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Berlin (ots) -
- KTM-Motorräder werden laut Medienrecherche ohne gültige Typgenehmigung
verkauft: Diese Motorräder haben mehr Leistung als typgenehmigt und
verursachen mehr Lärm und mehr Schadstoffemissionen
- Mindestens 32 Enduro Modelle verschiedener Baujahre des Herstellers mit bis zu
25.000 zugelassenen Maschinen scheinen betroffen
- DUH beantragt beim KBA eine umfassende Untersuchung, wirksame Maßnahmen zur
Beseitigung der Rechtsverstöße, insbesondere Widerruf der Typgenehmigung und
abschreckende Sanktionen gegen den Hersteller
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat einen Antrag ans Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)
gestellt, mit dem sie die Behörde auffordert, Untersuchungen gegen den
österreichischen Motorrad-Hersteller KTM einzuleiten und geeignete
Gegenmaßnahmen gegen zehntausende Motorräder ohne gültige Typgenehmigung zu
ergreifen. Zuvor hatten die Nichtregierungsorganisation Climate Whistleblowers
und das ZDF gemeinsam mit einem internationalen Recherche-Konsortium
systematische Täuschungen und Manipulationen im Typgenehmigungsverfahren
aufgedeckt. Diese führen nachweislich zu einem extremen Anstieg der
Lärmbelastung und des Schadstoffausstoßes. Die DUH fordert das KBA auf, die
betroffenen Typgenehmigungen zu widerrufen, die klima- und
gesundheitsschädlichen Maschinen von der Straße zu holen und KTM mit
abschreckenden Sanktionen zu belegen.
Dazu DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch: "Seit Jahren nimmt KTM
Gesundheitsschäden durch illegal hohe Schadstoffkonzentrationen im Abgas und
Lärm billigend in Kauf. Der Hersteller bringt Motorräder auf die Straße, die
systematisch illegal umgebaut werden. Das passende Set zum Umrüsten liefert KTM
den Händlern direkt mit. Die Motorräder haben so eine dreifach erhöhte
Motorleistung, sind mindestens doppelt so laut und stoßen das zehnfache an
Schadstoffen aus, wie die eigentlich zugelassene Version. Das
Kraftfahrt-Bundesamt muss umgehend handeln und dafür sorgen, dass die illegalen
Maschinen von unseren Straßen verschwinden und KTM für sein Vorgehen abgestraft
wird. Diese schädliche Verkaufsstrategie darf nicht ohne Folgen bleiben."
Hintergrund:
Dem Motorradhersteller KTM wird vorgeworfen, eine Typgenehmigung für eine stark
gedrosselte Variante seiner Enduro-Krafträder zu beantragen. Die Fahrzeuge
würden aber von vornherein so konzipiert und vertrieben, dass den
typzugelassenen stark gedrosselten Motorrädern serienmäßig ein passendes
Umrüstset mit unzulässigen Austauschbauteilen und anderer Motorsoftware
mitgeliefert wird. Zudem würden Teile der Abgasreinigung und -kontrolle
entfernt. Den Kundinnen und Kunden würde somit eine entdrosselte Variante
verkauft und ausgehändigt, für die es keine gültige Typgenehmigung gebe.
Dementsprechend sei bei sämtlichen Enduro-Motorrädern des Herstellers KTM davon
auszugehen, dass diese ohne gültige Typgenehmigung auf öffentlichen Straßen
betrieben würden. Laut Zulassungszahlen des KBA sind Stand 2025 bis zu 25.000
solcher Fahrzeuge zugelassen und allem Anschein nach illegal unterwegs, da laut
eines KTM-Händlers der Motor der gedrosselten Maschinen Schaden nehme würde und
nach 20 Kilometer defekt wäre.
Die Kundinnen und Kunden müssen eine Erklärung unterschreiben, dass sie das
Motorrad nicht im Straßenbetrieb nutzen, sondern nur bei Wettbewerben und
Fahrten auf nicht öffentlichen Straßen und Wegen einsetzen. Nach Einschätzung
der DUH entbindet das den Motorrad-Hersteller jedoch nicht von seiner
Verantwortung für die systematisch auf illegale Zulassungen angelegte
Verkaufsstrategie.
Links:
Folgende Dokumente finden Sie unter diesem Link: https://l.duh.de/p260608a
- Rechercheergebnisse Climate Whistleblowers
- Antrag der DUH an das KBA
- Messungen der CZU im Auftrag von ICCT
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, mailto:resch@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, mailto:presse@duh.de
http://www.duh.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22521/6289890
OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.
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