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München (ots) -
- Gemeinsame Studie von Roland Berger mit den Luftfahrtverbänden BDLI, ADS und
GIFAS zeigt verbesserte Resilienz; weist zugleich auf fortbestehende
strukturelle Risiken hin
- Rund ein Drittel der befragten Unternehmen sieht beim aktuellen
Produktionshochlauf erheblichen Handlungsbedarf
- Anhaltende Materialengpässe belasten die Branche: 55 % der Unternehmen sind
weiterhin betroffen und rund 80 % erwarten Einschränkungen bei kritischen
Rohstoffen
Der anhaltende Krieg im Nahen Osten könnte die angespannte Lage mit Blick auf
die globalen Lieferketten weiter verschärfen und die Luftfahrtindustrie
zusätzlich beanspruchen. Während die unmittelbaren operativen Auswirkungen
bislang begrenzt geblieben sind, könnte eine länger anhaltende Phase
geopolitischer Instabilität laut einer aktuellen Roland-Berger-Analyse sowohl
die Lieferketten als auch die Flugzeugproduktion langfristig beeinflussen.
Laut Analyse entstehen die größten Risiken indirekt: Steigende Kerosinpreise,
Umleitungen im Flugverkehr und eine schwächere Nachfrage auf betroffenen
Strecken könnten die wirtschaftliche Situation einzelner Airlines stark
beeinträchtigen. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnten finanziell
schwächere Airlines Bestellungen verschieben oder stornieren, mit
zeitverzögerten Auswirkungen auf die Produktionsraten der Hersteller.
Roland Berger skizziert drei Szenarien:
1. Bei einer baldigen Beilegung des Konflikts sind keine nennenswerten
Auswirkungen auf die Flugzeugproduktion zu erwarten. Der Krieg hat bislang
vor allem die Logistik beeinflusst, indem einige Zulieferer von Seefracht auf
teurere Luftfracht umstellen mussten. Im Ergebnis heißt das: Steigende
Kosten, aber ohne spürbare Auswirkungen auf Flugzeugauslieferungen.
2. Ein erhöhtes Risiko ergibt sich mittelfristig aus einer eingeschränkten
Verfügbarkeit bestimmter chemischer Produkte aus dem Nahen Osten. Wegen der
langen Vorlaufzeiten in der Luftfahrt würden sich diese erst Monate später
auf die Produktion auswirken.
3. In einem anhaltenden oder eskalierenden Konfliktszenario könnte der Rückgang
der Profitabilität von Airlines weitreichende Auswirkungen auf
Produktionsraten und Investitionsentscheidungen haben.
Gleichzeitig zeigt eine kurz vor Beginn des Iran-Kriegs durchgeführte Befragung
von 95 Luftfahrtunternehmen in Europa in Kooperation mit dem Bundesverband der
Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) sowie den Luftfahrtverbänden aus
UK (ADS) und Frankreich (GIFAS), dass die Branche weiterhin erhöhtes
Optimierungspotenzial bei Resilienz und Skalierungsfähigkeit sieht: Zwar fühlen
sich mehr als 70 % der Unternehmen für den aktuellen Produktionshochlauf gut
aufgestellt, doch rund ein Drittel sieht weiterhin akuten Handlungsbedarf
entlang der Lieferketten und Produktionsprozesse. Externe Störungen könnten
diese zusätzlich verstärken.
"Geopolitische Entwicklungen fügen einem ohnehin schon herausfordernden Umfeld
eine neue Komplexitätsebene hinzu", sagt Stephan Baur, Partner bei Roland
Berger. "Die Branche hat ihre Resilienz verbessert. Für einen stabilen
Produktionshochlauf müssen jedoch weitere Engpässe adressiert werden."
Zwar haben sich die Lieferketten im Vergleich zu den Vorjahren stabilisiert,
bleiben aber in einzelnen Bereichen angespannt: 55 % der Unternehmen berichten
weiterhin von relevanten Störungen und rund 80 % erwarten Engpässe bei
kritischen Rohstoffen wie Titan, Stahl oder seltenen Erden.
"Unsere Industrie zeigt aktuell große wirtschaftliche und technologische Stärke.
Gleichzeitig machen die geopolitischen Entwicklungen deutlich, wie wichtig
robuste Lieferketten und langfristige industriepolitische Rahmenbedingungen
geworden sind", so Marie-Christine von Hahn, Hauptgeschäftsführerin des BDLI.
Die Luftfahrtindustrie tritt in eine neue Phase ein, in der geopolitische
Risiken, Materialengpässe und Herausforderungen beim Produktionshochlauf
parallel adressiert werden müssen. Um zukünftige Produktionsraten abzusichern,
sind eine engere Zusammenarbeit zwischen OEMs, Zulieferern und Politik sowie
zusätzliche Investitionen in resilientere und transparentere
Lieferkettenstrukturen entscheidend.
Über die Studie
Die Analyse basiert auf einer Umfrage von Roland Berger, die in Zusammenarbeit
mit dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), dem
britischen Luft- und Raumfahrtverband ADS und dem französischen Luft- und
Raumfahrtverband GIFAS durchgeführt wurde. Die Umfrage fand zwischen Januar und
Februar 2026 statt und umfasst Antworten von 95 Unternehmen aus der gesamten
europäischen Luft- und Raumfahrt-Lieferkette, wobei alle wichtigen Ebenen,
Unternehmensgrößen und Segmente abgedeckt sind.
Die vollständige Studie können Sie hier herunterladen: Study Download (https://m
ailing.rolandberger.com/hubfs/07_presse/Aerospace%20Supply%20Chain%20Study%20202
6%20Roland%20Berger.pdf?utm_medium=email&_hsenc=p2ANqtz-_qVUbbGK_8GWJb2SAtTPjZu3
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Über Roland Berger
Roland Berger ist die einzige führende Strategieberatung mit europäischen
Wurzeln. Das Unternehmen vereint tiefe Industrie- und Branchenkenntnis mit
umfassender Erfahrung in zentralen Managementfunktionen und
Transformationsprojekten. 1967 gegründet und mit Hauptsitz in München,
unterstützt Roland Berger Unternehmen weltweit bei der Gestaltung und Umsetzung
komplexer Transformationen - von strategischer Neuausrichtung über
Performance-Steigerung bis hin zur Entwicklung und Anwendung datenbasierter,
KI-gestützter Lösungen. Roland Berger hat es sich zum Ziel gesetzt,
Nachhaltigkeit in allen Projekten zu verankern. Im Jahr 2025 erzielte das
Unternehmen einen Umsatz von über einer Milliarde Euro.
Über den BDLI
Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI)
vertritt die Interessen seiner mehr als 300 Mitgliedsunternehmen, die rund 52
Milliarden Jahresumsatz erwirtschaften und 120.000 Menschen direkt beschäftigen.
Er ist Mitglied des europäischen Dachverbandes AeroSpace and Defence Industries
Association of Europe (ASD) und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie
(BDI). Der Verband ist Markeninhaber und Co-Veranstalter der ILA Berlin, einer
der weltweilt führenden Luft- und Raumfahrtaustellungen.
Pressekontakt:
Julia Frank
Corporate Communications & PR
Tel.: +49 160 744 3507
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OTS: Roland Berger
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