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Berlin (ots) - Gemeinsames Positionspapier fordert umfassende Ausnahme für das
Gesundheitswesen
Pharma Deutschland und der Verband der Deutschen Dental-Industrie (VDDI) fordern
eine grundlegende Überarbeitung der geplanten europäischen PFAS-Beschränkung für
den Gesundheitsbereich. In einem gemeinsamen Positionspapier (https://www.pharma
deutschland.de/index.php?id=1&type=565&file=redakteur_filesystem/public/Stellung
nahmen_und_Positionspapiere/Positionspapier_PD_VDDI_PFAS_in_Produkten_fuer_das_G
esundheitswesen.pdf) warnen beide Verbände davor, dass die derzeit diskutierten
Regeln die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Arzneimitteln und
Medizinprodukten gefährden können. Was von der Europäischen Union als
Umweltschutzmaßnahme gedacht ist, darf nicht dazu führen, dass notwendige
Arzneimittel, Medizinprodukte und zahnmedizinische Produkte schwerer verfügbar
werden. Deshalb braucht es aus Sicht der beiden Verbände umfassende und
dauerhafte Ausnahmen für den Gesundheitssektor.
PFAS werden unter anderem bei der Herstellung von Arzneimitteln und
Medizinprodukten bspw. in Filtern, Dichtungen, Schläuchen, Verpackungen sowie in
Bestandteilen von Medizinprodukten eingesetzt, weil sie besonders
widerstandsfähig und zuverlässig sind. Insbesondere wäre das Fehlen von PFAS in
der sterilen Arzneimittelherstellung und bei Verpackungskomponenten für
empfindliche Präparate kritisch, wo Materialwechsel die Qualität, Haltbarkeit
und Verfügbarkeit von Produkten beeinträchtigen können.
Wenn wichtige Materialien, Bauteile oder Wirk- und Hilfsstoffe wegfallen, können
Arzneimittel und Medizinprodukte im schlimmsten Fall nicht mehr verlässlich
hergestellt, eingesetzt oder geliefert werden. Das kann zu
Therapieunterbrechungen, eingeschränkten Behandlungsmöglichkeiten und
zusätzlicher Unsicherheit im Versorgungsalltag führen.
Die Verbände betonen zugleich, dass sich die Branche der Risiken bewusst ist,
die von bestimmten PFAS für Umwelt und Gesundheit ausgehen können. Unternehmen
arbeiten bereits daran, PFAS dort zu ersetzen, wo dies technisch und
regulatorisch möglich ist, Lieferketten besser zu analysieren und neue
Alternativen zu entwickeln. Viele größere Unternehmen engagieren sich dazu
bereits in einer öffentlich-privaten Partnerschaft im Rahmen der Innovative
Health Initiative.
Allerdings lassen sich selbst dort, wo Ersatzlösungen grundsätzlich denkbar
sind, im Gesundheitswesen nicht einfach von heute auf morgen einführen. Neue
Materialien müssen geprüft, behördlich bewertet und in bestehende
Herstellungsprozesse eingebunden werden. Nach Angaben der Verbände kann das
viele Jahre dauern, in einzelnen Fällen sogar bis zu 20 Jahre. Die bislang
vorgesehenen befristeten Ausnahmen reichen dafür aus Sicht der Verbände nicht
aus. Notwendig ist aus Sicht der Verbände deshalb ein differenzierter Ansatz:
problematische Emissionen senken, Ersatzstoffe gezielt fördern und gleichzeitig
unverzichtbare Anwendungen für die Versorgung absichern.
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Der Pharma Deutschland e.V. ist der mitgliederstärkste Branchenverband der
Pharmaindustrie in Deutschland. Er vertritt die Interessen von rund 400
Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter beschäftigen. Die in Pharma Deutschland e.V. organisierten
Unternehmen tragen maßgeblich dazu bei, die Arzneimittelversorgung in
Deutschland zu sichern. So stellen sie fast 80 Prozent der in Apotheken
verkauften rezeptfreien und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel
sowie einen Großteil der stofflichen und dentalen Medizinprodukte für die
Patientinnen und Patienten bereit. Unter http://www.pharmadeutschland.de gibt es
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