|
Berlin (ots) -
- Finanzierungsvolumen der vdp-Mitglieder erhöht sich auf 39,8 Mrd. Euro
- vdp nimmt Stellung zur Sorge der BaFin über LTV-Kennziffern bei WIFSta
Die im Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) zusammengeschlossenen Institute
reichten von Januar bis März dieses Jahres Immobiliendarlehen im Volumen von
39,8 Mrd. Euro aus. Gegenüber dem Vorjahresquartal 2025 belief sich der Anstieg
auf 5,9 % (Q1 2025: 37,6 Mrd. Euro). Auch im Vergleich mit dem direkten
Vorquartal stand ein Plus in Höhe von 4,2 % zu Buche (Q4 2025: 38,2 Mrd. Euro).
Den größeren Anteil des Immobilienfinanzierungsvolumens machten im
Berichtsquartal erneut die Wohnimmobiliendarlehen aus: Ihr Neugeschäft summierte
sich auf 25,2 Mrd. Euro, ein Zuwachs um 2,4 % im Vergleich zum Vorjahreswert (Q1
2025: 24,6 Mrd. Euro). Etwas dynamischer - mit einer Wachstumsrate von 12,3 %,
jedoch ausgehend von einem im langfristigen Vergleich niedrigen Niveau -
entwickelte sich das Volumen an neuen Darlehen für Gewerbeimmobilien. Es
erreichte einen Wert von 14,6 Mrd. Euro (Q1 2025: 13,0 Mrd. Euro).
"Von der Bundesbank ermittelte Loan-to-Value-Kennziffern bei der WIFSta
überzeichnen das tatsächliche Risiko." Jens Tolckmitt
"Zu Beginn des Jahres 2026 befand sich der Immobilienfinanzierungsmarkt weiter
im leichten Aufschwung. Allerdings werden sich mögliche Auswirkungen des
Iran-Kriegs auf das Finanzierungsgeschäft erst im zweiten Quartal zeigen",
erläuterte vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt . Er nahm zudem Bezug auf die
jüngsten Aussagen der BaFin, die mit Blick auf die Ergebnisse der Datenerhebung
über Wohnimmobilienfinanzierungen (WIFSta) der Bundesbank für das vierte Quartal
2025 von erhöhten Risiken in der Immobilienfinanzierung gesprochen hatte. "Die
ermittelten Loan-to-Value-Kennziffern (LTV) bei der WIFSta überzeichnen das
tatsächliche Risiko. Denn ein WIFSta-LTV bezieht sich nur auf das zu
finanzierende Objekt - zusätzliche Sicherheiten, die Kreditnehmer stellen, wenn
die zu finanzierende Immobilie als Sicherheit nicht ausreicht, werden dabei
nicht berücksichtigt." Außerdem ginge eine hohe LTV grundsätzlich mit einer
hohen Bonität des Kunden einher. Dies bedeute, die Ausfallwahrscheinlichkeit sei
in diesen Fällen gering.
"Die Gründe für die hohen LTVs liegen auf der Kostenseite", so Tolckmitt weiter:
Zum einen seien die Transaktionskosten in Deutschland vergleichsweise hoch, zum
anderen seien die Baukosten über einen langen Zeitraum äußerst stark gestiegen.
Mit den Planungen zum Gebäudetyp E sei die Bundesregierung auf dem richtigen
Weg, weiteren Kostensteigerungen entgegenzutreten, aber das werde sich nicht
kurzfristig in einem sinkenden Fremdmittelbedarf niederschlagen.
Zu der von der BaFin in Aussicht gestellten Aktivierung makroprudenzieller
Instrumente merkte Tolckmitt an, dass diese Maßnahme nur dann gerechtfertigt
wäre, wenn eine sich selbst verstärkende Spirale aus steigenden
Immobilienpreisen, gelockerten Kreditvergabestandards und stark steigender
Kreditvergabe eintreten würde." Dieser Fall sei jedoch nicht gegeben: Die Preise
stiegen in etwa auf Inflationsniveau, das Finanzierungsgeschäft zeige insgesamt
auch nur ein moderates Wachstum, und die Kreditvergabestandards seien stabil,
das habe die Deutsche Bundesbank jüngst in ihrem "Bank Lending Survey"
bestätigt, so Tolckmitt.
Wohnimmobilienfinanzierung: Ein- und Zweifamilienhäuser dominieren
Vom gesamten Wohnimmobilienfinanzierungsvolumen der Pfandbriefbanken in Höhe von
25,2 Mrd. Euro entfielen 11,9 Mrd. Euro bzw. 47,2 % auf Darlehen für Ein- und
Zweifamilienhäuser. Dahinter rangierten Darlehen für Mehrfamilienhäuser mit
einem Volumen von 6,5 Mrd. Euro (25,8 %) und für Eigentumswohnungen mit einem
Volumen von 5,6 Mrd. Euro (22,2 %).
Gewerbeimmobilienfinanzierung: Büro-Darlehen in Höhe von 6,9 Mrd. Euro
Das Neugeschäft in der Gewerbeimmobilienfinanzierung in Höhe von 14,6 Mrd. Euro
im Auftaktquartal 2026 war im Wesentlichen auf Darlehen für Büroobjekte (6,9
Mrd. Euro) und für Handelsgebäude (4,7 Mrd. Euro) zurückzuführen. Beide
Objektklassen erreichten jeweils zweistellige Wachstumsraten im Vergleich zum
Vorjahresquartal. Die Darlehensvergabe für Hotels belief sich von Januar bis
März dieses Jahres auf 0,6 Mrd. Euro, für Industriegebäude auf 0,2 Mrd. Euro und
auf sonstige gewerblich genutzte Objekte auf 2,2 Mrd. Euro.
Seitwärtsbewegung beim Immobilienfinanzierungsbestand
Die von den vdp-Mitgliedsinstituten ausgereichten Immobiliendarlehen erreichten
zum 31. März 2026 eine Summe von 1.040,4 Mrd. Euro. Der
Immobilienfinanzierungsbestand lag damit auf dem Niveau des Vorquartals
(31.12.2025: 1.040,3 Mrd. Euro). Der weit überwiegende Anteil des
Finanzierungsvolumens (85,4 %) entfiel auf Objekte in Deutschland.
Die vollständigen Daten zum Immobilienfinanzierungsgeschäft der
vdp-Mitgliedsinstitute sowie Tabellen und Grafiken zur freien Verwendung sind
auf der vdp-Website erhältlich - unter folgendem LINK.
(https://www.pfandbrief.de/deutlicher-zuwachs-an-immobiliendarlehen/)
Pressekontakt:
Carsten Dickhut
T +49 30 20915-320
E mailto:dickhut@pfandbrief.de
Horst Bertram
T +49 30 20915-380
E mailto:bertram@pfandbrief.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/29608/6282456
OTS: Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) e.V.
|