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Hannover (ots) - Zur Festnahme der palästinensischen Christin Natalie Abudayyeh
in Birzeit äußert sich der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in
Deutschland (EKD), Bischof Frank Kopania, wie folgt:
"Mit großer Sorge habe ich die Nachricht von der Festnahme der palästinensischen
Christin Natalie Abudayyeh in Birzeit zur Kenntnis genommen. Nach Angaben von
Bischof Dr. Imad Haddad, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in
Jordanien und im Heiligen Land, wurde sie am 2. Juni 2026 gemeinsam mit drei
weiteren Frauen von israelischen Sicherheitskräften aus ihrem
Studierendenwohnheim heraus festgenommen. Natalie Abudayyeh ist Mitglied der
Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL),
Absolventin der Talitha Kumi Schule in Beit Jala und Studentin der Medien- und
Kommunikationswissenschaften an der Birzeit-Universität.
Im Mittelpunkt unserer Sorge steht zunächst ein junger Mensch: eine Tochter,
Studentin, Freundin und Angehörige einer kleinen christlichen Gemeinschaft im
Heiligen Land. Für ihre Familie bedeutet eine solche Festnahme eine kaum
auszuhaltende Ungewissheit: nicht zu wissen, wo das eigene Kind ist, wie es ihm
geht, wann Kontakt möglich sein wird und welche Schritte als Nächstes folgen.
Diese menschliche Dimension darf inmitten politischer Spannungen und
sicherheitspolitischer Erwägungen nicht aus dem Blick geraten.
Als Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erkläre ich
mich solidarisch mit Natalie Abudayyeh, ihrer Familie sowie mit unseren
Geschwistern in der ELCJHL. Wir teilen ihre tiefe Besorgnis und schließen
Natalie und ihre Angehörigen in unsere Gebete ein.
Gerade in der schwierigen und angespannten Lage im Heiligen Land ist es
entscheidend, dass die Würde jedes Menschen geschützt bleibt und dass
festgehaltene Personen sowie ihre Angehörigen nicht in Ungewissheit gelassen
werden. Dazu gehören verlässliche Informationen über den Aufenthaltsort, eine
zügige Klärung des rechtlichen Status, Kontaktmöglichkeiten zur Familie sowie
Zugang zu rechtlicher und, wo gewünscht, seelsorglicher Begleitung. Transparenz,
Menschlichkeit und grundlegende Rechte müssen auch und gerade unter den
Bedingungen eines tief belasteten Konflikts gewahrt bleiben.
Die EKD verfolgt die Situation der christlichen Gemeinschaften im Heiligen Land
seit vielen Jahren mit großer Aufmerksamkeit. Christinnen und Christen leben
dort inmitten eines Konflikts, der viele Menschen auf beiden Seiten zutiefst
verwundet hat und bis heute Angst, Unsicherheit und fehlende
Zukunftsperspektiven hervorbringt. Gerade junge Menschen brauchen Räume, in
denen sie lernen, fragen, hoffen und Verantwortung für eine friedlichere Zukunft
übernehmen können.
Ich unterstütze daher den Aufruf von Bischof Dr. Imad Haddad zu einer raschen
Klärung des Falles. Ich bitte die zuständigen Stellen, baldmöglichst Auskunft
über den Aufenthaltsort, das Wohlergehen und den rechtlichen Status von Natalie
Abudayyeh zu geben und dafür Sorge zu tragen, dass ihre Familie nicht länger in
Ungewissheit bleibt.
Als Kirchen stehen wir an der Seite derer, die um ihre Freiheit, ihre Sicherheit
und ihre Würde bangen. Unser Gebet gilt Natalie Abudayyeh, ihrer Familie und
allen Menschen im Heiligen Land, die unter den Folgen der anhaltenden Konflikte
leiden. Frieden, Gerechtigkeit und die Achtung der Menschenrechte bleiben die
unverzichtbaren Grundlagen für eine gemeinsame Zukunft von Israelis und
Palästinensern."
Pressekontakt:
Carsten Splitt
Evangelische Kirche in Deutschland
Pressestelle
Stabsstelle Kommunikation
Herrenhäuser Strasse 12
D-30419 Hannover
Telefon: 0511 - 2796 - 269
E-Mail: presse@ekd.de
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