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Bonn/Berlin/Heidelberg (ots) - Ansprechende Verpackungen, Werbung in den
Sozialen Medien und künstliche Aromen: So vermarktet die Tabak- und
Nikotinindustrie gesundheitsschädliche Produkte und spricht damit vor allem
junge Menschen an. Wer in die Falle tappt, wird schnell abhängig vom Suchtstoff
Nikotin: Freie Wahl? Von wegen! Mit einem Plakat macht die Deutsche Krebshilfe
gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR) und dem Deutschen
Krebsforschungszentrum (DKFZ) anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai auf
die Strategien der Tabakindustrie aufmerksam. Zudem stellen die Organisationen
Forderungen an die Politik.
Rauchen ist nach wie vor das größte Gesundheitsrisiko für unsere Gesellschaft:
Jeder siebte Todesfall in Deutschland und rund 20 Prozent der Krebsfälle gehen
auf das Rauchen zurück. "Der Rückgang der jugendlichen Raucher ist eine sehr
positive Entwicklung. Doch der steigende E-Zigarettenkonsum in dieser Gruppe
macht diesen Erfolg zunichte - und bereitet uns große Sorgen. Ganz abgesehen
davon, dass E-Zigaretten ebenso wie Tabakzigaretten viele krebserregende Stoffe
enthalten, entsteht so eine neue Generation Nikotinsüchtiger", so Gerd
Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. Fast 70 Prozent derjenigen, die
E-Zigaretten verwenden, rauchen zusätzlich Tabakzigaretten.
Plakat zum Weltnichtrauchertag
Seit inzwischen 25 Jahren veröffentlicht die Deutsche Krebshilfe zusammen mit
dem ABNR Plakatmotive zum Weltnichtrauchertag. Das diesjährige Motiv macht
deutlich, auf welche Weise die Tabak- und Nikotinindustrie ihre Konsumenten
beeinflusst: Durch den Suchtstoff Nikotin und professioneller Vermarktung bleibt
Rauchenden praktisch keine freie Wahl. Wer jedoch aufhört, holt sich die
Kontrolle zurück. Das Motiv ist als Wendeplakat verfügbar: Eine Seite zeigt das
Motiv mit E-Zigarette, auf der anderen Seite ist es mit Tabakzigarette
abgebildet. Interessierte finden das Motiv zum Weltnichtrauchertag als Plakat
sowie als Banner in unterschiedlichen Formaten und als animierten Clip zusammen
mit weiteren Informationsmaterialien zum Herunterladen oder Bestellen unter:
http://www.krebshilfe.de/weltnichtrauchertag . Die Motive der vergangenen Jahre
sind einzusehen auf http://www.weltnichtrauchertag.de .
Politische Forderungen zum Weltnichtrauchertag
Aromen- und Werbeverbot
Die Tabak- und Nikotinindustrie setzt verschiedene Strategien ein, um ihre
Produkte für ihre - oft jungen - Kunden attraktiv zu machen. Dazu gehören
Nikotinprodukte in süßen Geschmacksrichtungen und indirekte Werbung über
Influencer in Sozialen Medien. "Der Markt wird aktuell geflutet mit einer immer
breiter und bunter werdenden Palette an nikotinhaltigen Produkten. Darauf müssen
wir schneller reagieren", sagt Prof. Dr. Sabina Ulbricht, Vorstandsvorsitzende
des ABNR. "Der aktuell viel diskutierte Vorschlag, 13 Kühl- und Inhaltsstoffe in
E-Zigaretten zu verbieten, geht in die richtige Richtung, um Kinder und
Jugendliche vor dem Einstieg in den Konsum dieser Produkte zu schützen - er ist
jedoch nur ein Anfang. Wir brauchen zudem die konsequente Umsetzung des
Werbeverbots für E-Zigaretten und andere Nikotinprodukte in den sozialen
Medien."
Verpackungen standardisieren
Ein weiteres wichtiges Instrument der Tabakindustrie, um ihre Produkte zu
vermarkten, ist die Verpackung. "Im Gegensatz zu Verpackungen anderer Produkte
wird die Zigarettenschachtel mehrmals hervorgeholt und ist damit sowohl für
Rauchende selbst als auch für ihr soziales Umfeld ständig sichtbar", so Prof.
Dr. Ute Mons, Leiterin des WHO-Kollaborationszentrums zur Tabakkontrolle am
DKFZ. "Standardisierte Verpackungen verringern die Attraktivität von
Tabakerzeugnissen, nehmen ihnen die Werbefunktion und erhöhen die Auffälligkeit
der Gesundheitswarnungen auf den Verpackungen. Damit halten sie
nachgewiesenermaßen Nichtrauchende - insbesondere Jugendliche - davon ab, mit
dem Rauchen anzufangen." Acht EU-Länder, beispielsweise die Niederlande und
Frankreich, haben bereits standardisierte Verpackungen für Tabak- und
Nikotinprodukte eingeführt.
Rauchverhalten in Deutschland
Die Raucherzahlen in Deutschland sind nach wie vor auf einem hohen Niveau: Mehr
als jede vierte erwachsene Person raucht. Besonders hoch ist die Raucherquote
unter jungen Erwachsenen: Im Alter von 18 bis 29 Jahren rauchen über 40 Prozent
der Männer und rund 30 Prozent der Frauen. Auf der anderen Seite ist die Zahl
der Minderjährigen, die Tabakzigaretten rauchen, in den letzten Jahrzenten
kontinuierlich zurückgegangen. In der Altersklasse von 12 bis 17 Jahren gehört
inzwischen die E-Zigarette allerdings zu den beliebtesten Nikotinprodukten.
Forderungen des ABNR an die Politik
Das Aktionsbündnis Nichtrauchen, in dem neben der Deutschen Krebshilfe 19
weitere bundesweit tätige Gesundheitsorganisationen vertreten sind, fordert
gesetzliche Maßnahmen, um den Tabak- und Nikotinkonsum in Deutschland
einzudämmen:
- Die jährliche deutliche Erhöhung der Tabaksteuer für konventionelle Zigaretten
und E-Zigaretten
- Den umfassenden Schutz vor Passivinhalation für alle
- Aufklärungskampagnen zu Risiken von Tabak- und neuen Nikotinprodukten
- Das vollständige Verbot von Sponsoring und Marketing für Tabak- und
Nikotinprodukte, insbesondere in Online-Medien
- Einheitsverpackungen für alle Tabak- und Nikotinprodukte
- Das Verbot von Aromastoffen in E-Zigaretten
- Das Verbot von Einweg-E-Zigaretten
- Kostenfreie Angebote der Tabak- und Nikotinentwöhnung für Rauchende in der
Gesundheitsversorgung
Weitere Informationen unter http://www.abnr.de .
Interviewpartner auf Anfrage!
Ansprechpartner für die Presse:
Charlotte Weiß
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stiftung Deutsche Krebshilfe
Buschstr. 32
53113 Bonn
Tel.: +49 228 / 72990-96
E-Mail: mailto:presse@krebshilfe.de
http://www.krebshilfe.de
Dr. Sibylle Kohlstädt
Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 / 42-2843
E-Mail: mailto:s.kohlstaedt@dkfz.de
http://www.dkfz.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/116010/6283095
OTS: Deutsche Krebshilfe
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