie - die Alternativen sind da."
Breites Bündnis fordert Ende der Atomdebatte
Der BUND hat mit über 30 Sozial-, Umwelt- und Anti-AKW-Initiativen in
Deutschland einmal mehr die breite Ablehnung der Hochrisikotechnologie Atomkraft
bekräftigt. Denn klar ist: Atomkraftwerke sind ein überholtes Relikt eines
zerstörerischen Energiesystems.
Mehr Informationen:
- Aktuelle Podcast-Folge: "BUNDFunk I Das Ende der Atomenergie - oder doch
nicht?"; zu hören ist der BUNDfunk auf den verschiedenen Plattformen: Spotify
(https://open.spotify.com/episode/6TiMWssS0gEDCcuUP2g1fi?si=BbExWcN8RJ6M3HkltE
K6cQ&nd=1&dlsi=c358cef3af404f7a) , Podcast.de (https://www.podcast.de/episode/
703008867/bundfunk-l-das-ende-der-atomenergie-oder-doch-nicht) , YouTube
(https://youtu.be/N60O0KGjR8E?si=1IZmqWZ1FD3fdZdH) , PodcastAddict (https://po
dcastaddict.com/episode/https%253A%252F%252Fv42itt.podcaster.de%252Fbundfunk%2
52Fmedia%252FFolge_7_BUNDfunk_Atom_final.mp3&podcastId=6127018)
- Deklaration: Konsequente Energiewende nur ohne Atomkraft | April 2026 (https:/
/www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/atomkraft/260415-Deklar
ation-Konsequente-Energiewende-ohne-Atomkraft.pdf)
- BUND Faktencheck: Small Modular Reactors SMR (https://www.bund.net/fileadmin/u
ser_upload_bund/publikationen/atomkraft/Factsheet-Small-Modular-Reactors-BUND-
2025.pdf)
- BUND-Webseite Atomaukraft (https://www.bund.net/atomkraft/)
- Faktenblatt (https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/ato
mkraft/atomkraft_faktenblatt_10_gruende_gegen_aufzeitverlaengerung.pdf)
(2022): Laufzeitverlängerungen: unsicher, unrentabel, unnötig
- Kontakt: Juliane Dickel, Leitung Atompolitik, BUND-Expertin für
Energiepolitik, Tel.: +49 30 27586-562, E-Mail: juliane.dickel(at)bund.net
- Sie finden den BUND-Bundesverband auch auf Bluesky
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