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München (ots) - Ob Feierabendrunde, Wochenendtour oder Mehrtagestrekking:
Wanderstöcke, meist in Form von teleskopierbaren Modellen, sind zum Start in die
Wandersaison für viele Wandernde mittlerweile zum Standard geworden. Richtig
ausgewählt und eingestellt, können sie auf unebenem Gelände für mehr Halt sorgen
und vor allem beim Bergabgehen Knie und Sprunggelenke entlasten. Wann sich
Wanderstöcke besonders bewähren und worauf beim Kauf zu achten ist, erklärt
Thomas Michael Maier, Produktexperte bei TÜV SÜD.
Wann Wanderstöcke besonders sinnvoll sind
"Wanderstöcke können auf losem Untergrund, bei Nässe oder Geröll zusätzliche
Stabilität geben - entscheidend ist aber, dass sie zur Tour und zur Person
passen", sagt Thomas Michael Maier. "Gerade bergab lohnt sich der Einsatz
häufig, weil ein Teil der Last über Arme und Oberkörper abgefangen werden kann."
Auch wer mit schwerem Rucksack unterwegs ist, profitiert häufig von mehr Balance
und einem gleichmäßigeren Bewegungsablauf. Wie stark sich Wanderstöcke auf den
Energieaufwand auswirken, hängt von Tempo, Technik und Last ab. Besonders für
Einsteiger, ältere Wandernde oder Personen mit Gelenkproblemen kann der Einsatz
sinnvoll sein, da die Belastung besser verteilt wird.
Bergauf und bergab unterwegs
Für den Aufstieg werden die Stöcke in der Regel etwas kürzer eingestellt. In
steileren Passagen kann es hilfreich sein, alternativ am Schaft unterhalb des
Griffs zu greifen, sofern die Griffzone bzw. das Material dies zulässt. Für den
Abstieg werden die Stöcke meist etwas länger eingestellt, um den Oberkörper zu
stabilisieren und die Knie zu entlasten. Wichtig: Verriegelung und Segmente
unterwegs regelmäßig kurz prüfen - besonders bei Teleskopstöcken. Ein
unbemerktes Nachgeben oder Verdrehen kann bergab schnell zum Sicherheitsrisiko
werden. Als grobe Orientierung für die Grundlänge gilt: Wenn der Stock flach
aufgesetzt ist, sollte der Ellenbogen etwa einen rechten Winkel (ca. 90 Grad)
bilden. Wichtig ist zudem die richtige Technik: Die Schlaufen sollten aktiv
genutzt werden, damit die Kraftübertragung aus dem Handgelenk erfolgt und die
Hände entlastet werden.
Kauf-Check: Darauf kommt es bei Wanderstöcken an
1) Stabilität und Verriegelung
Stöcke sollten unter Belastung weder nachrutschen noch sich ungewollt verdrehen.
Entscheidend ist, dass die Verriegelungsmechanismen zuverlässig funktionieren
und sich korrekt einstellen lassen. Beim Kauf empfiehlt es sich daher, sich die
Handhabung vom Fachhändler erklären zu lassen, da sich die Systeme je nach
Modell unterscheiden können.
2) Material, Verarbeitung und Gewicht
Wanderstöcke bestehen häufig aus Aluminium oder Carbon, was sich auf Gewicht,
Dämpfung und Robustheit auswirkt. Während Carbon-Modelle oft leichter sind und
Vibrationen besser dämpfen, gelten Aluminiumstöcke als widerstandsfähiger
gegenüber Stößen. Gerade bei anspruchsvollen Touren oder im alpinen Gelände kann
die Bruchfestigkeit ein entscheidendes Kriterium sein. Wichtig sind zudem eine
saubere Verarbeitung ohne scharfe Kanten sowie stabile, spielfreie Verbindungen
der Segmente.
3) Griff, Schlaufe, Ergonomie
Der Griff sollte auch bei schwitzigen Händen sicher und angenehm in der Hand
liegen. Materialien wie Kork oder Schaum bieten je nach Vorliebe
unterschiedliche Vorteile. Schlaufen sollten verstellbar sein, gut sitzen und
keine Druckstellen verursachen. Eine ergonomische Anpassung ist entscheidend, um
Ermüdung der Hände und Fehlbelastungen zu vermeiden.
4) Spitze und Zubehör
Robuste Spitzen eignen sich besonders für steinige Wege, während Gummipuffer auf
Asphalt für weniger Geräusche sorgen und den Untergrund schonen können. Für
weichen Boden oder Schnee sind passende Teller sinnvoll, die ein Einsinken
verhindern. Je nach Einsatzgebiet kann es daher sinnvoll sein, auf wechselbares
Zubehör zu achten.
5) Prüfzeichen als Orientierung
Ein TÜV SÜD-Prüfzeichen kann eine zusätzliche Orientierung bieten, insbesondere
wenn es Aussagen zu sicherheitsrelevanten Eigenschaften macht. Für Wanderstöcke
mit variabler Länge gibt es bei TÜV SÜD ein freiwilliges Prüfprogramm, das unter
anderem die Haltekraft, die Rückdrehsicherheit und die Bruchstabilität bewertet.
Ergänzend kann auch das GS-Zeichen ("Geprüfte Sicherheit") als Hinweis auf
geprüfte Produktsicherheit dienen. Dabei ist es wichtig, auf die konkrete
Aussage des Prüfzeichens zu achten, da nicht jedes Zeichen automatisch alle
sicherheitsrelevanten Aspekte abdeckt.
Pflege-Tipp nach der Tour
"Vor dem Verstauen lohnt sich ein kurzer Materialcheck: Sind die Segmente
trocken, ist die Spitze intakt und funktioniert die Verriegelung einwandfrei?
Das verlängert die Lebensdauer und gibt bei der nächsten Tour ein besseres
Gefühl", empfiehlt der TÜV SÜD-Experte. Zusätzlich sollten die Stöcke nach
Touren bei Nässe oder Schmutz gereinigt und vollständig getrocknet werden, um
Korrosion oder Funktionsstörungen zu vermeiden. Auch ein gelegentliches Zerlegen
- sofern vom Hersteller vorgesehen - kann helfen, die Mechanik langfristig
zuverlässig zu halten.
Weitere Informationen gibt es HIER.
(https://www.tuvsud.com/de-de/branchen/konsumgueter-und-handel)
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