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Davos Dorf (ots) - In den kommenden Jahren werden in Deutschland Vermögenswerte
in Milliardenhöhe an die nächste Generation übertragen. Gleichzeitig verändert
sich die Erwartungshaltung der Erben komplett: Junge Vermögende wollen keine
klassischen Banktermine mehr, sondern digitale Kommunikation, klare Strategien
und echte Transparenz. Wer sich jetzt nicht sichtbar positioniert, verliert den
Zugang zu einer der größten Vermögensverschiebungen der kommenden Jahrzehnte.
Die nächste Generation übernimmt nicht nur Vermögen - sie entscheidet auch
völlig neu, wem sie überhaupt noch vertraut. Hier erfahren Sie, warum klassische
Vermögensberatung gerade an ihre Grenzen stößt und wie sich Vermögensverwalter
jetzt modern aufstellen müssen, um für junge Erben relevant zu bleiben.
Sichtbarkeit wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor
Die Vermögensübertragung läuft längst nicht mehr nach den Mustern vergangener
Jahrzehnte ab. Zwar gehen viele Vermögensverwalter weiterhin davon aus, dass
bestehende Kundenbeziehungen automatisch auf die nächste Generation übergehen.
In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Laut Cerulli Associates
wechseln 81 Prozent der Erben innerhalb von ein bis zwei Jahren den
Vermögensverwalter ihrer Eltern.
Dabei liegt das Problem häufig nicht in der fachlichen Leistung, sondern in der
fehlenden Wahrnehmung. Junge Erben informieren sich heute zuerst digital, bevor
überhaupt ein persönlicher Kontakt entsteht. Sie recherchieren auf Google,
prüfen LinkedIn-Profile, schauen Videos oder suchen nach Einschätzungen und
Fachbeiträgen. Wer dort nicht präsent ist, findet in der Auswahl der
potenziellen Ansprechpartner schlicht nicht statt.
Vermögensverwalter verlieren nicht durch schlechte Performance. Sie verlieren
durch Unsichtbarkeit. Genau darin liege derzeit eines der größten strukturellen
Risiken der Branche.
Die Erwartungen der Erbengeneration verändern sich grundlegend
Viele vermögende Menschen unter 45 unterscheiden sich heute deutlich von der
Elterngeneration. Sie informieren sich digital, vergleichen Anbieter
eigenständig und erwarten Transparenz bereits vor dem ersten persönlichen
Gespräch. Gleichzeitig entstehen Vertrauen und Orientierung zunehmend über
digitale Inhalte, soziale Netzwerke, Podcasts oder Videoformate.
Auch im Umgang mit Geld zeigen sich Veränderungen. Jüngere Anlegergenerationen
sind laut Capgemini häufig risikobereiter als ihre Eltern und suchen nicht nur
Sicherheit, sondern auch nachvollziehbare Strategien, klare Kommunikation und
moderne Ansprechpartner.
Für klassische Vermögensverwalter entsteht daraus ein Spannungsfeld. Einerseits
bleibt persönliches Vertrauen entscheidend, andererseits beginnt der
Vertrauensaufbau heute deutlich früher - und zwar digital. Wer keinen
professionellen Online-Auftritt besitzt, wird häufig gar nicht erst kontaktiert.
Kaum Konkurrenz im digitalen Raum
Auffällig ist dabei, wie schwach viele Vermögensverwalter digital sichtbar sind.
Während Finfluencer, Steuerberater oder Kanzleien längst Inhalte rund um
Erbschaften, Vermögensaufbau oder Nachfolgeplanung veröffentlichen, bleiben
professionelle Vermögensverwalter in diesem Themenfeld oft nahezu unsichtbar.
Gerade das ist jedoch eine große Chance. Denn die Konkurrenz im digitalen Raum
ist deutlich geringer, als viele Marktteilnehmer vermuten. Wer regelmäßig
fundierte Inhalte veröffentlicht, kann sich vergleichsweise schnell als
relevanter Ansprechpartner positionieren.
Dabei geht es nicht um reißerisches Marketing oder kurzfristige Aufmerksamkeit.
Entscheidend sind fachliche Einordnung, Kontinuität und Glaubwürdigkeit. Ein
sachlicher LinkedIn-Beitrag zur Nachfolgeregelung, ein Webinar zur
Erbschaftsplanung oder ein Podcast mit einem Steuerexperten können bereits
ausreichen, um bei potenziellen Erben Vertrauen aufzubauen.
Die Branche steht zusätzlich vor einem Nachfolgeproblem
Parallel zur Erbschaftswelle verschärft sich ein weiteres strukturelles Thema
innerhalb der Branche selbst. Laut der FIN21-Studie 2026 sind 63 Prozent der
Geschäftsführer unabhängiger Vermögensverwaltungen älter als 51 Jahre, während
nur zwei Prozent unter 30 Jahre alt sind. Gleichzeitig verfügen 58 Prozent über
keinen klar geregelten Nachfolgeplan.
Für viele Häuser entsteht dadurch doppelter Druck. Einerseits müssen bestehende
Kundenbeziehungen an die nächste Generation übertragen werden. Andererseits
stellt sich die Frage, wie das eigene Unternehmen langfristig attraktiv und
übergabefähig bleibt.
In Verkaufsprozessen spielt die digitale Präsenz inzwischen ebenfalls eine
wichtige Rolle. Käufer achten zunehmend darauf, wie neue Mandate gewonnen
werden, wie sichtbar ein Unternehmen im Markt ist und ob digitale
Kommunikationskanäle vorhanden sind. Fehlen diese Strukturen, wirkt sich das
häufig direkt auf die Bewertung aus.
Digitale Präsenz ersetzt keine Beratung - sie ermöglicht sie erst
Trotz aller Veränderungen bleibt persönliche Beratung im Wealth Management
zentral. Allerdings verschiebt sich der Einstiegspunkt der Kundenbeziehung. Der
erste Eindruck entsteht heute selten im Besprechungsraum, sondern online.
Deshalb gewinnen digitale Kontaktpunkte zunehmend an Bedeutung. Ein
professionelles LinkedIn-Profil, eine aktuelle Website oder fachliche Inhalte
auf YouTube und in Podcasts dienen nicht primär der Werbung. Vielmehr helfen sie
dabei, Kompetenz sichtbar zu machen und Vertrauen frühzeitig aufzubauen.
Fest steht: Die große Vermögensübertragung hat bereits begonnen. Die
entscheidende Frage lautet nun, welche Vermögensverwalter es schaffen, auch für
die nächste Generation relevant zu bleiben.
Über Alexandra Weck:
Alexandra Weck ist Gründerin von A. Weck Consulting und Expertin für digitale
Mandatsgewinnung in der Finanzbranche. Die ehemalige Investmentbankerin war
unter anderem für UBS, FFB/Fidelity, die Baader Bank und Unicredit tätig und
verfügt über mehr als 17 Jahre Erfahrung im Wealth Management. Heute berät sie
Vermögensverwalter, Family Offices und Finanzdienstleister zu den Themen Sales,
Sichtbarkeit und strategisches Wachstum. Weitere Informationen unter:
http://www.alexandraweck.com
Pressekontakt:
A. Weck Consulting
Vertreten durch: Alexandra Weck
https://alexandraweck.com/
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/182654/6287281
OTS: A. Weck Consulting
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