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Explosivwaffen-Monitor 2025: Zivile Opfer und Schäden in 65 Ländern / extremer Anstieg in Ukraine und von Angriffen mit Drohnen

10.06.2026 03:05 Uhr Handicap International e.V.

Sperrfrist: 10.06.2026 01:00 Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist.

Berlin (ots) - Die humanitäre Hilfsorganisation Handicap International (HI) und ihre Partnerorganisationen des internationalen Netzwerks INEW haben am 10. Juni den Explosivwaffen-Monitor 2025 veröffentlicht. Demnach wurden im vergangenen Jahr mindestens 22.600 Zivilist*innen durch Explosivwaffen getötet. Vor allem in der Ukraine, Jemen und Syrien stieg die Zahl der Opfer. In Gaza und Libanon nahm sie aufgrund der 2025 geltenden Waffenruhen ab. Die Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser haben sich fast verdreifacht. Angriffe auf humanitäre Hilfsmaßnahmen und der Beschuss mit Drohnen erhöhten sich massiv. Allein in der Ukraine stieg die Zahl getöteter Zivilist*innen um 45% an.

Der Explosivwaffen-Monitor bezieht sich auf den Berichtszeitraum 2025 und enthält Informationen zu:

- Vorfällen, bei denen Explosivwaffen in Wohngebieten eingesetzt wurden und Opfer forderten. - Vorfällen von Explosivwaffeneinsätzen, die den Zugang zu Hilfe, Bildung und Gesundheitsversorgung beeinträchtigen.

"Wir sind besonders schockiert darüber, dass immer mehr Länder und Gebiete - insgesamt 65 - von dieser Praxis betroffen sind. Der Einsatz von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten nimmt der Zivilbevölkerung systematisch den Zugang zu lebenswichtigen Einrichtungen: Schulen, Krankenhäuser, Hilfskonvois, Wasserleitungen und Lebensmittelmärkte werden in immer größerem Umfang, an immer mehr Orten und von immer mehr Akteuren zerstört ", sagt Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Arbeit von Handicap International Deutschland.

Der Anstieg der Angriffe mit Drohnen

Luftgestützte Waffen - zunehmend Drohnen - waren für 67 % aller Vorfälle verantwortlich, bei denen Zivilist*innen zu Schaden kamen. Dieser Anteil nimmt weiter zu: Allein in der Ukraine stieg der Einsatz von Drohnen bei Angriffen auf Bildungseinrichtungen um 358 %, und die Zahl der Drohnenangriffe auf Hilfslager im Gazastreifen stieg im Jahresvergleich von 64 auf 303 Vorfälle.

Angriffe auf die Zivilbevölkerung, auf lebenswichtige Hilfe und Versorgung

- Zivile Opfer : Mindestens 22.600 Zivilist*innen wurden getötet. Dies ist insgesamt eine Abnahme von 28.600 im Jahr 2024 aufgrund der 2025 geltenden Waffenruhen in Gaza und Libanon. - Schäden und Opfer gab es in 65 Ländern und Gebieten. Allein in der Ukraine erhöhte sich die Zahl getöteter Zivilist*innen um 45%. - Humanitäre Hilfe : Es gab 2.541 Angriffe mit Explosivwaffen auf humanitäre Hilfsaktionen, ein Anstieg um 52 % gegenüber 2024. Etwa 90 % davon fanden in den Palästinensischen Gebieten statt. Mindestens 108 Helferinnen und Helfer wurden getötet. - Bildung : Die Angriffe auf Schulen und Universitäten haben sich fast verdreifacht - von 865 Vorfällen im Jahr 2024 auf 1.416 im Jahr 2025, verteilt auf 27 Länder. In der Ukraine stiegen die russischen Drohnenangriffe auf Schulen um 358 %. - Gesundheitswesen : 1.272 Vorfälle betrafen Krankenhäuser, Kliniken und Krankenwagen in 22 Ländern. In der Ukraine kam es zu einem Anstieg um 20 %, der auf russische Drohnenangriffe zurückzuführen war. 267 Gesundheitsfachkräfte wurden getötet. 806 Gesundheitseinrichtungen wurden beschädigt oder zerstört. - Nahrungsmittel & Wasser : 1.082 Angriffe auf die Nahrungsmittelversorgung in 15 Ländern, darunter 190 Angriffe auf Märkte und 154 auf landwirtschaftliche Flächen. 87 Angriffe auf die Wasserinfrastruktur

"Zerstörte Schulen, Krankenhäuser, Märkte, Wasserversorgung und humanitäre Konvois stehen nicht nur für beschädigte Infrastruktur, sondern für verlorene Chancen und Zukunft. Auch lange nach den Explosionen leiden Zivilist*innen unter Blindgängern, fehlender Versorgung, unterbrochener Bildung und zerstörten Lebensgrundlagen - für viele werden die Folgen von Explosivwaffen zum jahrelangen Alltag", so Fischer.

Was sind Explosivwaffen?

Als Explosivwaffen werden verschiedene Munitionsarten wie Fliegerbomben, Mörsergranaten, Raketen, Drohnen oder Artilleriegranaten bezeichnet. Auch Sprengfallen, Landminen sowie Streumunition gehören dazu. Sie haben oft eine verheerende Flächenwirkung, treffen nicht präzise und verwüsten große Bereiche. Sie töten und verletzen Menschen direkt oder auch indirekt durch einstürzende Gebäudeteile. Häufig bleiben Reste von Explosivwaffen als Blindgänger liegen und bedrohen die Bevölkerung noch viele Jahre nach Kriegsende.

Weitere Dokumente:

- Explosivwaffen-Monitor 2025 (https://www.handicap-international.de/sn_uploads/ de/document/EWIPA-Monitor-2025.pdf) - Key Messages des Monitors 2025 (https://www.handicap-international.de/sn_uploa ds/de/document/EWIPA-Monitor-2025-Key-Messages.pdf) - INEW (Internationales Netzwerk zu Explosivwaffen) (https://www.inew.org/) - Internationales Abkommen für mehr Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombardierungen (https://www.handicap-international.de/de/explosivwaffen/index)

Über Handicap International e.V.

Handicap International / Humanity & Inclusion (HI) ist eine gemeinnützige Organisation für Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit, die in rund 60 Ländern aktiv ist. Wir setzen uns für eine solidarische und inklusive Welt ein. Wir verbessern langfristig die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung und unterstützen diejenigen, die besonderen Schutz benötigen. Außerdem arbeiten wir für eine Welt ohne Minen und Streubomben sowie für den Schutz der Zivilbevölkerung im Krieg. HI ist Co-Preisträgerin des Friedensnobelpreises von 1997. Handicap International e.V. ist der deutsche Verein von HI.

Pressekontakt:

Huberta von Roedern Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Mail: mailto:h.vonroedern@hi.org Mobil: +49 151 73 02 32 06 http://www.handicap-international.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/16206/6291129 OTS: Handicap International e.V.


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Handicap International e.V.
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