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Hamburg (ots) - Die Vorfreude ist groß, der Koffer gepackt, doch habe ich
wirklich an alles gedacht? Diese Frage treibt viele um, wenn der lang ersehnte
Urlaub kurz bevorsteht. Neben Kosmetik-Allerlei, Kleidung und den
Ausweisdokumenten steht auch die Reiseapotheke im Fokus. Damit die Auszeit
erholsam und ungetrübt bleibt, empfiehlt Dr. Ulf Harding, Chefarzt des Zentrums
für Notfallmedizin am Städtischen Klinikum Wolfenbüttel, dass Menschen mit einem
Risiko für schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie) an ihr Notfallset denken
und es immer mit sich tragen - auch auf Flügen im Handgepäck. Bei minderjährigen
Kindern mit Anaphylaxie-Risiko sei es wichtig, dass Betreuungspersonen wie zum
Beispiel die Großeltern und Erzieherinnen und Erzieher daran denken.
Für Familien, Paare oder Alleinreisende gilt: Die Reiseapotheke sollte immer mit
den persönlichen Medikamenten sowie Mitteln gegen Schmerzen und Fieber, zur
Wundversorgung, gegen Reiseübelkeit oder Gelen zur Kühlung von Insektenstichen
ausgestattet sein. Bei Allergikern und Allergikerinnen sind weitere Vorkehrungen
wichtig - insbesondere, wenn bei ihnen das Risiko einer anaphylaktischen
Reaktion besteht. "Dann ist ein spezielles Notfallset wichtig, das Medikamente
enthält, die ärztlich verordnet werden müssen", so Harding.
Wenn Minuten zählen: Notfallset ist erste "Anlaufstelle"
Eine Anaphylaxie ist eine schwere allergische Reaktion, die selten auftritt,
aber unbedingt ernst genommen werden muss. Binnen Minuten kann sie
lebensgefährlich werden. Denn bei allergischen Personen reagiert das Immunsystem
überschießend auf eigentlich harmlose Substanzen beispielsweise in
Nahrungsmitteln, Medikamenten oder Insektengiften, wodurch es zu Beschwerden wie
Juckreiz, Schleimhautschwellungen im Mund- und Rachenraum, Atemnot, Herzrasen
und Schwindel kommen kann, bis hin zum Herz-Kreislauf-Zusammenbruch.
"Im Urlaub, wo gegebenenfalls Sprachbarrieren bestehen oder der Zugang zu
medizinischer Versorgung nicht schnell möglich ist, könnte eine schwere
allergische Reaktion kritisch werden", sagt Harding. "Denn bei Verdacht auf eine
Anaphylaxie zählt jede Minute. Deshalb sollte das Notfallset immer mit sich
getragen werden und griffbereit sein." Für Auslandsurlaube sollte es am besten
auch in englischer Sprache gekennzeichnet sein ("First Aid Kit").
Das gehört ins Notfallset zur Notfallbehandlung einer Anaphylaxie*:
- Adrenalin (als Autoinjektor oder Nasenspray. Beide sind für das gleiche Ziel
zugelassen: die schnelle Hilfe im Notfall.)
- Antihistaminikum
- Kortison
- Salbutamol (für Asthmatikerinnen und Asthmatiker)
* Ärzt:innen beraten individuell zum Inhalt des Notfallsets und stellen
Betroffenen einen Anaphylaxie-Pass aus. Darin vermerken sie bestehende Allergien
sowie die verordneten Medikamente. Der Pass enthält zudem Handlungsmaßnahmen im
Notfall.
Vorschriften und Lagerung beachten sowie Mitreisende informieren
"Adrenalin ist das Mittel der ersten Wahl, um in einem Anaphylaxie-Notfall
Kreislauf und Atmung zu stabilisieren", erklärt Harding. "Daher ist es ratsam,
es auch während des Fluges bei sich zu haben, also im Handgepäck." An der
Sicherheitskontrolle ist es wichtig, es unaufgefordert vorzuzeigen. Eine
ärztliche Bescheinigung (am besten mehrsprachig), in der die medizinische
Notwendigkeit bestätigt wird, sollte ebenfalls mitgenommen werden. Ärztinnen und
Ärzte nutzen dafür Standardformulare, die man rechtzeitig vor der Abreise in der
Praxis anfordern kann.
Da die Medikamente im Notfallset temperatursensibel sein können, ist es
empfehlenswert, sich vorab darüber zu informieren, wie sie beispielsweise an
sehr warmen oder sehr kalten Reisezielen gelagert werden können. Sonst riskiert
man, dass sie gegebenenfalls nicht mehr wirksam sind. "Alle Medikamente sollten
zudem regelmäßig gecheckt werden, wie lange sie noch haltbar und damit anwendbar
sind", erklärt Harding weiter. "Diese Angabe finden Verbraucherinnen und
Verbraucher auf der Originalpackung und direkt auf dem Präparat oder Blister."
Wer zudem seine Mitreisenden darüber informiert, dass er bzw. sie Allergiker
oder Allergikerin ist, sie darauf hinweist, wo das Notfallset aufbewahrt wird
(zum Beispiel im Rucksack) und bei Gelegenheit die Anwendung erklärt, kann sich
sicher fühlen und den Urlaub umso mehr genießen.
Informationen zum Thema Allergien, Anaphylaxie und modernen
Behandlungsmöglichkeiten sowie hilfreiche Checklisten finden Menschen mit
Allergien und Eltern, Betreuerinnen und Betreuer auf http://www.allergiecheck.de
.
Pressekontakt:
Sarah Mag
ALK-Abelló Arzneimittel GmbH
Tel.: 040 703845-257
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OTS: ALK-Abelló Arzneimittel GmbH
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