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München (ots) - Geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und verschärfte
regulatorische Anforderungen belasten Industrieunternehmen in Deutschland,
Österreich und der Schweiz zunehmend. Unternehmen erwarten durchschnittliche
Kostensteigerungen von elf Prozent, können davon jedoch nur rund zwei Drittel
über Preiserhöhungen an ihre Kunden weitergeben. Gleichzeitig erfordern volatile
Märkte schnellere und flexiblere Preisprozesse, auf die viele Unternehmen
bislang nicht vorbereitet sind.
- B2B-Unternehmen erwarten im Durchschnitt 11 % höhere Kosten
- Im Schnitt werden nur rund zwei Drittel geplanter Preiserhöhungen tatsächlich
umgesetzt
- 60 % sehen bereits heute deutliche negative Auswirkungen auf ihr Geschäft
- Viele Unternehmen wollen kurzfristig Preise erhöhen - arbeiten intern aber
weiterhin mit Prozessen, die auf jährliche Preisanpassungen ausgerichtet sind
- Wettbewerbsdruck bleibt die größte Hürde bei Preisverhandlungen
- Unternehmen sehen Nachholbedarf bei Preisverhandlungen und Preiskommunikation
Steigende Rohstoffpreise, höhere Logistikkosten und geopolitische Unsicherheiten
verschärfen die wirtschaftlichen Herausforderungen für Industrieunternehmen in
Deutschland, Österreich und der Schweiz. Laut der aktuellen "B2B Price Increase
Study 2026" der globalen Strategieberatung Simon-Kucher rechnen Unternehmen
branchenübergreifend mit durchschnittlich elf Prozent höheren Kosten.
Besonders kritisch sind gemäß Studie zwei Entwicklungen: Viele Unternehmen geben
steigende Kosten von vornherein nur teilweise weiter. Gleichzeitig gelingt es
häufig nicht, angekündigte Preiserhöhungen vollständig durchzusetzen. Im
Durchschnitt werden nur rund zwei Drittel der kommunizierten Preiserhöhungen
realisiert. Viele Unternehmen bleiben dadurch auf einem erheblichen Teil der
gestiegenen Kosten sitzen.
Überdurchschnittlich stark betroffen sind gemäß Studie Verpackungshersteller,
Baustoffunternehmen und Komponentenhersteller. In der Verpackungsindustrie
erwarten die befragten Unternehmen Kostensteigerungen von knapp 17 Prozent. "In
vielen Unternehmen gelten Preiserhöhungen noch immer als einmaliges
Kriseninstrument", sagt Dr. Markus Mayer, Partner bei Simon-Kucher. "Wer Preise
nur reaktiv erhöht und keine agilen Prozesse etabliert, reagiert schlicht zu
langsam auf geopolitische Kostenschocks."
Zwischen Anspruch und Realität klafft eine massive Lücke
Aus Sorge vor Wettbewerbsverlusten, schwierigen Kundenverhandlungen oder
langfristigen Vertragsbindungen verzichten viele Unternehmen auf konsequente
Kostenweitergabe. "Das eigentliche Problem ist oft nicht die Höhe der
Kostensteigerung, sondern die fehlende Fähigkeit, Preise konsequent
durchzusetzen", sagt Carola Golz, Senior Director bei Simon-Kucher. "Viele
Unternehmen verlieren Preiserhöhungen nicht im Markt, sondern im eigenen
Vertriebsprozess."
Klassische Preisrunden stoßen an ihre Grenzen
Die Studie zeigt zudem deutlichen Nachholbedarf im Pricing vieler Unternehmen.
Zwar wollen zwei Drittel der Befragten Preiserhöhungen innerhalb von drei
Monaten umsetzen, viele Unternehmen arbeiten intern weiterhin in starren
jährlichen Preisprozessen.
Auch in der Vertriebssteuerung fehlt es häufig an klaren Vorgaben: Nur rund 30
Prozent der Unternehmen definieren klare Ziel- oder Mindestpreise für
Verhandlungen. Weniger als jedes fünfte Unternehmen plant Zugeständnisse
systematisch im Voraus. Verbesserungspotenzial sehen die Befragten vor allem in
einer besseren Nachverfolgung realisierter Preissteigerungen, stärker
differenzierten Preiserhöhungen und einer stärkeren Vorbereitung von
Preisverhandlungen.
"Viele Unternehmen haben zudem ein Kommunikationsproblem", sagt Mayer. "Sie
begründen Preiserhöhungen fast ausschließlich mit gestiegenen Kosten. Das wird
jedoch zum Risiko, sobald Kosten wieder sinken - denn dann geraten auch Preise
unmittelbar unter Druck."
Flexibles Preismanagement wird zum Wettbewerbsfaktor
Die aktuellen geopolitischen Verwerfungen zeigen, wie schnell politische
Entscheidungen Auswirkungen auf ganze Branchen haben. "Unternehmen, die ihr
Pricing nicht modernisieren, riskieren dauerhaft ihre Profitabilität", so Mayer.
"Top-Performer etablieren klare Entscheidungsregeln, schnelle Umsetzungsprozesse
und eine konsequente Kontrolle tatsächlich realisierter Preiserhöhungen."
*Über die Studie: Für die "Simon-Kucher B2B Price Increase Study 2026" wurden im
April 2026 insgesamt 213 Führungskräfte aus Industrie- und B2B-Unternehmen in
Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Die Teilnehmer stammen
überwiegend aus Geschäftsführung, Vertrieb und Pricing-Funktionen verschiedener
Industriebranchen, darunter Maschinenbau, Baustoffe, Verpackung, Elektronik und
Komponentenfertigung.
Über Simon-Kucher
Simon-Kucher ist eine globale Unternehmensberatung mit mehr als 2.200
Mitarbeitenden in über 30 Ländern. Als verlässlicher Partner für Commercial
Excellence unterstützen wir Unternehmen dabei, nachhaltiges und profitables
Wachstum zu realisieren. Wir verbinden tiefgehende Beratungsexpertise mit
Spezialisierung auf Wachstumsstrategien und technologischer Kompetenz, um
messbare Ergebnisse zu erzielen. Wir optimieren sämtliche Hebel der
kommerziellen Strategie - von Produkt, Pricing und Innovation bis hin zu
Marketing und Vertrieb - konsequent ausgerichtet am Kundennutzen und der
Zahlungsbereitschaft. Mit über 40 Jahren Erfahrung in der Monetarisierung gelten
wir als weltweit führende Beratung für Commercial Growth und Pricing.
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Für Rückfragen und detaillierte Informationen stehen wir Ihnen gerne zur
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Roxana Müller (Communications & Marketing Manager)
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OTS: Simon - Kucher & Partners
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